«Regelrechte Revolution» durch autonomes Fahren

Studie von Roland Berger

Mercedes ist autonom in Kalifornien unterwegs.
Mercedes ist autonom in Kalifornien unterwegs. © Daimler

Der Weg zum autonom fahrenden Fahrzeug wird noch zehn bis 15 Jahren dauern. Doch nach dem Jahr 2030 wird das autonome Fahren zu einer «regelrechten Revolution» in der Autoindustrie führen, heißt es in einer Studie von Roland Berger.

Autonomes Fahren ist eines der Themen in der Autoindustrie. Es gibt kaum einen großen Hersteller, der nicht an selbstfahrenden Autos arbeitet. Zuletzt hatte die VW-Tochter Audi im Oktober für Aufmerksamkeit gesorgt, als die VW-Tochter im Rahmen des Finales der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) einen RS7 ohne Fahrer im Grenzbereich über den Hockenheimring jagte. Doch bis zum selbstständig fahrenden Auto wird es noch dauern.

Doch diese Technologie habe nach der Studie «Autonomous driving» von Roland Berger das Potenzial, die Automobilindustrie nachhaltig zu verändern. «Autonomes Fahren wird sich zunächst schrittweise durchsetzen, aber nach 2030 zu einer regelrechten Revolution in der Automobilindustrie führen», ist Wolfgang Bernhart, Senior Partner von Roland Berger Strategy Consultants, überzeugt. Deshalb raten die Berater Automobilhersteller und Zulieferer dazu, sich bereits heute darüber Gedanken zu machen, «welche Rolle sie in diesem Zukunftsmarkt einnehmen möchten und ihr Geschäftsmodell danach ausrichten».

Ein Milliarden-Markt für Zulieferer und Hersteller

Für die Zulieferer und Hersteller geht es dabei um einen Milliarden-Markt. Die Experten von Roland Berger glauben, «dass der weltweite Markt für Komponenten wie Kameras, Sensoren oder Kommunikationssysteme ein zusätzliches Umsatzvolumen von 30 bis 40 Milliarden Dollar erreichen wird». Darüber hinaus können weitere Umsätze in Höhe von 10 bis 20 Milliarden Dollar durch hochentwickelte Software und ähnliche Produkte erzielt werden.

So wie das autonome Fahren die Autoindustrie verändern wird, treffe das auch auf die so genannte «Mobilität auf Abruf» durch autonome Fahrsysteme zu, glauben die Experten. Dabei denken sie an autonom fahrende Taxen oder auch an Leihwagen von Autovermietern, die selbstständig zum Kunden fahren. «Diese neue Art der Mobilität wird neben der Funktionalität auch das Design der Fahrzeuge sowie die Wettbewerbssituation der Automobilhersteller und der Zulieferer stark verändern», heißt es.

Neuland wird betreten

In der Zukunft sitzen sich die Passagiere gegenüber.
Daimler zeigt den Innenraum der Zukunft Daimler

Wie der Innenraum der Zukunft ausschauen kann, nämlich digitalisiert, hatte gerade erst der Autobauer Daimler an seinem Forschungsstandort im us-amerikanischen Sunnyvale präsentiert. Die Schwaben wollen im Januar auf der Consumer Electroic Show in Las Vegas ein neuer Erprobungsfahrzeug präsentieren, das über den in Sunnyvale gezeigten Innenraum der Zukunft verfügt.

Für die Experten von Roland Berger würden die Hersteller und Zulieferer in diesem Bereich indes Neuland betreten. «Sie müssen daher entscheiden, ob sie die Software selbst entwickeln wollen oder ob sie mit Technologiekonzernen, die in diesem Markt führend sind, kooperieren oder sie gar übernehmen möchten», so Bernhart. Doch hier müsse man in Führung bleiben, wenn man seinen Anteil am im Mobilitätssektor zu erzielendem Profit erzielen möchte. «Allerdings erfordert die Entwicklung dieser Systeme erhebliche Investitionen und Know-How aus dem Machine Learning-Bereich, einem Spezialgebiet der künstlichen Intelligenz, das besonders bei großen Internetkonzernen im Fokus steht.» (AG/FM)