VW Touran 2.0 TDI: Effizient und dynamisch

Gute Verbrauchswerte

Der VW Touran sorgt mit für erfreuliche Absatzzahlen. © VW

Der VW Touran ist Segmentführer bei den Großraum-Vans. Warum der Bestseller aus Wolfsburg die Konkurrenz so deutlich distanziert, zeigt unser Test mit dem 2.0 TDI BlueMotion Technologies.

Von Frank Mertens

Man versucht ihn immer wieder vom Thron zu stoßen, doch es will einfach nicht gelingen. Der VW Touran ist und bleibt der Bestseller bei den Großraum-Vans. Im Juli entschieden sich in Deutschland allein 5123 Kunden für den vor allem bei Familien beliebten Van aus Wolfsburg, insgesamt konnten sich die VW-Verantwortlichen allein auf dem Heimatmarkt in den ersten sieben Monaten des Jahres über deutlich mehr als 34.000 Verkäufe freuen. Der Opel Zafira kam gerade mal auf ein Drittel dieser Verkäufe. Man darf gespannt sein, ob die auf der IAA Mitte September vorgestellte Neuauflage des Opel Zafira Tourers den Touran zumindest etwas unter Druck setzen kann.

Selbstbewusster Einstiegspreis für Touran

Doch was macht den VW Touran so erfolgreich? Ein attraktiver Preis sicherlich nicht, denn für den Einstiegsbenziner, den 1.2 TSI mit 105 PS, muss der Kunde bereits 21.750 Euro auf den Tisch legen. Günstig sieht anders aus. Aber das scheint die Käufer nicht zu interessieren. Sie schätzen am Touran seine Variabilität. Serienmäßig verfügt er über fünf Sitze – und fünf Sitze meint auch fünf Sitze. Denn im Fond finden sogar drei Erwachsene bequem Platz.

Das Cockpit im VW Touran VW

Und wem das nicht reicht, kein Problem. Aus dem Fünf- kann auch ein Siebensitzer gemacht werden. Für die zwei im Ladeboden versenkbaren Einzelsitze werden jedoch 725 Euro fällig. Darüber hinaus bietet der Touran alles, worauf Kunden Wert legen, die ein familientaugliches Auto suchen. Da ist die in Längsrichtung verschiebbare Rückbank, leicht herausnehmbare Einzelsitze und ein Kofferraumvolumen, das von 695 bis zu 1989 Litern reicht. Über zu wenig Platz bei der Fahrt in den Urlaub braucht man sich im 4,39 Meter langen Touran also nicht beklagen.

Variabler Innenraum

Der Innenraum bietet alles, was man von einem VW erwartet: wertige Materialien, eine gute Verarbeitung und übersichtlich gestaltete Instrumente. Sie sind auch von denen intuitiv zu bedienen, die zuvor noch nie in einem VW gesessen haben. Wer im Touran Platz nimmt, fühlt sich auf Anhieb wohl. Die Sitze bieten einen guten Seitenhalt, sind allerdings ausgesprochen straff. Das muss man mögen.

In einem Familien-Van kommt den Ablageflächen entsprechend eine besondere Bedeutung zu. Es dürfen nicht zu wenige sein – und vor allem dürfen sie nicht zu klein sein. Doch auch hier gibt der Touran keinen Anlass zu Beschwerden. In den Seitentüren lässt sich problemlos eine 1,5 Liter-Flasche platzieren, am Dachhimmel gibt es eine Ablage für die Brille und zum guten Ton gehört es auch, dass es im Fahrzeugboden eingelassene kleine Ablagen gibt. Hier lässt sich ein MP3-Player oder anderer Kleinkrams vor neugierigen Blicken verstauen.

Doch wie schaut es mit den Fahrleistungen des von uns getesteten 2.0 TDI mit den spritsparenden BlueMotion Technologies (BMT) aus? Gut, sehr gut sogar. Der 140 PS starke Vierzylinder Common-Railmotor mit seinem tadellos arbeitenden manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe bietet selbst sportlich orientierten Fahrern sehr solide Fahrleistungen. So vergehen gerade einmal flotte 9,9 Sekunden bis Tempo 100 und für den Zwischensprint von 80 auf 120 km/h braucht der Touran 10,5 Sekunden. Mit seinem maximalen Drehmoment von 320 Nm, das zwischen 1750 und 2500 Touren anliegt, ist ein kraftvoller Antritt gewährleistet.

Gute Verbrauchswerte

Das Heck des VW Touran BlueMotion Technology VW

Wer möchte, kann also auch auf sportlich machen – das gut abgestimmte Fahrwerk lässt das ohne Probleme zu. Selbst in flotten Kurven gibt der immerhin 1,68 Meter hohe Van eine gute Figur ab, Wankbewegungen sind so gut wie keine feststellbar.

Wer sich für ein Spritsparauto wie den Touran BlueMotion Technologies entscheidet, erwartet natürlich moderate Verbrauchswerte. Versprochen werden vom Hersteller auch dank des sanft arbeitenden Start-Stopp-Systems im Durchschnitt 4,8 Liter. Am Ende der Testfahrten zeigte der Bordcomputer 5,3 Liter an, bei normaler Fahrweise. Das sind Werte, die einen mehr als zufrieden machen. Wer indes besonders effizient unterwegs ist und sich schön an die Schaltempfehlungen hält, der kann sogar Verbräuche knapp unterhalb der Herstellerangabe erreichen – keine schlechten Aussichten. Für unseren Testwagen in der Comfortline-Ausstattung ruft VW leider schon 29.200 Euro auf. Viel Geld, ohne Frage. Doch dafür bekommt der Käufer auch ein in allen Bereichen überzeugendes Auto vor die Tür gestellt.