Audi Q7: Ein SUV mit wenig Auffälligkeiten

Der Audi Q7 TFSI e quattro. © Audi

Der Audi Q7 ist ein Trumm von Auto. Wer Interesse an einem Gebrauchtwagen hat, muss dafür aber einiges locker machen.

Die zweite Generation des Audi Q7 startete Mitte 2015. Sie trat kein leichtes Erbe an, hatte sich der Vorgänger (4L) doch über seine 10 Jahre andauernde Produktionszeit rund eine halbe Million Mal verkauft. Für ein solches Dickschiff mit stolzen Preisen kein ganz schlechter Wert. Mit gefälligem Design sowie sparsamen Motoren will die Neuauflage punkten.


Auch die zweite Generation des Q7 setzt auf physische Präsenz, auch wenn sie nun etwas weniger wuchtig wirkt. Dank des Einsatzes von Aluminium hat sie deutlich um 325 Kilogramm abgespeckt. Mit einer Länge von 5,05 Metern ist sie zwar drei Zentimeter kürzer als der Vorgänger, aber immer noch eine imposante Erscheinung und länger als die Konzernverwandtschaft Porsche Cayenne (4,92 Meter) und VW Touareg (4,88 Meter). Die Länge deutet es an: Platz gibt es in Hülle und Fülle, selbst in der Option als Siebensitzer.

Sechs- und Achtzylinder im Angebot

Das Kofferraumvolumen variiert je nach Sitzkonfiguration zwischen 890 und 2075 Liter (Fünfsitzer) sowie 295 und 1955 Litern (Siebensitzer). Im Innenraum geht es Audi typisch gediegen und elegant zu. Die Verarbeitung ist makellos. Nach vier Jahren Bauzeit erhält der Q7 Mitte 2019 ein Facelift. Geschärft wurden Front- und Seitenansicht. Im Innenraum hält nun das Black-Panel-Cockpit des Q8 Einzug.

Zum Einsatz kommen Sechs- und Achtzylindermotoren. Diesel und Benziner sind am Start, darunter Plug-in-Hybride. Allrad gehört neben einer Achtstufen-Automatik immer dazu.
Keine Regel ohne Ausnahme: Ein Vierzylinder-Benziner (2.0 TFSI) mit 185 kW/252 PS markiert das Einstiegsangebot, gefolgt von einem Dreiliter-Sechszylinder (3.0 TFSI) mit 333 PS. Die Benziner spielen aber keine große Rolle, das Gros der Käufer eines SUV in Format eines Q7 entscheidet sich für einen Diesel. Zum Marktstart steht ein 3,0-Liter-Sechszylinder in den Ausbaustufen 218 PS und /272 PS zur Wahl. Als Topaggregat im SQ7 TDI fungiert ein Vierliter-Achtzylinder mit 435 PS. Neben einem üppigen Drehmoment (500 bis 900 Nm) punkten die Selbstzünder mit Verbrauchswerten von 5,5 bis 7,6 Litern.

Plug-in-Hybrid seit 2016

Als Alternative gibt es seit Anfang 2016 eine Plug-in-Hybrid aus V6-Diesel und Elektromotor mit einer Systemleistung von 373 PS (3.0 TDI e-tron) bereit. Der Normverbrauch liegt bei 1,8 Litern, die elektrische Reichweite beträgt bis zu 56 Kilometer (NEFZ). Außerdem hat Audi einen Plug-in-Hybridmodell auf Benzinerbasis mit 367 PS im Angebot.

Seit dem Facelift verfügen alle angebotenen Motoren über Mild-Hybrid-Technik. Den Einstieg in die Welt des Q7 bildet seitdem der 45 TDI, ein Dreiliter-Diesel mit 231 PS. Darüber rangiert der 50 TDI, prinzipiell der gleiche Motor, nur mit 286 PS. Als 55 TFSI leistet ein Sechszylinder-Benziner 340 PS, im SQ7 kommt der 4,0-Liter-Achtzylinder mit 507 PS zum Einsatz. Daneben gibt es zwei Plug-ins. Beide Varianten kombinieren einen 3,0-Liter-V6-Benziner mit einem Elektromotor, die stärkere Ausführung (60 TFSI e) verfügt über 456 PS Gesamtleistung, die schwächere (55 TFSI e) über 381 PS.

Umfangreiche Ausstattung

Die auf dem Gebrauchtwagenmarkt angebotenen Q7-Fahrzeuge sind selten mager ausgestattet. Viel zu verlockend sind die langen Aufpreislisten: virtuelles Cockpit, Leder, Allradlenkung und Assistenzpakete mit unter anderem einem Stauhelfer und und und. Gebrauchtwagen-Interessenten müssen daher die Angebote hinsichtlich ihrer Ausstattungsdetails vergleichen. Immerhin sind LED-Scheinwerfer, Head-Up-Display und ein eingebauter LTE-Hotspot Teil der Serienausstattung. Beim Thema Sicherheit leistet sich der Q7 keine Schwächen: Den NCAP-Crashtest absolvierte das SUV mit fünf Sternen.
Die aktuellen Q7-Modelle mussten bislang noch nicht oft beim TÜV vorstellig werden. Die älteren Fahrzeuge haben zwei TÜV-Hauptuntersuchungen hinter sich gebracht. Hier schlägt sich das große SUV gut.

Ein Grund dafür dürfte sein, dass die meist solventen Besitzer weder an Inspektionen noch an nötigen Reparaturen sparen. Die Fahrzeuge, die meist überdurchschnittlich viele Kilometer zurückgelegt haben, schneiden im Schnitt der untersuchten Typ- und Altersklassen besser ab als die Vergleichsfahrzeuge. Schwachpunkte gibt es aber trotzdem. Auch wenn der Q7 leichter ist als der Vorgänger, tritt das große SUV nicht als Leichtgewicht auf. So kann es Auffälligkeiten beim Fahrwerk geben; auch die Bremsen der älteren Modelle machen Probleme.

Über ein wenig Kleingeld sollte man schon verfügen. Ab rund 20.000 Euro starten die Angebote auf den Gebrauchtwagen-Portalen. Bedenkt man aber die hohen Anschaffungskosten für die Neuwagen, machen Gebrauchtwagenkäufer aber ein gutes Geschäft. (SP-X)

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