Motorrad: Mehr Sicherheit durch Airbag-Jacken

Bei praktischen Crashtests des ADAC konnten die Airbag-Westen ihr Schutzpontenzial unter Beweis stellen © ADAC / Uwe Rattay

Motorrad fahren ist gefährlich, neue Schutzbekleidung mit integrierten Airbags soll für mehr Sicherheit sorgen. Drei verschiedene Modelle haben den ADAC-Crashtest durchlaufen.

Allein im vergangenen Jahr starben bei Unfällen mit Motorrädern in Deutschland 542 Menschen. Diese Zahl zeigt: Motorrad fahren ist ein gefährliches Hobby, denn sie werden von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen und sind deutlich schlechter geschützt als Autofahrer. Zum einen fehlt ihnen der Schutz der Karosserie und zum anderen verfügen sie im Gegensatz zu einem Auto über keine Airbags. Obwohl sie schon länger in allen Neufahrzeugen verbaut werden, gilt in Deutschland übrigens keine Airbagpflicht. Doch mittlerweile können auch Motorradfahrer vom Schutz der Airbags in Form einer Jacke oder Weste profitieren.


So bieten immer mehr Hersteller Airbag-Bekleidungssysteme an. Wie gut diese schützen, hat der ADAC nun in einem Crashtest untersucht. Alle drei getesteten Modelle konnten überzeugen und wurden mit “gut” bewertet. Bei einem Unfall bieten sie zusätzlichen Schutz im Brust- und Rückenbereich bis zu einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern.

Gleicher Schutz, Unterschiedliche Handhabung

Beim Crashtest wurden diese Modelle getestet: das Tech-Air Street-e System von Alpinestars, die D-Air Street Smart JKT von Dainese und die eVest von HELD / In&Motion. Die drei Jacken brauchen je circa 80 Millisekunden von der Aktivierung bis zum vollständigen Aufblasen der Airbags, man spricht von der Interventionszeit.

Der ADAC hat für alle drei Testkandidaten durchweg gute Noten vergeben

Bei einem Zusammenstoß mit einem Auto füllen sich so bereits vor dem Aufprall die Airbags bei allen drei Systemen mit Luft. Sicher sind sie somit alle, die Unterschiede machen sich eher in der Handhabung bemerkbar. Nach einem Unfall muss man bei den Modellen von Alpinestar und Dainese zur Wiederinstandsetzung zum Händler beziehungsweise zum Hersteller. Die Weste von Held/In&Motion wiederum kann vom Nutzer selbst wieder in Stand gesetzt werden. Wer zwar auf Airbag Schutz setzen aber beim Motorradfahren nicht auf sein Lederoutfit verzichten will, kann dies nur mit der Weste von Dainese. Die beiden anderen Systeme funktionieren nur in eigenen kompatiblen Jacken.

Die Technik hat sich verbessert

Die erste Airbag-Jacke von Dainese wurde durch den ADAC bereits 2013 getestet. Die Sensorik musste damals noch fest am Fahrzeug installiert werden. Die Jacke bot nur mit dem aufgerüsteten Motorrad Schutz. Inzwischen müssen keine zusätzlichen Komponenten mehr verbaut werden. Alle getesteten Jacken verfügen über eine eigenständige Sensorik und sind autonom nutzbar.

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