6. September 2011

Fahrbericht Ab 50.000 Euro Knaus Sky Ti 700 MX: Wohlfühlatmosphäre pur

Der Knaus Sky Ti 700 M ist angenehm zu steuern
Der Knaus Sky Ti 700 M ist angenehm zu steuern © mid

Heimisch fühlen sich mobile Urlauber im geräumigen Knaus-Reisemobil Sky Ti 700 MX. Das Freizeitfahrzeug weist viel Platz auf und verbreitet mit einem französischen Bett im Heck Wohlfühlatmosphäre.




Von Uwe Schmidt-Kasparek

Charmant! Diesen ersten Eindruck vermittelt das Knaus-Reisemobil Sky Ti 700 MX beim Einsteigen. Die hellen Hölzer sind elegant mit dem Parkettboden abgestimmt. Durch die Seitentür gelangt der Reisende sofort in die Küche. Esszimmer im Bug sowie Schlafzimmer und Bad im Heck werden optisch jeweils durch ein einstufiges Podest abgetrennt. Die Außenlänge von 7,47 Meter wird innen voll ausgenutzt. Gleichzeitig vermittelt die Stehhöhe von zwei Metern ein gutes Raumgefühl. Mit zwei Handgriffen schwenkt man ohne anzuecken die beiden Pilotensitze zum Esstisch. Der lässt sich wie von Zauberhand verbreitern und verlängern. So entsteht eine sehr bequeme quadratische Essecke für vier Personen.


Großes französisches Bett

Das größte Highlight erwartet den Wohnmobilisten im Heck des Fahrzeuges: ein 1,40 Meter mal 1,92 Meter großes französisches Bett. Unbenutzt kann es etwa dreißig Zentimeter an die Wand geschoben werden. Dann entsteht rundum mehr Bewegungsfreiheit. Ebenso intelligent ist der multifunktionale Toilettenraum eingerichtet: Auch bei ihm gibt es eine "Ruhestellung", in der die Wand einige Zentimeter eingeschoben wird und dadurch außen ein breiterer Durchgang entsteht. Kinder können dann immer noch bequem auf das stille Örtchen gehen.

Voll ausgezogen entsteht ein vollwertiger Toilettenraum. Wird die Tür ganz zur Küche hin geöffnet, schließt sie dort den Durchgang und schafft ein französisches Schlafgemach mit Toilette und Dusche. Mittels zusätzlichem Vorhang lässt sich der Schlafraum nochmals vom Hygienebereich trennen.

Fiat Ducato benötigt 12,2 Liter auf 100 Kilometern

Ein großes Bett bietet der Knaus
Ein großes Bett bietet der Knaus © mid

Als Fahrer- und Beifahrersitz verhindern die beiden Pilotensitze auch nach mehrstündiger Fahrt jeden Rückschmerz. Das Mobil liegt trotz seine Länge und Breite (2,34 Meter) sehr ruhig auf der Fahrbahn. Dank seiner soliden Aufbauhöhe von 2,75 Meter gibt es keine Seitenwindempfindlichkeit. Angetrieben von einem 2,3-Liter-Diesel mit 96 kW/130 PS des italienischen Fiat Ducato beschleunigt der mit vier Personen und vollem Reisegepäck beladene Vier-Tonner sehr dynamisch - selbst wenn es mal steiler bergauf geht. Mit einem Verbrauch laut Bordcomputer von 12,2 Litern Diesel bei zügiger Fahrt ist das Freizeitfahrzeug dank seiner guten Aerodynamik sogar recht sparsam.

Ein Problem für großgewachsene Fahrer kann allein die tiefstehende Sonne werden: Die Sonnenblende stößt zu früh an die Schiene der Verdunklungsgardinen und lässt sich somit nicht optimal aufklappen. Die Beifahrersitze sind dank eines gummierten Untergrunds rutschfest. Allein eine ausklappbare Armlehne wäre für den äußeren Fondsinsassen wünschenswert, falls es doch mal scharf in die Kurve geht.

Außenleuchte mit Bewegungsmelder

Guter Zugriff an die Außentanks des Knaus
Guter Zugriff an die Außentanks des Knaus © mid

Die Anschlüsse sind weitgehend unproblematisch. Toll ist die neue große Außenserviceklappe. Sie erlaubt nicht nur guten Zugriff auf den 100-Liter-Frischwassertank und die Sperrhähne für alle Tanks, sondern lässt auch das Stromkabel regen- und vandalismussicher durch eine Bodenklappe einstöpseln. Allein die derzeitige Wasserpumpe ist deutlich "zu schwach auf der Brust". Hier sollten die Knaus-Techniker nochmals nachlegen. Zwar mangelt es beim Geschirrabtrocknen etwas an Ablagefläche, dafür ist der Küchenstauraum durch große ausziehbare Körbe optimal. Auch der nach hinten verschobene, tief eingelassene dreiflammige Gasherd ist eine Idee, die bestimmt von einer Küchenfee stammt, die gerne Platz zum Zubereiten der Speisen hat. Praktisch ist der hoch eingebaute 190-Liter-Kühlschrank mit separatem Eisfach.

Tagsüber sorgen viele Fenster, ein Panoramadach und vier weitere Dachluken für Helligkeit im Innenraum. Für den äußeren Fondspassagier wäre jedoch ein Fenster nach rechts – hier böte sich die Eingangstür an – bestimmt eine Wohltat. In der Nacht verursachen viele Spots, Leuchtleisten und Deckenfluter eine anheimelnde Atmosphäre. Auch zwei kleine Stufenlampen verhindern bei nächtlichen Gängen Stürze. Die Außenleuchte kann in den Modus Bewegungsmelder geschaltet werden.

Topausstattung des Knaus für 65.000 Euro

Zwei Erwachsene und zwei Kinder reisen problemlos im Knaus
Zwei Erwachsene und zwei Kinder reisen problemlos im Knaus © mid

Problematisch bleibt allein, das bei einer Vier-Besatzung zwei Personen in der Nacht aus der Mittelbank ein Bett bauen müssen, das mit Abmessungen von 2,12 Meter zwar lang, aber mit 1,23 Meter nicht gerade breit ist. Doch für kürzere Fahrten mit Kleinkindern ist das Reisemobil durchaus ein Vier-Personen-Gefährt. Das zeigt sich auch im Preis: Mit Top-Ausstattung kostet der Sky Ti MX 700 rund 65.000 Euro, was sich doch deutlich vom Basispreis mit 50.990 Euro unterscheidet.

Doch wer hohen Fahrkomfort, etwa die notwendige Klimaanlage im Fahrerhaus, nicht missen möchte, muss eben deutlich tiefer in die Tasche greifen. So schlägt beispielsweise das Sky Ti Paket, das die notwendige Insektenschutztür und die gesundheitsschonenden Pilotensitze beinhaltet, mit 1390 Euro Aufpreis zu Buche. Und die erweiterte Stehhöhe im "Raumbad" durch ein Glasdach und das attraktive Holzrost für die Duschwanne kosten knapp 300 Euro zusätzlich. Doch solche Investitionen rentieren sich. Sie werden nämlich durch ein hohes Wohlgefühl in Heller und Cent zurückgezahlt. (mid)




Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.