Autobauer fordern Investitionen in Ladeinfrastruktur

PSA-Chef Carlos Tavares. Foto: dpa
PSA-Chef Carlos Tavares. © dpa

Europas Autobauer haben sich für eine stärkere Förderung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ausgesprochen. Insbesondere bei der Infrastruktur müsse sich was tun.

«Von unserer Seite bieten wir eine immer weiter wachsende Auswahl an alternativ angetriebenen Autos für die Kunden», sagte Carlos Tavares, Verbandspräsident des europäischen Herstellerverbandes Acea und Vorstandschef der französischen Opel-Mutter PSA, am Mittwoch auf der Automesse IAA in Frankfurt.


«Gleichzeitig müssen sich die Regierungen in der EU dieser Geschwindigkeit anpassen, mit der wir diese Fahrzeuge auf den Markt bringen, indem sie ihre Investitionen in Infrastruktur dramatisch aufstocken», forderte Tavares. «Mehr noch: Sie müssen auch nachhaltige Kaufanreize setzen, die konsistent in der gesamten EU sind.»

145.000 Ladestationen europaweit

Einer Studie des Verbands zufolge gab es 2018 in der gesamten Europäischen Union weniger als 145 000 Ladepunkte für Elektroautos. Das seien zwar drei Mal so viele wie vor fünf Jahren. 2030 würden aber mindestens 2,8 Millionen Ladepunkte benötigt – eine Verzwanzigfachung des derzeitigen Stands. Zudem sei die Verfügbarkeit der Infrastruktur in der EU sehr ungleich verteilt, mit dem Schwerpunkt auf den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Es gebe einen klaren Zusammenhang zwischen der Kundenakzeptanz von Elektroautos und der Anzahl von Ladepunkten.

Der europäische Lobbyverband der Hersteller sieht sich mit den verschärften Abgasregeln der EU für den CO2-Ausstoß 2021 und danach bis 2030 konfrontiert. Spätestens 2021 soll der Kohlendioxid-Ausstoß der neu verkauften Autos in der EU im Schnitt auf 95 Gramm je gefahrenen Kilometer zurückgehen. In der Zeit danach bis 2030 soll er um zusätzlich 37,5 Prozent sinken. Dazu muss der Absatz von emissionsärmeren Antrieben deutlich zulegen.

Entsprechend bringen die Hersteller derzeit nicht nur immer mehr reine Elektroautos auf den Markt, sondern auch immer mehr Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid. Gerade auch die schweren SUVs erhalten einen E-Motor zu Reduktionen ihrer Emissionen. Verfehlen Herstellern den Flottenverbrauch von 95 g/km, müssen sie Strafzahlungen leisten. (AG/dpa)

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