Auf Schnäppchenjagd nach Auslaufmodellen

Von Audi bis Mercedes

Der Audi A3 ist auch als Gebrauchter kein Schnäppchen. © Audi

Es muss nicht immer das brandneue Modell sein. Auch Auslaufmodelle bieten Toptechnik. Vor allem lassen sich Fahrzeuge wie beispielsweise der Audi A3 vor dem Modellwechsel günstiger erwerben.

Wer beim Autokauf Geld sparen will und nicht unbedingt das brandaktuelle Modell fahren will, der sollte sich unbedingt auch Auslaufmodelle anschauen. Hier kann der Autokäufer seinen Neuwagen deutlich günstiger erwerben. So finden sich beim Autohändler regelmäßig Fahrzeuge, die kurz vor der Ablösung durch einen Nachfolger stehen und daher besonders günstig sind. Anders als in anderen Branchen werden sie aber kaum speziell beworben. Wer sich jedoch selbstständig informiert, kann richtige Schnäppchen machen.

Rabatte von 30 Prozent drin

Je nach Verhandlungsgeschick und Hersteller sind durchaus Rabatte oder Preisvorteile von 30 Prozent drin. Zwar bringt ein Auslaufmodell beim Wiederverkauf etwas weniger ein als der knapp jüngere Nachfolger, unterm Strich lohnt sich die Wahl finanziell aber in der Regel doch. Und nicht nur der Preis ist heiß, sondern auch die Qualität. Die ist zum Ende der Bauzeit nämlich ausgereift. Kinderkrankheiten sind nicht mehr zu erwarten.

In der Regel werden Pkw-Modelle sechs bis acht Jahre lang gebaut. Nach drei oder vier Jahren gibt es meist ein größeres Erneuerungsprogramm, das in der Regel auch optische Änderungen mit sich bringt. Für Händler und Hersteller bedeuten diese Daten immer eine Zäsur. Denn nach einem Modellwechsel oder Facelift sind die alten Fahrzeuge kaum mehr zu verkaufen. Sie müssen daher möglichst vom Hof, ehe der Nachfolger vorfährt. Besonders groß ist der Druck für asiatische Importeure. Anders als deutsche und die meisten europäischen Hersteller bauen sie ihre Neuwagen nicht erst auf Bestellung, sondern auf Vorrat.

Nachfolger für Audi A3 und Mercedes A-Klasse

Die alte A-Klasse bekommt im September einen Nachfolger Daimler

Wann ein Auto zum Auslaufmodell wird, lässt sich am einfachsten auf einer Messe beobachten. Die dort gezeigten Neuheiten kommen in der Regel innerhalb des nächsten halben Jahres auf den Markt. In diesem Jahr stehen etwa noch Modellwechsel bei beliebten Modellen wie Audi A3 (Juni), VW Golf (Jahresende), Kia Ceed (Juni), Hyundai i30 (Mai), Ford Fusion/B-Max (Jahresende) oder der Mercedes A-Klasse (September) an.

Die einzelnen Hersteller gehen dabei aber höchst unterschiedlich mit dem drohenden Preisverfall um. Beliebtes Mittel, hohe Barrabatte zu verhindern, sind etwa Sondermodelle mit Ausstattungsdetails, die ansonsten hohe Aufpreise kosten würden. Kia beispielsweise bietet den Ceed als Sondermodell Dream Team mit umfangreicher Ausstattung in Form von Klimaanlage, Rückfahrkamera und 17-Zoll-Felgen zu Preisen ab 16.260 Euro an.

Noch beliebter sind beim Händler die sogenannten Tageszulassungen. Dabei wird ein Neuwagen pro Forma kurz zugelassen und kann anschließend mit hohen Rabatten als Neuwagen verkauft werden, ohne dass das Preisgefüge des Herstellers in Unruhe geraten würde. Aktuell ist etwa der Hyundai i30 bei einzelnen Händlern zu Preisen ab rund 11.000 Euro zu haben, seit der Nachfolger in den Startlöchern steht. Ähnliche Angebote anderer Marken finden sich in den Anzeigen in der lokalen Tageszeitung.

Nicht zuletzt lohnt sich aber in vielen Fällen auch das zähe Verhandeln mit dem Händler. Sobald die ersten Informationen über einen Modellwechsel bekannt sind, hat der Kunde gute Argumente für einen Preisnachlass auf das aktuelle Fahrzeug an der Hand. Mit den üblichen zehn Prozent plus Fußmatten muss man sich nicht unbedingt zufrieden geben. Nicht zuletzt deswegen machen die Hersteller auch aus jeder Modellneuheit ein großes Geheimnis. Dringen Informationen zu früh an die Öffentlichkeit, beschweren sich regelmäßig die Vertragshändler in der Konzernzentrale. (SP-X)