ABS verringert Unfälle von Motorradfahrern

ADAC-Unfallforschung

Die BMW R 1200 GS ist mit Abstand das erfolgreichste Motorrad in Deutschland © BMW

Ein Antiblockier-System (ABS) an Motorrädern kann Unfälle vermeiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der ADAC-Unfallforschung.

Es soll immer noch Motorradfahrer geben, die beim Kauf eines neuen Zweirades auf ABS verzichten. Dabei sollte mittlerweile jeder Biker mitbekommen haben, dass ein Anti-Blockier-System Leben retten kann. Nun gibt es eine aktuelle Studie der ADAC-Unfallforschung: Sie kommt zum Ergebnis, dass 21 Prozent aller Motorradunfälle hätten vermieden beziehungsweise deren Folgen gemindert werden können, wenn denn das Motorrad mit einem ABS-System ausgerüstet gewesen wäre, wie der Automobilclub jetzt mitteilte.

Laut dem ADAC wären 45 Prozent aller Unfälle, in die nur ein Motorrad involviert war, durch ABS zu vermeiden gewesen. Deshalb fordert der ADAC vor dem Hintergrund einer deutlich verbesserten Verkehrssicherheit, dass dieses System für alle Motorradmodelle angeboten wird.

Motorradfahrer müssen Bremsen mit ABS lernen

Die Vorteile des ABS liegen dabei auf der Hand: es zeichnet sich insbesondere in Situationen aus, in denen der Zweiradfahrer die Beschaffenheit des Untergrunds nicht richtig abschätzen kann und deshalb aus Furcht vor einem Sturz nicht beherzt bremst und somit nicht optimal verzögert. „Aber auch andere Fahrfehler, wie Überbremsen oder Schreckbremsung, können durch das Fahrerassistenzsystem wirksam verhindert“, so der ADAC.

Wer an seinem Motorrad über ABS verfügt, sollte dessen Bedienung aber in Trainingskursen lernen. „Durch praktische Bremsübungen ist der Biker besser auf kritische Verkehrssituationen vorbereitet.“

Der neuen Studie des ADAC liegen seit 2005 gesammelte Daten zu Grunde, darunter befinden sich 1507 Unfälle mit der Beteiligung eines Motorradfahrers. Davon entfallen 47 Prozent auf Alleinunfälle, bei 53 Prozent waren andere Verkehrsteilnehmer beteiligt, darunter Kollisionen mit Pkw. Deren Fahrer unterschätzen häufig die Geschwindigkeit eines Bikers und nehmen ihn zu spät war.

Zur Erhöhung der Sicherheit reiche es laut dem ADAC aber nicht aus, Motorräder nur mit ABS auszustatten. Vielmehr müsse die Politik auch dafür Sorge tragen, die Fahrbahnbelege vor Kurven zu überprüfen. So stellt nach wie Bitumen bei feuchter Straße eine große Gefahr für Zweiradfahrer dar. Zugleich sollten Sichtbehinderungen an Verkehrsknotenpunkten oder Kreuzungen entfernt werden. Die EU hat für Zweiräder über 50 ccm ABS ab 2016 zur Pflicht gemacht.

Eine Regelung, die angesichts des Sicherheitsgewinns für Zweiradfahrer eigentlich viel früher kommen müsste, wie Helmut Klein vom Technikzentrum des ADAC in Landsberg am Freitag der Autogazette sagte. Derzeit liegt die Ausstattungsquote mit ABS bei rund 15 Prozent. "Wir würden es begrüßen, wenn die ABS-Pflicht früher kommen würde als bislang geplant. Dadurch könnten jährlich bis zu 500 Menschenleben geretettet werden", so Klein. (AG/FM)