10. März 2017

Expertise soll gebündelt werden VW-Konzern plant Kooperation mit Tata bei Entwicklung

Bernhard Maier, Matthias Müller, und Günther Butschek (v.l.)
Bernhard Maier, Matthias Müller, und Günther Butschek (v.l.) © VW

Der VW-Konzern will zukünftig bei der Entwicklung enger mit Tata kooperieren. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde gerade zwischen beiden Unternehmen unterzeichnet. Die Projektleitung liegt dabei bei Skoda.




Der VW-Konzern und der indische Konkurrent Tata wollen in der Entwicklung enger zusammenarbeiten. Eine Absichtserklärung für eine strategische Allianz sei von VW-Chef Matthias Müller, Skoda-Chef Bernhard Maier und Tata-Chef Günther Butschek unterzeichnet worden, teilte VW am Freitag in Wolfsburg mit.

Ziel dieser angedachten Kooperation sei es, die Expertise der beiden Autohersteller in der Entwicklung von gemeinsamen Fahrzeugkomponenten bis hin zu möglichen Fahrzeugkonzepten zu bündeln. Man strebe eine langfristige Partnerschaft auf dem indischen Subkontinent an. Finanzielle Details wurden nicht genannt.


Details werden geprüft

„Mit der beabsichtigen strategischen Partnerschaft mit Tata Motors wollen wir konzern- und markenübergreifend die Voraussetzungen schaffen, um kundenadäquate Mobilitätslösungen auch für die neuen, schnell wachsenden Automobilmärkte anbieten zu können, sagte Müller.

In den nächsten Monaten sollen die vertraglichen Rahmenbedingungen und Leitplanken der Zusammenarbeit im Detail geprüft und erarbeitet werden. Bis dahin sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Bereits seit vergangenem Sommer hatte es Berichte über eine mögliche Zusammenarbeit von VW und Tata gegeben.

Skoda übernimmt Verantwortung

Wie VW mitteilte, übernehme Skoda die Verantwortung für dieses Projekt. „Wir freuen uns auf das gemeinsame Projekt mit Tata Motors. Die Übertragung der Projektverantwortung an ŠKODA unterstreicht das große Vertrauen des Volkswagen Konzerns in die Leistungsfähigkeit unserer Marke, sagte Maier. Zum Start soll es zunächst um die Nutzung spezifischer Marktkenntnisse sowie lokaler Entwicklungsexpertise gehen. „Langfristig möchte der Volkswagen Konzern sein Produktportfolio in den schnell wachsenden Märkten weiter ausbauen“, heißt es.

„Wir freuen uns, unsere mit dem Volkswagen Konzern und ŠKODA angestrebte Partnerschaft zu verkünden. Wir sind überzeugt, dass durch diese Zusammenarbeit beide Unternehmen von den Stärken des jeweils anderen profitieren werden, indem wir Synergien schaffen sowie innovative und smarte Lösungen für Indien und die Überseemärkte entwickeln“, so Butschek. (AG/FM/dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke VW

Basis für den DieselskandalDeutsche Autohersteller unter Kartellverdacht

Das Unheil für deutsche Autobauer wird erweitert. VW und Co. sollen sich samt Zulieferern laut einem Medienbericht abgesprochen haben - auch der Dieselskandal könnte so begonnen haben.


Audi rüstet 850.000 Einheiten umVW-Chef Müller setzt sich für Diesel ein

Volkswagen-Chef Matthias Müller glaubt an eine Zukunft des Dieselmotors. Derweil liefert Audi ein Software-Update für 850.000 Fahrzeuge mit Sechs- und Achtzylinder-TDI.


China mit VerlustenVW nach erstem Halbjahr mit leichtem Zuwachs

Der VW-Konzern konnte im ersten Halbjahr des Jahres seine weltweiten Auslieferungen leicht steigern. Mit knapp 5,2 Millionen Fahrzeugen legt man um 0,8 Prozent zu.



Mehr aus dem Ressort

Statement des Autobauers«Fahrzeuge der BMW Group werden nicht manipuliert»

Es hat gedauert. Doch nun äußert sich auch BMW zum jüngsten Kartellvorwurf. Zugleich weist der Autobauer den Vorwurf der Abgasmanipulation zurück.


Bundesverbraucherminister Heiko Maas
Hersteller sollen für Schäden aufkommenMaas für Klagemöglichkeiten geschädigter Kunden

Heiko Maas wirbt für neue Klagemöglichkeiten der Verbraucher bei Massenanfällen wie beim Diesel-Skandal. Auch beim Kraftfahrtbundesamt sollte ein Verbraucherbeirat isntalliert werden, sagte der Bundesverbraucherminister.


Alexander Dobrindt neu Aufmacher dpa
Vor dem «Diesel-Gipfel» Dobrindt: Millionen-Fonds für umweltfreundliche Mobilität

Alexander Dobrindt will einen Fonds in dreistelliger Millionenhöhe für eine umweltfreundliche Mobilität in den Städten einrichten. Die Autohersteller sollen sich dabei an den Kosten beteiligen.