Alfa Romeo Mito: Problemkandidat beim TÜV

Störanfälliger Kleinwagen

Der Alfa Romeo MiTo hat Probleme mit Federn und Dämpfern. © Alfa

Der Alfa Romeo Mito ist ein schön anzuschauendes Auto. Wer sich für den Kleinwagen entscheidet, möchte in keinem Allerweltsauto unterwegs sein. Doch als Gebrauchter macht der Kleine seinem Besitzer keine Freude.

Wenn es so etwas wie eine Exoten-Marke eines großen Autokonzerns gibt, dann trifft diese Beschreibung auf Alfa Romeo zu. Fahrzeuge der Fiat-Tochter sind auf deutschen Straßen selten, und wer einen Alfa fährt, gibt damit ein Statement ab. Nach dem Motto: Ich bewege kein Allerweltsauto, sondern demonstriere Leidenschaft. Am häufigsten gesehener Vertreter der Marke ist noch der Mito. Doch hebt sich der Kleinwagen auch in Sachen Technik vom Durchschnitt ab - und zwar nicht gerade erfreulich.

«Eine wunderschöne Zicke», so beschreibt der «TÜV Report 2013» den coupéartigen Zweitürer. Das Auto sei ein «Designerstück», aber eben auch ein Problemkandidat bei der Kfz-Hauptuntersuchung. Vor allem bei Exemplaren mit stärkeren Motorisierungen seien defekte Gelenke an der Vorderachse keine Seltenheit. Überdurchschnittlich oft bemängeln die Prüfer auch die Wirkung der vorderen Bremse sowie Lenkungsspiel und Ölverlust. Der ADAC führt als typische Schwächen Batteriedefekte, Probleme mit Zündspulen und Zündkerzen sowie kaputte Schaltgestänge bei Fahrzeugen des Baujahres 2009 auf.

Als Gebrauchter mindesten 6450 Euro

Der Alfa Romeo Mito - aus dem Italienischen übersetzt bedeutet der Name Mythos - kam 2008 auf den Markt. In der schmalen Produktpalette von Alfa ist er derzeit das älteste Modell: Neben dem Mito bieten die Italiener aktuell nur den Kompaktwagen Giulietta und den Sportwagen 4C an. Der Dreitürer, der auf der gleichen Plattform basiert wie der Fiat Punto, erhielt 2013 ein kleines Facelift mit dezenten Änderungen an der Fahrzeugfront. Die Leistung des Zweizylinder-Motors mit 0,9 Liter Hubraum wurde auf 77 kW/105 PS angehoben. Seit 2010 ist für den Mito ein Doppelkupplungsgetriebe verfügbar, seit 2011 ein Start-Stopp-System.

Bei den Motoren leistete Alfa Romeo Pionierarbeit und bot den Mito als erstes Serienauto mit hydraulischer Ventilsteuerung an: Das sogenannte MultiAir-System ermöglicht es laut dem Hersteller, die Zylinderfüllung jederzeit dem aktuellen Lastzustand anzupassen - das verspricht mehr Motorleistung bei geringerem Verbrauch. Die Benziner kommen je nach Baujahr und Version auf 54 kW/70 PS bis 125 kW/170 PS. Diesel gibt es mit 62 kW/85 PS bis 88 kW/120 PS.

Für einen gebrauchten Alfa Romeo Mito müssen nach Angaben des Branchendienstes Schwacke noch mindestens um die 6450 Euro eingeplant werden. Dafür sollte ein Mito 1.4 16V von 2008 mit 70 kW/95 PS und rund 67 000 Kilometern auf dem Tacho zu bekommen sein. Mit etwa 14 900 Euro am teuersten wird auf dem Gebrauchtwagenmarkt der Mito TB 1.4 16V MultiAir Quadrifoglio Verde mit dem stärksten Benziner von 2012 gehandelt (Laufleistung: 19 000 Kilometer). Etwas günstiger ist der 1.6 JTDM 16V Super mit 88 kW/120 PS starkem Dieselmotor von 2011 - er kostet noch rund 11 900 Euro (49 700 Kilometer). (dpa)