Audi A1 Citycarver: Aufgebockter Kleinwagen

Der Audi A1 Citycarver. © Audi

Audi bockt seinen Kleinwagen A1 auf. Mit dem Zusatz Citycarver in der Modellbezeichnung will die VW-Tochter dem T-Cross des Mutterkonzerns als auch dem Peugeot 208 Konkurrenz machen.

Für einen Aufpreis von rund 2000 Euro gegenüber dem konventionellen Sportback gibt es den Fünftürer laut Hersteller mit rund fünf Zentimetern mehr Bodenfreiheit und einem modifizierten Frontdesign. Der Preis beginnt bei 22.100 Euro. Für diesen Einstiegspreis erhält der Kunde den 95 PS starken Einstiegsbenziner.Außerdem verfügt der neue Audi über einen angedeuteten Unterfahrschutz sowie ein paar exklusive Farben für die Karosserie und eigenständige Dekorelemente im Innenraum.


Anlässlich der Markteinführung legt Audi das Sondermodell „Edition One“ auf, das mit umfassender Ausstattung, 18-Zoll-Rädern und Sonderlackierung in Grau oder Orange aufwartet. Die Preise starten in Verbindung mit dem stärkeren Dreizylinder bei 28.950 Euro.

Zwei Benziner im Angebot

Unter der Haube haben Käufer zunächst die Wahl zwischen zwei Benzinern, die beide drei Zylinder und einen Liter Hubraum haben. In der Grundversion erreicht der Citycarver besagte 95 PS. Das Topmodell kommt auf 116 PS (23.300 Euro). Das ermöglicht Spitzengeschwindigkeiten von maximal 198 km/h. Den Verbrauch gibt Audi mit Werten zwischen 5,1 und 5,4 Litern an. Das entspricht CO2-Werten von 117 bis 122 g/km.

Diese Version gibt es auch mit einem Doppelkupplungsgetriebe (25.000 Euro). Im Laufe des Jahres wird ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit 110 kW/150 PS nachgereicht.
Eine bei Geländewagen übliche Option gibt es im Citycarver nicht: den Allradantrieb. Sonst hätte das Auto allerdings vermutlich auch einen anderen Namen bekommen – und würde als Q1 verkauft.

Prognose korrigiert

Der Audi A1 Citycarver ist um vier Zentimeter höher gelegt. Foto: Audi

Der neue Citycarver soll mit dazu beitragen, den Absatz zu beflügeln. Denn Audi kommt derzeit nicht richtig auf Touren. Im dritten Quartal verkauften die Ingolstädter weniger Autos und haben am Donnerstag ihre Prognose leicht nach unten korrigiert: Die Auslieferungen im Gesamtjahr dürften nur leicht über dem – schwachen – Wert des Vorjahres liegen. Finanzvorstand Alexander Seitz sagte: „2019 wird kein Rekordjahr, aber der Audi-Konzern steht solide da.“

Zwischen Juli und September lieferte Audi knapp 451.000 Autos aus – 8000 Autos weniger als im dritten Quartal des Vorjahrs. Der Umsatz sank um eine halbe Milliarde auf 12,6 Milliarden Euro – allerdings nur wegen einer bilanztechnischen Änderung: Umsätze von Audi-Vertriebsgesellschaften mit Modellen von Volkswagen und anderen Konzernmarken werden nicht mehr bei Audi, sondern beim Konzern verbucht. Ohne diese Umbuchung wäre der Umsatz gestiegen. Auch für das Gesamtjahr peilt Audi einen leichten Umsatzanstieg an.

Der Betriebsgewinn stieg im dritten Quartal auf 938 Millionen Euro. Lässt man das im Vorjahresquartal verhängte Dieselskandal-Bußgeld über 800 Millionen Euro außer acht, entspricht das einem Zuwachs von 28 Millionen Euro. Investitionen für E-Autos und neue Technologien sowie der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt belasten Audi. Die deutschen Werke Ingolstadt und Neckarsulm sind nicht ausgelastet – aber die Kosten sind trotzdem kaum niedriger. Audi-Chef Bram Schot will 15 Milliarden Euro einsparen, um das Unternehmen wieder profitabler zu machen. Bis zum Jahresende strebt Audi eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat an. (AG/dpa)

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur gelernt. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.