Gros der Autokäufer setzt auf Barkauf

Barzahlung, Finanzierung oder Leasing?

Neuwagenkauf im Autohaus. © dpa

Wer sich einen Neuwagen zulegen will, steht vor der Frage. Leasen, finanzieren oder Barkauf? Doch welcher Weg ist der geeignete? Wir stellen die verschiedenen Möglichkeiten vor.

Im Jahr 2019 gab es nach einer repräsentativen Erhebung in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren rund 2,59 Millionen Personen mit mehr als drei oder mehr Pkw im Haushalt. Das Gros der Befragten (36,62 Millionen) besaß im Vorjahr indes nur einen Pkw, 13,96 Millionen Haushalte verzichteten komplett auf ein Fahrzeug. Damit blieben die Werte im Vergleich zum Vorjahr annähernd auf dem gleichen Niveau, wie aus der Einleitung zur Grafik hervorgeht. Diese Auswertung weist aus, wie viele Pkws es im Zeitraum zwischen 2016 und 2019 in Deutschland gab.


Doch wie kommen jene an einen Fahrzeug, die einen Pkw ihr Eigen nennen dürfen? Ist die Finanzierung, das Leasing oder gar die Barzahlung attraktiver und welche Möglichkeiten haben jene ohne fahrbaren Untersatz?

Barzahlung bei Gebrauchtwagen

Die meisten Eigentümer eines Fahrzeugs bezahlen ihr Gefährt in einem Rutsch. Das zeigt ein Blick auf die Gfk-Markstudie 2018. 68 Prozent aller Gebrauchtwagen-Besitzer kaufen ihr Fahrzeug ohne Leasing, Kredit oder Finanzierung; bei den Neuwagen-Besitzern sind es 55 Prozent. Der Durchschnitt aller befragten Pkw-Besitzer zeigt: 38 Prozent nutzen eine Form der Finanzierung, um ein Fahrzeug zu bekommen.

Zusammengefasst wurden in dieser Zahl sowohl Kreditfinanzierungen als auch Leasingverträge. Der Blick auf die beliebtesten Finanzierungsformen zeigt, dass 67 Prozent jener, die ihr Fahrzeug finanzieren, dafür einen Ratenkredit nutzen. 22 Prozent setzen auf einen Leasing-Vertrag und 21 Prozent nutzen dafür die Drei-Wege-Finanzierung.

Damit ist der Ratenkredit unabhängig von der Art des Fahrzeugs (Neuwagen oder Gebrauchtwagen) die beliebteste Variante, wenn ein Fahrzeug nicht auf einen Schlag bezahlt werden kann oder soll. Möglicherweise führt der niedrige Leitzins langfristig zu einer weiteren Verschiebung, denn die Banken bieten aktuell besonders günstige Zinsen für Ratenkredite an.

Auf Barzahler-Rabatt setzen

Grundsätzlich gibt es jedoch noch andere Formen der Fahrzeugfinanzierung, wie etwa die Finanzierung über einen Händlerkredit. Experten gehen jedoch davon aus, dass es wirtschaftlich sinnvoller ist, zwei Verträge getrennt voneinander auszuhandeln: Einen Ratenkredit mit einer Bank und einen Kaufvertrag mit einem Autohändler.  Beispielrechnungen zeigen: Selbst wenn Zinskosten anfallen, kann der Barzahler-Rabatt nicht nur die monatliche Rate drücken, sondern auch den Gesamtaufwand für die Fahrzeugfinanzierung günstiger gestalten als die Händlerfinanzierung.

Leasing ist selbst für Unternehmen nicht mehr der erklärte Weg für den Fahrzeugerwerb. Das zeigte eine kürzlich veröffentliche Studie, aus der hervorging, dass auch Selbstständige und Gewerbetreibende immer häufiger zum Fahrzeugkauf tendieren und auch noch so attraktive Leasing-Angebote vom Tisch fegen. Aus der Sicht von Selbstständigen und Unternehmern sind es vor allem die teuren Leasingraten, die Administration der Leasing-Verträge sowie die Kratzer am Firmenfahrzeug, die bei einem Leasingwagen deutlich problematischer werden könnten als bei einem gekauften Fahrzeug. Laut Studie entschieden sich 61 Prozent von insgesamt 304 Befragten für den Kauf eines Firmenfahrzeugs; 36 Prozent setzten auf Leasing-Verträge.

Vor allem Kostengründe ließen die Käufer zu Käufern und nicht Leasingnehmern werden – und zwar nicht nur was die Anschaffung des Fahrzeugs betrifft, sondern auch die Kosten bei der Rückgabe des Fahrzeugs und bei etwaigen Schäden. Etwa ein Drittel der Befragten lehnt Leasing-Modelle deswegen ab, weil sie sie als Schulden-Variante ansehen und sie aus Überzeugung auf Eigentum setzen und nicht auf Leasing.

Rundumservice wird beim Leasing geschätzt

VW in Wolfsburg. Foto: dpa
Auslieferungsturm von Neuwagen von Volkswagen in Wolfsburg. Foto: dpa

Diejenigen, die zur Minderheit gehören und ihr Fahrzeug leasen, halten Fahrzeugservices, den Umgang mit Rückgabeschäden, das Unfallmanagement und den Schadenservice sowie Serviceleistungen wie Termine in der Werkstatt und Sonderkonditionen bei Versicherungen und Zubehör für interessant. Dieselben Gründe bewegen auch Fahrzeugkäufer dazu, regelmäßig einen Blick auf die Leasingangebote der Hersteller zu werfen. Informationen erhalten Sie vornehmlich aus dem Internet (66 Prozent), im Autohaus (53 Prozent) und in Fahrzeugbroschüren (20 Prozent).

Das wichtigste Argument, das Leasing-Anbieter sowohl an Gewerbetreibende als auch an Privatpersonen richten sollten, wäre wohl die Idee der Liquiditätssicherung, was bedeutet: Wer least, verfügt auch weiterhin über die Finanzmittel, die sonst für den Kauf des Fahrzeugs aufgewendet worden wären. Das wiederum bedeutet, dass mehr Geld übrig bleibt für gewerbliche Investitionen oder private Anschaffungen.

Spezial-Angebote von Herstellern

Wer sich noch nicht im Klaren darüber ist, welches Fahrzeug oder gar welche Finanzierungsvariante es sein soll, kann beispielsweise bei Volkswagen Financial Services erstmal testen. Exklusive Fahrzeugmodelle, wie etwa die S-Modelle von Audi oder den VW Golf GTI, gibt es in der Rubrik Special Cars. Nach einem Blick in die Kategorie „Wunschauto“ lassen sich Autoträume erfüllen – und zwar sowohl für einen speziellen Anlass wie etwa eine Hochzeit als auch für das pure Fahrvergnügen. Neben Audi und VW stehen hier Seat und Skoda zur Wahl, auch Nutzfahrzeuge der Marke VW lassen sich hier „wünschen“ und buchen.

Der Werkstattersatzwagen ist ein Service, von dem nur jene profitieren können, die ihr Auto in einer entsprechend Werkstatt stehen haben. Wer testen möchte, ob ein Leasingwagen die richtige Option ist, setzt auf die Business-Angebote für Geschäftskunden oder als Privatperson auf die Langzeitmiete, die 30 bis 365 Tage dauern kann. Auch ist das vielfältige Angebot von VW in diesem Bereich eine Option für alle jene, die eigentlich das ganze Jahr über mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind und dann – beispielsweise zum Familienurlaub – doch einen fahrbaren Untersatz benötigen. Allein in Deutschland fallen 13,96 Millionen Haushalte in die Rubrik der „autofreien“ Haushalte, wie die erwähnte Statistik gezeigt hat.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte geben Sie Ihren Namen ein