Brembo: Die Kunst der Verzögerung

Hochleistungsbremsen aus Italien

Brembo: Die Kunst der Verzögerung
Brembo-Bremsen am Opel Insignia OPC © Opel

Bremsen von Brembo stehen für eine besondere Qualität der Verzögerung. Das Unternehmen beliefert nicht nur Autobauer mit Hochleistungsbremsen.

Für Autofahrer ist es die Horrorvorstellung schlechthin: Sie treten auf das Bremspedal, doch das Fahrzeug reagiert nicht und fährt ungebremst weiter. Um solch ein Szenario zu vermeiden, werden in vielen Kraftfahrzeugen Hochleistungs-Bremsen eingesetzt. Sie verzögern selbst bei hohen Belastungen, wie sie beispielsweise rasante Bergabfahrten oder die hohen Geschwindigkeiten deutscher Autobahnen mit sich bringen, optimal. Die meisten dieser Bremsen stammen von dem italienischen Zulieferer Brembo.

Brembo besteht seit 40 Jahren

Das Unternehmen aus dem Norden Italiens entwickelt seit fast 40 Jahren Hochleistungs-Bremsanlagen für verschiedene Fahrzeugtypen - vom Motorrad über das klassische Auto bis hin zum leichten sowie schweren Nutzfahrzeug. Beliefert werden nahezu alle namhaften Hersteller. Denn die "Brembo"-Bremsenhaben ihre Belastbarkeit im Rennsport mehrfach bewiesen. Alle Boliden in der Königsklasse Formel-1 verzögern mit ihnen, ebenso einige Rallyefahrzeuge und Sportmotorräder. Auch unter den dortigen Extrembedingungen verrichten sie gute Dienste.

Die Ingenieure spornen sich bei der Entwicklung der Bremsen stets zu Höchstleistungen an. Nach dem Motto "You are the best or you are out" (deutsch: Du bist der Beste oder du bist draußen!) sollen die Anlagen unter allen Bedingungen möglichst kurze Bremswege garantieren. Neben klassischen Stahlbremsen werden deshalb immer öfter Karbon- oder Karbonkeramik-Bremsen entworfen, die ein hohes Maß an Belastbarkeit bei gleichzeitig niedrigem Gewicht versprechen. Verwendet werden sie in Sportwagen wie beispielsweise dem japanischen Lexus LFA, der von einem 412 kW/560 PS starken V10-Benziner angetrieben wird und bei einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h genügend Verzögerungsleistung benötigt.

Langer Entwicklungsprozess

Auch bei der Ducati kommen Brembo-Bremsen zum Einsatz Ducati

Um diesem Leistungsprinzip gerecht zu werden, vergeht ein langer Prozess, bis die Bremsen serienreif in Fahrzeuge eingebaut werden. Individuell werden die Bremsen auf das jeweilige Auto zugeschnitten. Zunächst steht eine virtuelle Erstellung der Bremsen am Computer an, ehe einzelne Prototypen entwickelt werden. Sie müssen in verschiedenen Tests ihre Standfestigkeit beweisen. Erst bei einem erfolgreichen Abschneiden wird über eine Serienproduktion und deren Kosten sowie Nutzen nachgedacht. Neben der Leistung steht auch das Design im Vordergrund. Alle Bremsen werden eigens nach den Wünschen des Automobilherstellers, der sie in seinem Fahrzeug einsetzen will, gefertigt. Dies sichert Individualität und Exklusivität.

Neben einer in Abhängigkeit von Größe und Einsatzgebiet leicht veränderten Form wird häufig mit unterschiedlichen Farben gearbeitet. Porsche-Modelle und italienische Fahrzeuge rollen häufig mit roten Bremssätteln daher, während Mercedes-Tuner AMG Silber bevorzugt und Lexus sowie Maserati Schwarz wählen. Je nach Modell kann sich dies aber auch einmal ändern. Auf den gemeinsamen Bremsenhersteller Brembo lässt oftmals nichts schließen, zumal meist der Name des Fahrzeug-, nicht aber der des Bremsenherstellers auf der Anlage zu finden ist.

Zulieferer wie Brembo werden von Autokäufern daher häufig nicht wahrgenommen. Und das italienische Unternehmen gehört dabei mit 35 Standorten in 14 Ländern bereits zu den größeren seiner Zunft. Wer einmal am Limit unterwegs gewesen oder durch enge Serpentinen bergab gefahren ist, wird auf ihre Produkte aber nicht verzichten wollen. (mid)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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