«Autokauf in Deutschland bleibt Schlaraffenland»

Trotz Rückgang der Rabatte

Rabatte gehören beim Neuwagenkauf dazu © dpa

Die Rabatte beim Kauf eines Neuwagens sind im Dezember leicht zurückgegangen. Der Neuwagenkauf bleibt für Kunden dennoch weiterhin attraktiv.

Der Kauf eines Neuwagens ist im Dezember für die Kunden wieder etwas teurer geworden. Wie aus der aktuellen Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen hervorgeht, sind nach dem Auslaufen eines Händlerförderprogramms des VW-Konzerns die Rabatte für die Neuwagen VW Golf, Tiguan und Touran bei Internethändlern von 20 auf 15 Prozent abgesackt.

In der Folge sank auch der CAR-Rabatt-Index von 128 auf 124 Punkte, wie die Wissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer und Karsten Neuberger am Montag mitteilten.

Neuer Negativrekord im Privatkundengeschäft

Der Dezember war zudem davon geprägt, dass immer mehr Tageszulassungen in den Markt kamen und damit den Kauf eines Neuwagens unattraktiv machten. So wurden im November zudem nur noch 32,7 Prozent aller Neuwagen von Privatpersonen getätigt. „Dies ist ein neuer Negativrekord. Seit mehr als 30 Jahren ist dies der niedrigste Anteil an Neuwagenzulassungen auf Privatkunden in einem Einzelmonat“, so die Wissenschaftler.

Kunden können dennoch weiter Schnäppchen machen. So würden große VW Händler im Ruhrgebiet in Zeitungsanzeigen beispielsweise das VW Golf Cabrio mit 8000 Euro Preisnachlass für 16.990 Euro anbieten, das entspricht einem Rabatt von 32 Prozent

Daneben würde eine große Händlergruppe mehr als 30 Prozent Nachlass auf Tageszulassungen für einen VW Up, Polo und Golf anbieten. „Die VW-Verkaufsförderungs-Aktionen für Neuwagen wurden im Dezember zwar nicht verlängert, aber die Rabattware aus den Vormonaten ist als Tageszulassungs-Aktionen im Markt. Die Käufer werden auf hochrabattierte Tageszulassungen“, heißt es in der Rabattstudie.

Durchschnittlicher Rabatte von 18,1 Prozent

Die 30 am stärksten nachgefragten Neuwagen seien im Dezember für Händlerrabatte von durchschnittlich 18,1 Prozent zu erwerben. Im November waren die meistverkauften Neuwagen im Schnitt noch mit 20,9 Prozent Preisnachlass zu bekommen. Im Dezember wurden von den Autobauern insgesamt 416 Sonderaktionen wie attraktive Finanzierungsangebote oder Sondermodelle angeboten, das sind 27 mehr als noch im November.

Vor diesem Hintergrund kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass auf dem Neuwagenmarkt keine Trendwende feststellbar sei. „Die Händlerhöfe sind gefüllt mit Tageszulassungen. Die Nachfrage der Privatkunden ist auf ihrem tiefsten Niveau seit den neunziger Jahren. Autokauf in Deutschland bleibt für Kunden auch in den nächsten Monaten Schlaraffenland.“ (AG/FM)