Studie: Coronakrise verändert Kaufverhalten

Kunden lassen sich im Autohaus von VW beraten. © SP-X

Die Coronakrise zeigt Auswirkungen auf das Kaufverhalten von Neuwagenkunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Puls.

Durchgeführt wurde die Befragung unter 1050 Autofahrern, die in den vergangenen 12 Monaten ein Auto gekauft haben oder dies in den kommenden 6 Monaten planen. Speziell den Autohandel stellt die Krise vor neue Herausforderungen.


Bei den Befragten zeigt sich insgesamt eine Verunsicherung durch die Corona-Krise. Gut die Hälfte der Kaufwilligen will demnach ihre Autokauf verschieben, immerhin ein Drittel diese aber direkt nach Corona nachholen. Indes zeigen 85 Prozent Autokunden Verständnis für coronabedingte Lieferverzögerungen. Dem Autohandel empfehlen die Marktforscher, dennoch aktiv auf Verspätungen hinzuweisen und Kunden Überbrückungsangebote wie Auto-Abos oder Kurzzeitmieten zu unterbreiten.

Bedeutung des Internets wächst

Grundsätzlich hat durch die derzeitige „Zwangsisolation“ der Bevölkerung die Bedeutung des Internets bei der Informationssuche auch für Autokunden zugenommen. Vor allem Autoportalen, Hersteller-Webseiten, Bewertungen anderer Kunden und sozialen Netzwerken wird kundenseitig mehr Bedeutung beigemessen. 16 Prozent der Befragten gaben an, dass im Gegenzug die Bedeutung von persönlichen Verkaufsgesprächen sinken wird.

Dennoch bleibt zugleich das direkte Erleben eines Fahrzeugs für den überwiegenden Teil der Befragten wichtig. Autohäuser seien deshalb mehr denn je gefordert, Meinungsfindung im Internet und das hautnahe Erleben von Autos besser zu verzahnen. Nach Ansicht des Meinungsforschungsinstituts dürfte eine von Corona ausgehende Digitalisierung der Verkaufsprozesse einen weiteren Selektionsprozess im Automobilhandel einleiten, bei dem nicht unbedingt die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen schlagen.

Digitale Beratung nimmt zu

Gerade auch Details im Innenraum interessieren die Kunden. Foto: Hyundai

Bereits vor der Corona-Pandemie haben Autobauer wie Hyundai damit begonnen, den Autokauf durch einen digitalen Showroom zu befördern. Die Koreaner bieten seit Februar den Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, sich online von Verkaufsberatern über das Wunschmodell per Video-Chat informieren zu lassen.

Die Einrichtung dieses Online-Showrooms habe sich als „goldrichtige Entscheidung“ erwiesen, wie Hyundai-Vertriebschef Holger Müller sagte. Andere Hersteller haben die Coronakrise und die damit verbundene Schließung der Autohäuser zum Anlass genommen, ihre Kunden online über die Modelle zu informieren. (AG/SP-X)

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