Keine weiteren Manipulationen beim «Gelben Engel»

Ein weiterer Betrugsversuch

Die ADAC-Zentrale in München.
Hat der ADAC nun auch Steuerschulden? © dpa

Laut dem Abschlussbericht des Unternehmens Deloitte wurden beim Autopreis «Gelber Engel» des ADAC lediglich in einer Kategorie manipuliert. Ein weiterer Manipulationsversuch wurde von Mitarbeitern des Verkehrsclubs zurückgewiesen.

Bei der Verleihung des Autopreises «Gelber Engel» des ADAC ist nur in der Kategorie zum «Lieblingsauto der Deutschen» manipuliert worden. Das ergab der Abschlussbericht des mit der Untersuchung beauftragten Unternehmens Deloitte, der am heutigen Dienstagnachmittag der Öffentlichkeit vorgestellt wird. «In unseren Untersuchungen der neun weiteren Kategorien des 'Gelben Engel' konnten wir auf Grundlage der uns vorliegenden Daten und Informationen keine Hinweise auf erfolgte Manipulationen finden. Allerdings ist deutlich erkennbar, dass im Laufe der vergangenen zehn Jahre die Bewertungskriterien für einzelne Kategorien teilweise mehrfach verändert worden sind», sagte Frank Marzluf, Partner Forensic bei Deloitte.

Weiterer Manipulationsversuch durch Ramstetter

Das Unternehmen hatte im Rahmen der Untersuchungen 48 Interviews geführt sowie 69.000 Dateien von IT-Geräten systematisch ausgewertet. Und gerade bei der Analyse der E-Mail-Korrespondenz des damaligen Kommunikationschefs Michael Ramstetter tauchte ein weiterer Manipulationsversuch auf.

Der mittlerweile zurückgetretene Chefredakteur der Zeitschrift «ADAC Motorwelt» hatte einen Kollegen aus dem ADAC Ressort «Test & Technik» angefragt, ob die Platzierung eines spezifischen Fahrzeugs in der Testkategorie Reiselimousine 2014 nicht vom zweiten auf den ersten Platz geändert werden könne, teilte der ADAC am Vormittag mit. Dieser Versuch wurde von dem Mitarbeiter mit dem Hinweis auf die bereits veröffentlichten Testberichte zurückgewiesen. In dieser Kategorie gewann der BMW 520d vor dem Mercedes E220 BlueTec.

ADAC bereitet juristische Schritte vor

Gegen Ramstetter bereitet der ADAC auf der Grundlage des Abschlussberichtes arbeits- und zivilrechtliche Schritte vor, denen weitere folgen könnten. Der Verkehrsclub atmet zunächst einmal auf, dass keine weitere Manipulationen erfolgt sind, bedauert aber diese ein zutiefst.

«Die nachgewiesenen Fälschungen haben das Vertrauen in den ADAC im Kern erschüttert. Wir arbeiten jetzt mit voller Kraft an einem Neubeginn», sagte August Markl, erster Vizepräsident des ADAC und derzeit kommissarischer Vorsitzender des ADAC-Präsidiums, «der ADAC muss sich von innen heraus erneuern, um die verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.» (AG/TF)