ADAC plant Trennung von Geschäftsführer Obermair

Nach Skandal um Gelber Engel

ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair.
Der ehemalige ADAC-Geschäfstführer Karl Obermair © dpa

Der ADAC versucht nach dem Skandal um die Manipulation beim Gelben Engel einen Neuanfang ohne Geschäftsführer Karl Obermair. Man wolle sich von ihm trennen, teilte der Automobilclub mit.

Nach dem Manipulationsskandal beim Autopreis Gelber Engel hat ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair einen Rücktritt von seinem Amt bislang abgelehnt. Doch nun hat der ADAC bekannt gegeben, sich von seinem langjährigen Geschäftsführer trennen zu wollen. Dazu hätten Gespräche über eine einvernehmliche Beendigung seiner Tätigkeit begonnen, teilte der Automobilclub am Dienstag in einer Presseerklärung mit.

„Ich will betonen, dass Herr Dr. Obermair nach dem heute vorgestellten Abschlussbericht der Wirtschaftsprüfer in keiner Weise mit den Manipulationen um die Auszeichnung Gelber Engel zu tun hatte“, sagte der kommissarische ADAC-Präsident August Markl. Er dankte Obermair für seinen Einsatz und den in Gang gesetzten Reformprozess. Ein Nachfolger wurde noch nicht benannt.

Weßling macht Weg frei

Wie der ADAC zugleich mitteilte wurde mit dem Mitglied der Geschäftsführung Stefan Weßling bereits eine einvernehmliche Trennung vereinbart. „Ich möchte die aktuelle Zäsur nutzen, um den Weg frei zu machen für einen Reformprozess, der mit frischem Blick und neuen Ideen dem ADAC ein zeitgemäßes und zukunftssicheres Profil gibt,“ sagte Stefan Weßling. Wie Markl betonte, sei auch Weßling in keiner Weise in die Manipulationen verwickelt gewesen. Zum 1. März wird dafür Marion Ebentheuer in die Geschäftsführung aufrücken, nachdem das Präsidium sie bereits im Dezember berufen hatte. Ebentheuer ist seit 1996 beim ADAC und war zuletzt stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der ADAC-Schutzbrief Versicherungs-AG.

Zuletzt hatte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisiert, dass Obermair nach dem Skandal um den Gelben Engel weiterhin im Amt bleibe. Als Vorsitzendem der Geschäftsführung und „wichtigster operativer Management-Verantwortliche“ hätten Obermair die Manipulation auffallen müsse, hatte Dudenhöffer kritisiert. (AG/FM)