ACE geht juristisch gegen ADAC-Werbung vor

Klage wegen Wettbewerbsverstoßes

Dem ADAC droht möglicherweise ein neuerlicher Skandal.
Dem ADAC droht möglicherweise ein neuerlicher Skandal. © dpa

Ein Automobilclub klagt gegen den anderen: Der Auto Club Europa geht juristisch gegen den ADAC vor. Es soll ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vorliegen.

Der Auto Club Europa (ACE) klagt wegen eines Werbefotos gegen den größeren Konkurrenten ADAC. Beim Landgericht Stuttgart habe der Club eine einstweilige Verfügung wegen Wettbewerbsverstoßes beantragt, sagte ein ACE-Sprecher am Donnerstag und bestätigte einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung». Die Klage richte sich gegen ein Anzeigen-Foto: Es zeigt die gelben ADAC-Einsatzfahrzeuge, eingerahmt von einem Notarztwagen, einem Feuerwehr- und Polizeiauto. «Wir helfen Helfen» steht darüber gedruckt.

«Unser Konkurrent meint, sich mit der Polizei gleichsetzen zu können, das ist nicht in Ordnung», sagte der Sprecher. Das führe den Verbraucher in die Irre, denn der ADAC habe nicht den Status als Helfer von Polizei und Rettungsdiensten. «Das Gesetz verbietet jede Verquickung öffentlicher Interessen und privater wirtschaftlicher Interessen», so der Sprecher weiter.

ADAC: Kein Verstoß gegen Wettbewerbsrecht

In der angeprangerten Werbeanzeige werde die mit staatlichen Hoheitsaufgaben betraute Polizei für eigene wirtschaftliche Interessen gezielt eingespannt. «Deshalb gehen wir dagegen juristisch vor, nicht zuletzt auch deshalb, weil wir als Autoclub im Wettbewerb stehen und unsere Konkurrenz sich offenbar Vorteile zu verschaffen versucht» so der ACE-Sprecher.

Der ADAC weist die Vorwürfe als «inhaltlich unbegründet» zurück. «Die Anzeige verstößt aus unserer Sicht nicht gegen das Wettbewerbsrecht», teilte der Verband auf Anfrage mit. «Das Anzeigenmotiv thematisiert die ADAC-Kernleistung "Hilfe", die der Club seit 111 Jahren erbringt.» Den Streit der Pannenhelfer muss jetzt das Gericht entscheiden. (dpa)