Deutscher Automarkt so stark wie zuletzt vor zehn Jahren

3,6 Millionen Neuzulassungen in 2019

Skoda Karoq. Foto: Skoda
Der Skoda Karoq. © Skoda

Der deutsche Automarkt hat das Jahr 2019 mit einem deutlichen Plus beendet. So stiegen die Neuzulassungen im Vorjahr auf 3,6 Millionen Fahrzeuge.

Das entspricht einem Zuwachs von fünf Prozent im Vergleich zum Jahr 2018, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Montag mitteilte. Im Dezember wurden insgesamt 283.380 Fahrzeuge neu zugelassen, ein Plus von 19,5 Prozent.


„Der deutsche Pkw-Markt lief 2019 außerordentlich stark und erreichte, ohne Berücksichtigung des Umweltprämienjahres 2009, das höchste Niveau seit 20 Jahren“, sagte der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Reinhard Zirpel. Mit Blick auf das neue Jahr erwartet der VDIK aber einen Rückgang der Neuzulassungen. Der Verband rechnet nur noch mit 3,35 Millionen Neuzulassungen.

Gewerbliche Zulassungen gestiegen

Wie aus den KBA-Zahlen hervorgeht, sind im Vorjahr die gewerblichen Neuzulassungen um über acht Prozent auf 65,5 Prozent gestiegen. Die privaten Zulassungen gingen um 0,4 Prozent auf 34,6 Prozent leicht zurück.

Bis auf die Marken Opel (215.864/-5,3 Prozent) und Mini (50.019/- 0,9 Prozent) konnten alle deutschen Marken teils deutlich zulegen. So konnte die Daimler-Tochter Smart mit 49.138 Neuzulassungen einen Zuwachs von 19,6 Prozent im Vergleich zu 2018 erzielen. Ford kam mit fast 280.000 Neuzulassungen auf ein Plus von 10,9 Prozent. VW kam mit 667.518 Neuzulassungen auf einen Zuwachs von 3,7 Prozent. Mit 18,5 Prozent waren die Wolfsburger aber die anteilsstärkste Marke.

Von den deutschen Premiummarken konnte Porsche mit einem Plus von 9,5 Prozent am stärksten zulegen. Dahinter folgen Mercedes (+6,3 Prozent), BMW (+5,4 Prozent) und Audi (+4,7 Prozent).

Skoda erfolgreichster Importeur

Unter den Importeuren war Skoda mit 208.171 Neuzulassungen (+5,7 Prozent) die erfolgreichste Marke. Besonders zulegen konnte vor allem die VW-Tochter Seat: sie steigerte die Zahl der Neuzulassungen um 13,9 Prozent auf 138.670. Eine starke Performance legte auch Volvo mit einem Zuwachs von 17,5 Prozent auf 53.357 Fahrzeugen hin. Es ist das erste Mal, dass die Schweden die Grenze von 50.000 Fahrzeugen übersprungen haben. Seit 2013 konnte Volvo damit seine Neuzulassungen um 94 Prozent steigern. Bis Ende 2020 will Volvo bereits rund 60.000 Verkäufe erzielen.

Größtes Segment im Vorjahr waren die SUVs mit 21,1 Prozent aller Neuzulassungen. Dahinter folgen die Kompaktklasse (20,5 Prozent) und die Kleinwagen (13,5 Prozent). Während der Anteil der benzinbetriebenen Pkw 59,2 Porzent leicht unter dem Vorjahresniveau (62,4 Prozent) lag, blieb der Dieselanteil mit 32 Prozent (Vorjahr: 32,3 Prozent) fast identisch. Bei den alternativen Antrieben konnten die Plug-in-Hybride mit 45.348 Neuzulassungen um 44,2 zulegen, was einem Anteil von 1,3 Prozent entspricht.
Die reinen Elektroautos kamen auf 63.281 Neuzulassungen, ein Plus von 75,5 Prozent (Anteil 1,8 Prozent). Der Anteil von erdgasbetriebenen Pkw gingt mit 7.623 Neuzulassungen um über 29 Prozent zurück.

Die Neuwagen in Deutschland kamen auf einen durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 157 g/km. Ab diesem Jahr müssen die Autobauer zur Vermeidung von Strafzahlungen einen Grenzwert von 95 g/km erreichen.

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