30. März 2017

Einstieg bei Radarsensoren-Hersteller Autozulieferer ZF stärkt Know-how beim autonomen Fahren

ZF-Chef Stefan Sommer setzt seine Einkaufstour fort.
ZF-Chef Stefan Sommer setzt seine Einkaufstour fort. © dpa

Der Autozulieferer ZF hat das zurückliegende Jahr mit einem 20-prozentigem Umsatzplus beendet. Unterdessen setzen die Friedrichshafener ihre Einkaufstour fort und steigen beim Radarsensoren-Hersteller Astyx ein.




Nach dem Kauf des US-Zulieferer TRW Automotive im Jahr 2015 für rund 12,4 Milliarden US-Dollar setzt der Friedrichshafener Zulieferer ZF seinen Expansionskurs fort. So steigt das Unternehmen mit rund 45 Prozent am bayrischen Radarsensoren-Hersteller Astyx ein, wie ZF-Vorstandschef Stefan Sommer am Donnerstag in Friedrichshafen am Bodensee sagte. Die Firma aus Ottobrunn produziert nach eigenen Angaben Höchstfrequenz-Sensoren und -Module unter anderem für die Automobilindustrie.


Weitere Schlüsseltechnologie

„Nach dem Einstieg in die Lidar-Technologie im vergangenen Jahr erweitern wir nun unseren Zugriff auf eine weitere Schlüsseltechnologie der Umfeld- und Objekterkennung“, fügte Sommer hinzu. „Die Radar-Technologie von Astyx ergänzt unsere bisherigen, vor allem für Fahrerassistenzfunktionen wie etwa die Abstandsregelung eingesetzten Radar-Aktivitäten hervorragend – und aus der Fusion der Daten von Radar-, Lidar- und Kamera-Sensoren ergibt sich eine perfekte Umgebungswahrnehmung als Voraussetzung für das autonome Fahren.“ Durch den Einstieg bei Astyx würde man die noch bestehenden weißen Flecken im Technologie-Portfolio abdecken und so seiner Vision des unfallfreien Fahrern ein Stück näher kommen, fügte der ZF-Chef hinzu.

Wie Astyx-Geschäftsführer Günther Trummer betonte, freue man sich auf die Zusammenarbeit mit einem starken Partner wie ZF, „der zielstrebig die Megatrends Sicherheit und autonomes Fahren gestaltet“. Mit Blick auf das zurückliegende Geschäftsjahr konnte Sommer einen um 20,6 Prozent gestiegenen Konzernumsatz auf 35,2 Milliarden Euro vermelden. Diese Steigerung ist auch darauf zurückzuführen, dass die Zahlen von TRW 2016 erstmals komplett in die ZF-Bilanz einflossen.

Wie ZF mitteilte, habe man seine Schulden aus der TRW-Übernahme um 1,6 Milliarden Euro abgetragen. Das EBIT-Ergebnis wuchs um 6,4 Prozent von 1,6 auf 2,2 Milliarden Euro. „Unsere gute Ertrags- und Finanzkraft im Jahr 2016 sowie unser starker Free Cashflow von über 2 Milliarden Euro erlauben es uns, die Schulden aus dem TRW-Kauf rasch zu reduzieren und gleichzeitig in Zukunftstechnologien zu investieren“,so ZF-Finanzvorstand Konstantin Sauer. Für das Jahr 2017 erwartet ZF einen Umsatz von 36 Milliarden Euro. (AG/FM)



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