Audi e-tron Sportback: Zuwachs bei den Stromern

Audi e-tron Sportback: Zuwachs bei den Stromern
Der neue Audi e-tron wird mit zwei Motoren geliefert. © Audi

Die Elektrofamilie des Autobauers Audi bekommt Zuwachs. Nach dem e-tron kommt nun die Sportback-Variante des Stromers der Ingolstädter.

Victor Underberg ist in Angriffslaune: “Eine so große Bandbreite haben wir noch nie gehabt”, sagt der Leiter Technische Entwicklung bei Audi Sport. Die Tochter für die ganz eiligen Kunden hat in diesem Jahr einen besonders markanten Auftritt auf der L.A. Autoshow: Mit dem RS Q8 wird ein wuchtiges SUV der Ingolstädter im Land des “Big is beautiful” präsentiert, auch der Supersport-Kombi RS6 wird dort erstmals zu haben sein. 600 PS, 800 Newtonmeter Drehmoment – schneller bringt kaum ein Konkurrent so viel mobilen Raum auf maximale 305 Stundenkilometer.


Dagegen nimmt sich die eigentliche Hauptsache aus Audi-Sicht beinahe bescheiden aus: Weltpremiere feiert in Kalifornien nämlich der e-tron Sportback, Fließheck-Bruder des ersten batteriebetriebenen Audi. Mit dem sanft absteigenden Heck wirkt er deutlich eleganter. Schon bei den konventionell angetriebenen SUV haben die Audi-Designer da ja eine glückliche Hand gezeigt.

Kaum Unterschiede von vorn

Von vorn ist der Sportback allerdings kaum vom e-tron zu unterscheiden, und auch bei den inneren Werten gleichen sich die Modelle: Mit 4,90 Metern Länge, 1,94 Metern Breite und 1,62 Höhe ist der Sportback exakt so geschnitten wie das Modell mit der steileren Heckklappe. Der Preis liegt mit mindestens 71.350 Euro ebenfalls in ähnlichen Sphären.

Und auch die Fahrleistungen dürften dem Bruder ziemlich exakt entsprechen: Zwei E-Maschinen treiben den Elektro-SUV mit einer Systemleistung von bis zu 300 kW/408 PS und 664 Nm Drehmoment an. Von Null auf 100 Stundenkilometer geht es in 5,7 Sekunden, Bei 200 Stundenkilometer wird abgeregelt. Sonst würde der Stromverbrauch wohl ausufern. Der liegt kombiniert auf 100 Kilometern bei 26,3 Kilowattstunden.

Cockpit wie im e-tron

Das Cockpit entspricht dem des e-tron – und das flacher auslaufende Dach dürfte wohl auch nur Sitzriesen auf der Rückbank oder notorischen Kühlschrank-Transporteuren zu eng sein. Raum ist zwischen den 2.93 Radstand massig vorhanden. Platz also für die große Reise, die bei 446 Kilometern Reichweite (WLTP) zumindest außerhalb heißer Sommer und eisiger Winter nicht allzu oft unterbrochen werden sollte. Feinschliff in der Technik kommt übrigens auch Käufern des normalen e-tron künftig in Form größerer Reichweite zugute. Dort sind ab Dezember 436 Kilometer drin.

Premiere feiern im e-tron Sportback auch die optionalen digitalen Matrix LED-Scheinwerfer. Ihr Licht ist in winzige Pixel zerlegt und lässt sich besonders präzise steuern. In Engstellen erleichtert es etwa die sichere Spurmittenführung, indem es die Position des Fahrzeugs im Fahrstreifen anzeigt.

RS Q8 als Gegensatz

Nicht jeder Kalifornier und wohl auch nicht jeder Deutsche, Araber oder Russe ist indes bereits im Strom-Zeitalter angekommen – dafür womöglich aber dennoch mit reichlich Barschaft gesegnet. Wer mindestens 127.000 Euro übrig hat, zugleich erhöhten Platzbedarf oder auch schon mal einen Hänger am Haken, der wird eher auf den RS Q8 setzen. Die brutalen Fahrleistungen holt der am schwarzen Kühler erkennbare Riese aus einem Biturbo-Achtzylinder. Techniker Underberg ist besonders stolz auf die Kniffe, um die 2,3 Tonnen Masse des Trumms auch bei höchsten Geschwindigkeiten in der Spur zu halten.

Neben mehr als 30 Assistenzsystemen und dem Quattro-Antrieb ist das besonders die serienmäßige Allradlenkung. Bei niedrigem Tempo lenken die Hinterräder bis zu fünf Grad gegensinnig zu den Vorderrädern, was den langen Q8 leichter manövrierbar macht. Bei hohen Geschwindigkeiten können die Hinterräder bis zu 1,5 Grad gleichsinnig zur Lenkrichtung der Vorderräder einschlagen. Das erhöht die Agilität merklich, wie bei Tests mit einem ähnlichen Antrieb spürbar war.

Stets mit Luftfederung

Der Audi e-tron Sportback ist das zweite E-Auto der VW-Tochter. Foto: Audi

Auf Wunsch gibt es im stets luftgefederten RS Q8 auch noch eine elektromechanische Wankstabilisierung, die bei schneller Kurvenfahrt die Seitenbewegungen der Karosserie minimiert. An beiden Achsen sitzt dazu zwischen den beiden Hälften des Stabilisators jeweils einen Elektromotor. Gerade für die Fondspassagiere ist dadurch die Gefahr verringert, beim Weg durch den nächsten Canyon seekrank zu werden.

Mit RS 6 und RS Q8 haben die Audianer jetzt auch in den USA – und damit in allen großen Märkten – die ganz großen Sport-Angebote am Markt. Das ist auch nötig, denn Mercedes etwa zeigt mit den Absatzerfolgen seiner AMG-Modelle zwischen New York und L.A. schon länger, was sich auch in diesem Markt alles gewinnen lässt. Und die Schwester Porsche hat hier nach wie vor ihren zweiten Heimatmarkt.

Wohl auch deswegen ist der nächste Top-Performer der Ingolstädter erst in einem Jahr in L.A. zusehen: der e-tron GT, Schwestermodell des Porsche Taycan. Die Zuffenhausener sind es schließlich, die diese rein elektrische Sport-Limousine im Wesentlichen konstruiert haben. Da dürfen sie zunächst auch mal die Kunden exklusiv bedienen, bevor Audi nachzieht. (SP-X)

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