Alkoholverbot in Probezeit führt zu weniger Unfällen

Alkoholverbot in Probezeit führt zu weniger Unfällen
Eine Alkoholkontrolle der Polizei an der Autobahn. © dpa

Fahranfänger dürfen in der Probezeit gar keinen Alkohol trinken. Diese Regelung hat sich bewährt, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Wer bereits als Fahranfänger komplett nüchtern am Steuer gesessen hat, fährt auch später seltener alkoholisiert. Das hat eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zur Wirksamkeit des 2007 eingeführten kompletten Alkoholverbots in der Führerschein-Probezeit sowie für Fahrer bis 21 Jahre ergeben.


Demnach waren Fahranfänger, die sich schon zehn Jahre zuvor nur noch nüchtern ans Steuer hatten setzen dürfen, auch in den folgenden Jahren seltener alkoholisiert an Verkehrsunfällen beteiligt als andere.

Akzeptanz bei jungen Fahrern gestiegen

Darüber hinaus ist die Akzeptanz des Alkoholverbots bei jungen Fahrern gestiegen. Gegenüber 2010 hat die Zustimmung zu der Regelung von 95,8 Prozent auf 97 Prozent zugenommen. Mehr als 11 Prozent der Neulinge am Steuer trinken heute grundsätzlich keinen Alkohol (2010: 5 Prozent). Ausgewertet wurden sowohl die amtliche Unfallstatistik als auch das Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Zusätzlich wurde eine Repräsentativbefragung durchgeführt.

Wie das BASt am Donnerstag mitteilte, wird für 2020 ein deutlicher Rückgang bei den Verkehrstoten erwartet. Nach vorliegenden Daten bis Ende des Sommers und Prognosen für die restlichen Monate werde es wohl weniger als 2800 im Straßenverkehr Getötete geben, teilte die Bundesanstalt mit. Das wären rund 9 Prozent weniger als im Vorjahr (3046 Getötete).

Weniger Verkehr wegen Corona

Weil aufgrund der Pandemie deutlich weniger Menschen unterwegs gewesen seien, reduziere sich die Zahl der Unfälle noch deutlicher: um 13 Prozent auf rund 2,33 Millionen. Besonders groß sei der Rückgang voraussichtlich bei Unfällen mit Verletzten auf Autobahnen. Hier werden Autos, Motorräder und Lkws den Prognosen zufolge bis zum Jahresende etwa 12 Prozent weniger Kilometer zurückgelegt haben als 2019.
Weniger stark wirke sich die Entwicklung bei den nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern aus: Bei Radfahrern gehe die Zahl der Todesopfer voraussichtlich nur leicht zurück, bei Fußgängern stagniere sie.

Die Prognose der Bundesanstalt zum Jahresende soll eine frühzeitige Jahresbilanz zur Verkehrssicherheit ermöglichen. Es fließen allerdings nur Daten bis August oder September ein. Die noch fehlenden Zahlen werden mittels Modellen prognostiziert. Aufgrund der besonderen Situation im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie seien diese Rechnungen mit höheren Unsicherheiten behaftet als üblich, hieß es. (SP-X/dpa)

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