21. Juni 2017

Aufholjagd wird fortgesetzt ZF stärkt Marktposition durch Partnerschaft mit Hella

ZF-Chef Stefan Sommer (l.) und Hella-Chef Rolf Breidenbach.
ZF-Chef Stefan Sommer (l.) und Hella-Chef Rolf Breidenbach. © ZF

ZF beschleunigt das Tempo, um auf die führenden deutschen Autozulieferer Bosch und Continental aufzuschließen. In Bratislava gab der Friedrichshafener Konzern eine strategische Partnerschaft mit Hella bekannt.




Von Frank Mertens

Erst NVIDIA, Astyx, dann Faurecia und nun Hella. Bei seiner Aufholjagd auf die führenden deutschen Autozulieferer Bosch und Continental ist der Friedrichshafener Konkurrent ZF den nächsten Schritt gegangen. Nach seinem zuletzt erfolgten 45-prozentigen Einstieg beim bayerischen Radarsensoren-Hersteller Astyx hat der Konzern nun eine strategische Partnerschaft mit Hella geschlossen.

Diese Zusammenarbeit soll dazu beitragen, die Marktposition von ZF zu stärken. „Sie strategische Zusammenarbeit mit Hella bei der Sensortechnologie verbessert unsere Position als kompletter Systemanbieter für moderne Assistenzsysteme wie auch für autonome Fahrfunktionen“, sagte ZF-Chef Stefan Sommer bei der Vorstellung der Partnerschaft in Bratislava. Auf dem nahegelegenden Fahrsicherheitszentrum im österreichischen Pachfurth präsentiert ZF an diesem Mittwoch seine neusten Innovationen wie eine Hinterachslenkung.


Schnelleres Agieren möglich

Durch die offene Kooperation mit dem aus Lippstadt kommenden Unternehmen Hellla, der neben seinen Lichtsystemen für seine Sensoren bekannt ist, versprechen sich Sommer und Hella-Chef Rolf Breidenbach schnelleres Agieren auf dem Weg zu einem führenden Anbieter für hochleistungsfähige Assistenzsysteme und autonome Fahrfunktionen. Wie Breidenbach hinzufügte, würde die Partnerschaft mit ZF die Position von Hella als Anbieter von Bildbearbeitungssoftware und Radarsensortechnologie stärken.

Auf dem Weg zum autonomen Fahren und der Vision Zero, dem unfallfreien Fahren, kommen den kameragestützten Assistenzsystemen auch für eine gute Bewertung beim EuroNCAP eine wichtige Rolle zu, wie Sommer hinzufügte. Als erstes Ergebnis der am gestrigen Dienstag geschlossenen Partnerschaft wollen beide Unternehmen bis 2020 den Autobauern ein entsprechendes Produkt anbieten. Während Hella dafür die Software zuliefert, kommt von ZF die entsprechende Hardware. Daneben ist geplant, mit der Kompetenz von Hella bei den 360 Grad-Surround-View-Radarsystem und den Radarsystemen von ZF für mittlere und hohe Reichweiten eine neue Systemlösung zu offerieren.

Wie Breidenbach sagte, sei diese Zusammenarbeit für Hella so wichtig, weil die Autoindustrie vor enormen Veränderungen stehen würde. Es seien Veränderungen, die alle Zulieferer fordern würden. Diese „disruptiven Veränderungen“ seien so schnell gekommen, dass man sie so gar nicht kalkulieren konnte, sagte Sommer. Der ZF-Chef verwies in diesem Zusammenhang auf die steigende Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen wie Plug-in-Hybriden und E-Autos.



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