Von Audi bis Toyota: Gewinner in Krisenzeiten

Der Toyota Corolla ist mit Hybridantrieb unterwegs. © Toyota

Der Autoabsatz ist wegen der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Doch nicht alle Modelle haben darunter gelitten. Wir stellen die Gewinner der Krise vor.

In der Corona-Krise sind alle Verlierer? Für den deutschen Pkw-Markt stimmt das nicht ganz. Während die Neuzulassungen insgesamt zweistellig in den Keller gegangen sind, gab es unter den 50 beliebtesten Modellen auch Gewinner. Und zwar exakt sechs.


Toyota Corolla – plus 192 Prozent

Manchmal reicht schon glückliches Timing für einen Platz auf dem Podium. Toyotas Kompaktmodell etwa ist exakt vor einem Jahr als Nachfolger des Auris auf den Markt gerollt. Wie üblich zunächst langsam und in kleiner Stückzahl. Entsprechend gigantisch wirken nun die Zuwächse. Absolut gesehen sind aber 4.852 Einheiten in vier Monaten für Importeur und Händler wohl trotzdem kein Grund für großen Jubel.

BMW 3er – plus 27 Prozent

Der neue BMW 3er bietet gute Verbrauchswerte als Diesel. Foto: BMW

Bei der Münchner Mittelklasse rührt das positive Ergebnis von einem ähnlichen Effekt her. Limousine und Kombi waren vor einem Jahr Auslaufmodelle, verkauften sich wohl nur noch mit deutlichen Rabatten. Seit September ist die neue Generation am Start, immerhin 15.278 Fahrzeuge wurden seit Jahresstart ausgeliefert.

Audi Q3 – plus 23 Prozent

Das Ingolstädter Kompakt-SUV war vor einem Jahr weder Auslaufmodell noch Anlaufmodell. Allerdings hat die VW-Tochter die zweite Hälfte 2019 genutzt, das Modellangebot kräftig zu erweitern. Etwa in Form des coupéhaften Ablegers Sportback, der in der KBA-Statistik nicht separat aufgeführt wird und für einen kräftigen Absatz-Push gesorgt haben dürfte. Insgesamt fand die Baureihe von Januar bis April 8.387neue Halter.

Kia Ceed – plus 19 Prozent

Dezent auf sportlich getrimmt, der Kia Ceed GT. Foto: Kia

Das Spiel mit den Varianten beherrschen nicht nur die deutschen Marken, sondern auch Kia. Deren Kompaktmodell Ceed gibt es in gleich vier unterschiedlichen Karosserie-Zuschnitten. Der neueste kam in Form des Crossovers XCeed im Herbst 2019 dazu und hilft nun, die April-Statistik zu schönen. Außerdem gab es im vergangenen Jahr neue Motoren, die ebenfalls Absatz-Potential hatten. Insgesamt reichte es für 7.389 Neuzulassungen in den ersten vier Monaten.

Seat Leon – plus 1,7 Prozent

Auch der spanische Golf-Bruder profitiert vom Modellwechsel. Anfang 2020 wurde die neue Generation präsentiert, alte Modelle wurden mit Rabatt verkauft oder in junge Gebrauchte gewandelt. In beiden Fällen bedeutet das einen Eintrag in der KBA-Statistik. 10.348 Mal ist das in diesem Jahr passiert. Das neue Modell ist seit April bestellbar und wird in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert.

BMW X5 – plus 0,5 Prozent

Erstmals wird für den BMW X5 ein Offroad-Paket angeboten. Foto: BMW

Keine allzu offensichtlichen Statistik-Booster hatte das zweitgrößte Münchner SUV. Wichtigste Neuerung der vergangenen Monate war die bis zu 625 PS starke M-Version – ein kleines, aber feines Nischenmodell. 3.819 Neuzulassungen kamen trotzdem zusammen.

Insgesamt wurden in Deutschland in den ersten vier Monaten 822.202 Neuwagen zugelassen. Das waren 31 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. (SP-X)

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