Kaum Ladestationen in Mehrfamilienhäusern

Ein Elektroauto an der Ladestation. © dpa

Wer in einem Mehrfamilienhaus lebt, dem stehen so gut wie keine Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung. Das geht aus einer Untersuchung des ADAC hervor.

Lediglich bei vier Prozent aller Objekte mit Tiefgarage in Deutschland ist zumindest ein Stromanschluss für Fahrzeuge verfügbar. Lediglich in der Hälfte davon ist bereits eine Wallbox für das schnelle und regelmäßige Laden installiert.


An der Situation dürfte sich in den kommenden Jahren wenig ändern: Lediglich für 13 Prozent aller Mehrfamilienhäuser gibt es Pläne, eine Lademöglichkeit zu installieren.

Rechtliche Hürden als Problem

Zu den Gründen für die vielerorts fehlenden Ladestationen zählen neben den teils hohen Installationskosten und der noch geringen Verbreitung von E-Autos auch die speziellen rechtlichen Hürden bei gemeinsam genutztem Wohneigentum. Eine Ladesäule kann in der Regel nur bei einstimmigem Beschluss der Miteigentümer installiert werden, was in der Praxis oft schwierig zu erreichen ist.

Der Automobilclub setzt sich daher wie auch andere Verbände für eine neue gesetzliche Regelung ein. Ähnliche Forderungen kommen auch von den Autobauern.  „Wir können es uns besonders im internationalen Vergleich nicht mehr leisten, dass es in Deutschland massive Einschränkungen etwa im Wohnungseigentumsgesetz oder der derzeitigen Gebäudeeffizienzrichtlinie gibt, die allesamt den Ausbau von Ladepunkten erschweren», sagte VW-Markenvorstand Thomas Ulbrich unlängst in einem Interview mit der Autogazette.

Die praktische Unmöglichkeit, Ladestationen in Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern zu installieren, gilt als großes Hindernis beim Ausbau der E-Mobilität. In Deutschland gibt es mehr als neun Millionen Mehrfamilienhäuser in Gemeinschaftsbesitz, zu ihnen gehören rund vier Millionen Pkw-Stellplätze. Wer als E-Autofahrer in solch einer Immobilie wohnt, muss sein Fahrzeug in der Regel an öffentlichen Ladesäulen oder beim Arbeitgeber laden. (SP-X)