Die vielen Väter des Automobils

125 Jahre Automobil, Teil zwei

Die vielen Väter des Automobils
Henry Ford im Jahr 1900 vor seinem Werk in Detroit © dpa

Mit Carl Friedrich Benz und Gottlieb Daimler begann die Geschichte des Personenkraftwagen. Erste Vorläufer gab es aber schon in den Jahrhunderten zuvor.

Die Erfindung des Automobils reklamieren mehrere Nationen für sich. So beansprucht Frankreich, einen ersten frühen Vorläufer des Kraftwagens schon 1769 gebaut zu haben. Der Militäringenieur Nicolas-Joseph Cugnot stellte ein dreirädriges Monstrum mit Dampfantrieb vor, das in erster Linie als Transportmittel für Geschütze dienen sollte.

Italiener berufen sich auf Leonardo da Vinci

Den Viertakter erfand nach französischen Unterlagen ein gewisser Alphonse Beau de Rochas im Jahre 1862 - und damit fünf Jahre vor dem deutschen Ingenieur Nicolaus Otto, nach dem diese Antriebe seither Ottomotor heißen.

Niederländer verweisen auf den flämischen Missionar Ferdinand Verbiest, der bereits 1672 im fernen Peking einen dampfgetriebenen Wagen entwickelt haben soll. Italiener können sich, wie bei vielen anderen Erfindungen auch, auf Skizzen von Leonardo da Vinci (1452 bis 1519) berufen. In Großbritannien wurden 1820 mit Dampfkutschen betriebene Postkurierdienste eingerichtet, ein Dampflinienbus verband 1829 London und Bath.

Fließband ab 1913

Nicht nur deutsche Automobilhistoriker betrachten 1886 als das Geburtsjahr des verkehrsfähigen modernen Personenkraftwagens. Gottlieb Daimler und Carl Friedrich Benz erfüllten damals nicht nur nach Auffassung des nach ihnen benannten großen deutschen Autoherstellers alle Voraussetzungen, um als "Urväter des Automobils" zu gelten. Dazu zählen etwa die Dokumentation ihrer Konstruktionen, die Patentierung, der Nachweis der Funktionstüchtigkeit und die Erprobung in der Öffentlichkeit. Am 29. Januar 1886 meldete Benz das Patent für ein benzingetriebenes Kraftfahrzeug mit Viertaktmotor an.

Erst 1908 schlug die große Stunde Amerikas: Henry Ford machte das Auto zur Massenware. Von dem legendären T-Modell, der "Tin Lizzie", produzierte Firmengründer Ford zwischen 1908 und 1928 gut 15,5 Millionen Stück. Ab 1913 wurde die "Blech-Liesel" als erstes Auto in großer Serie am Fließband gebaut. (dpa/afx)

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