21. April 2017

Richter billigt Milliarden-Vergleich VW nimmt nächste Hürde im Dieselskandal

VW hat die nächste Hürde genommen.
VW hat die nächste Hürde genommen. © dpa

Der Autobauer VW hat bei der Aufarbeitung des Dieselskandals die nächste Hürde genommen. Ein US-Bundesrichter billigte einen Milliarden-Vergleich mit dem US-Justizministerium zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen.




Volkswagen hat bei der rechtlichen Aufarbeitung des Dieselskandals eine weitere wichtige Hürde genommen. In den USA segnete der zuständige Richter am Freitag einen Vergleich mit dem US-Justizministerium über insgesamt 4,3 Milliarden Dollar (4,0 Milliarden Euro) zur Beilegung strafrechtlicher Ermittlungen ab. Der Konzern hatte im Januar ein Schuldbekenntnis abgegeben und damit Straftaten wie Verschwörung zum Verstoß gegen Umweltgesetze und Behinderung der Justizbehörden eingeräumt.


Dreijährige Bewährungsfrist

Der Kompromiss mit dem Ministerium sieht eine Strafe von 2,8 Milliarden Dollar wegen krimineller Vergehen und 1,5 Milliarden Dollar an zivilrechtlichen Bußgeldern sowie eine dreijährige Bewährungszeit für VW vor. In dieser Zeit werden die Geschäfte von einem unabhängigen Prüfer beaufsichtigt. Den Job wird der Jurist und ehemalige US-Staatssekretär Larry Thompson übernehmen. Mit der Urteilsverkündung ist der Vergleich besiegelt, es laufen aber weiter Ermittlungen im «Dieselgate»-Kriminalfall.

Die US-Justiz will mindestens ein halbes Dutzend VW-Manager wegen Mitwirkung am Abgas-Skandal strafrechtlich belangen. Allerdings befinden sich die meisten Angeklagten in Deutschland, von wo ihnen keine Auslieferung in die USA droht. Volkswagen hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, die Abgaswerte zum Stickoxid-Ausstoß bei fast 600 000 Dieselwagen manipuliert zu haben. Für Vergleiche mit Klägern in den USA und Kanada nimmt der Konzern umgerechnet mehr als 22 Milliarden Euro in die Hand.(dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke VW

Abnahmefahrten in SüdafrikaNeuer VW Polo: Der Kleine probt den Aufstand

Der Golf ist der Bestseller bei Volkswagen. Daran wird sich auch nichts ändern. Obwohl: der neue Polo rückt jetzt ein Stück näher an seinen größeren Bruder heran. Das liegt besonders an einer Gemeinsamkeit.


Aktien schnellen nach obenVW-Kernmarke beschert Gesamtkonzern hohen Quartalsgewinn

Ausgerechnet die von der Diesel-Affäre belastete Kernmarke hat dem Volkswagen-Gesamtkonzern einen unerwartet hohen operativen Gewinn nach dem ersten Quartal beschert. Der erfolgreiche Marktstart des Tiguan gilt dabei als einer der Gründe für den Anstieg.


Drittes Modell feiert PremiereVW erweitert die I.D.-Familie

Volkswagen präsentiert auf der Automesse in Shanghai das dritte Modell der elektrischen I.D.-Familie. Der I.D. Crozz soll eine Schlüsselrolle in der Elektrostrategie der Wolfsburger einnehmen.



Mehr aus dem Ressort

Gegen PSA Peugeot Citroen wird ermittelt
Verdacht der VerbrauchertäuschungFranzösische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PSA

Die französische Justiz strengt nun auch Ermittlungen gegen PSA Peugeot Citroen wegen möglicher Täuschungen bei Abgaswerten an. Die künftige Opel-Mutter bestreitet Manipulationen.


BMW R 1200 GS Rallye
Zweistelliger Zuwachs im MärzBMW Motorrad steigert Absatz deutlich

Die Motorradsparte von BMW befindet sich auf Wachstumskurs. Die Münchner konnten im März die weltweiten Auslieferungen um fast elf Prozent steigern. Einen neuen Bestwert gab es auch im ersten Quartal.


Dieter Trzaska, Chef von Lada-Deutschland
Beschwerlicher Weg zum neuen Image«Lada wird immer Lada bleiben»

Lada will mit einem neuen Image nicht nur Förster und Gewerbetreibende in Deutschland erreichen. Im Gegensatz zur Stiefschwester Dacia bemüht sich die russische Marke dabei um Eigenständigkeit gegenüber den Anteilseignern der Renault-Nissan-Allianz.