12. September 2017

Auftritt auf der IAA ZF: Mit einer Vision zu null Unfällen und null Emissionen

Konzernchef Stefan Sommer.
Konzernchef Stefan Sommer. © Mertens

Der Zulieferer ZF hat eine Mission. Die Friedrichshafener arbeiten an der Vision Zero, null Unfälle, null Emissionen.




Im vergangenen Jahr kamen 1,25 Millionen Menschen bei Unfällen ums Leben. Es ist eine erschreckende Zahl, hinter der jeweils ein menschliches Schicksal steht. Stefan Sommer, der Chef des Zulieferers ZF, will diese Zahl mit Technologien seines Konzerns reduzieren, im Idealfall auf null bringen. „Vision Zero ist unser klar definiertes Ziel. Wir wollen zu null Unfällen, zu null Emissionen kommen“, sagte Sommer zum Auftakt der Pressetage der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main.

In Messehalle 8 zeigt das Friedrichshafener Unternehmen, wie es dazu beitragen will, diese Vision Realität werden zu lassen. Die Bemühungen reichen beispielsweise von intelligenten Rückhaltesystemen, einem intelligenten Getriebe bis hin zu Fahrassistenzsystemen wie einem Distraction Assist (einem Ablenkungs-Assistenten) oder dem Wrong-way-inhibit. Ein System, mit dem Geisterfahrten vermieden werden sollen.


Technologie ist im Vision Zero Vehicle verbaut

Diese Assistenzsysteme hat der Zulieferer auch in seinem so genannten Zero Emission Vehicle verbaut. Basis dieses Fahrzeugs ist ein VW Touran, der mit Technologien unterwegs ist, die das Autofahren nicht nur sicherer, sondern auch emissionsfrei machen sollen. Wer beispielsweise auf einer Autobahnzufahrt in die falsche Richtung fahren will, wird darüber vom Wrong-way-inhibit gewarnt. Erfolgt auf die Warnung keine Reaktion, bremst das Fahrzeug automatisch ab. Wie das System in der Realität funktioniert, konnten die Besucher auf dem Messegelände bei einer Demonstration des Vision Zero Vehicle erleben. Wer sich die Funktionalitäten im Einsatz anschaut, ist überrascht, wie viel die Systeme bereits heute können - und das mit emissionsfreiem Antrieb. So verfügt das Vision Zero Vehicle über ein elektrisches Achsantriebssystem mit 150 kW Leistung. Die kompakte Antriebseinheit kombiniert die elektrische Maschine mit einem zweistufigen Ein-Gang-Stirnradgetriebe.

„Auf dem Weg zu Vision Zero gibt es Etappenziele, Ziele, aber keine Standspur“, betonte Sommer. Das Ziel Vision Zero ist ein Kampf mit offenem Ausgang. Denn die Unfallfreiheit setzt voraus, dass alle Fahrzeuge nicht nur vernetzt, sondern auch autonom unterwegs sind. Doch bisher ist die Branche noch längst nicht so weit . Entsprechend hält sich Sommer mit der Nennung konkreter Daten, zu denen dieses Ziels erreicht werden kann, zurück.

Die Anstrengungen auf dem Weg zur Vision Zero werden nach und nach gesteigert. Allein im zurückliegenden Jahr hat der Zulieferer zwei Milliarden Euro in seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit gesteckt. "Diese Ausgaben werden wir Jahr für Jahr steigern", sagte der ZF-Chef. Finanziell ist ZF dafür bestenes aufgestellt. Im Vorjahr machte man einen Umsatz von 36 Milliarden Euro, der auch in diesem Jahr wieder gesteigert werden soll. (AG/FM)



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