8. Januar 2015

10.000 Einheiten für 2015 als Ziel Erdgasinitiative freut sich über «Weihnachtsgeschenk»

Das wachsende Angebot von Erdgasfahrzeugen erzeugt Aufbruchsstimmung.
Das wachsende Angebot von Erdgasfahrzeugen erzeugt Aufbruchsstimmung. © Skoda

Die Zahl der neu zugelassenen Erdgasfahrzeuge hat in den letzten Monaten ein Tal durchschreiten müssen. Außerordentlich optimistisch geht es laut Geschäftsführer Timm Kehler vom Verband erdgas mobil trotzdem ins neue Jahr.




Von Thomas Flehmer

Das alte Jahr wurde mit einer weiteren Delle beendet. Lediglich 621 Autofahrer in Deutschland entschieden sich im Dezember für den Kauf eines mit Erdgas betriebenen Neuwagens, insgesamt waren es im abgelaufenen Jahr 8195 Neuzulassungen. «Sicherlich lassen die reinen Absatzzahlen Luft nach oben», sagt Timm Kehler, Geschäftsführer von der Initiative führender Energieversorgungsunternehmen «erdgas mobil» im Gespräch mit der Autogazette, «wir haben aber Rückenwind erhalten.»


«Verabschiedung garantiert stabile Rahmenbedingungen»

In dem Anfang Dezember verabschiedeten «Aktionsprogramm Klimaschutz 2020» hat das Bundeskabinett die Verlängerung der Steuerbegünstigung für Erdgas und Bio-Erdgas als Kraftstoff angekündigt, die ursprünglich noch bis 2018 gilt. «Das war für uns ein Weihnachtsgeschenk der Bundesregierung», sagt Kehler.

Durch die Verlängerung der Steuerbegünstigung werde die «spürbare Kaufzurückhaltung der Kunden» niedriger ausfallen, da bei einem Kauf in diesem Jahr die Begünstigung auch noch nach dem dritten Betriebsjahr des Fahrzeuges gelte. «Deshalb war die Verabschiedung am 3. Dezember ganz wichtig, da es stabile Rahmenbedingungen garantiert», so Kehler.

«10.000 Einheiten werden wir sicherlich schaffen»

Neben den politischen Entscheidungen kommt die Aufbruchsstimmung der Hersteller dem Verband entgegen. «Die Markteinführungen der Erdgasmodelle im letzten Jahr wird sich auch bei den Absatzzahlen niederschlagen», sagt Kehler. Neben den vielen Erdgas-Fahrzeugen von VW werden auch die Angebote von VW-Tochter Skoda zur Absatzsteigerung führen.

Kehler hält die bereits vor Monatsfrist im Interview mit der Autogazette angekündigten 10.000 Erdgasfahrzeuge pro Jahr bereits in diesem Jahr möglich, rund 20 Prozent mehr als im abgelaufenen Jahr. «Das werden wir sicherlich schaffen.» Der Geschäftsführer denkt dabei auch an die Flottenmanager, die neben der Wirtschaftlichkeit auch immer mehr die Umweltfaktoren im Blick haben müssen und nun aus einem größeren Angebot schöpfen können.

Stabile Zulassungszahlen für Erdgas-Nutzfahrzeuge

Aufgrund dieser Perspektive ärgert sich Kehler auch nicht, dass 2014 erstmals mehr Elektro- als Erdgasfahrzeuge verkauft wurden, und zwar ganze 322 Einheiten mehr. Angesichts des von Bundeskanzlerin Angela Merkels angekündigten Ziels von einer Million Elektrofahrzeuge ein eher zu vernachlässigendes Ergebnis. «Wir sind auch keine direkten Wettbewerber», sagt Kehler deshalb. Auch wenn dieses unter der Berücksichtigung der CO2-Emissionen nicht stimmt, denn 100 Prozent regenerativ erzeugtes Bio-Erdgas senkt die Emissionen um bis zu 97 Prozent.

Weiteren Rückenwind hinsichtlich einer Kaufzurückhaltung erhält der Kraftstoff Erdgas bereits in der Nutzfahrzeugbranche laut Kehler «mit stabilen Zulassungszahlen». Dort ist flüssiges Erdgas als Alternative zum Diesel immer stärker auf dem Vormarsch. Aber auch der gasförmige Kraftstoff hat sich etabliert. Ein Zeichen dafür ist die Wahl des MAN Lion’s City GL mit CNG zum «Bus des Jahres 2015». Bis das «Auto des Jahres» mit Erdgas vorfährt, wird es wohl noch etwas dauern - trotz des Ziels von 10.000 Erdgasfahrzeugen in 2015.



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Spartechnik



Mehr zur Marke VW

Gehaltsobergrenzen für Topmanager VW-Chef muss sich zukünftig mit 10 Millionen Euro begnügen

Der VW-Aufsichtsrat hat Obergrenzen für seine Topmanager beschlossen. Danach soll der Vorstandschef maximal zehn Millionen Euro verdienen, die Vorstände maximal 5,5 Millionen. Dafür wird das Grundgehalt deutlich angehoben.


Nachfolger des CCVW Arteon: Gehobene Passat-Gefühle im Phaeton-Ersatz

VW enthüllt auf dem Autosalon in Genf den Arteon. Die coupéhafte Limousine soll gleich drei aktuellen oder abgelegten Baureihen als Nachfolger oder Neuling dienen.


Sitzung des AufsichtsratsManagerbezüge stehen bei VW auf dem Prüfstand

Der Aufsichtsrat des VW-Konzerns berät an diesem Freitag über eine Reform des Vergütungssystems bei dem Autobauer. Der Vorstandschef soll demnach nur noch zehn Millionen Euro jährlich kassieren. Es wird aber auch noch wegen anderen Themen spannend.



Mehr aus dem Ressort

Beim VW Touran ist der Erdgastank geborsten
6270 Fahrzeuge in DeutschlandVW ruft freiweillig weitere Erdgas-Modelle zurück

Volkswagen ruft freiwillig weitere Erdgas-Modelle in die Werkstatt. In Deutschland sind von dem Rückruf 6270 Fahrzeuge betroffen. Bei den Fahrzeugen werden die Gastanks ausgetauscht.


Beim VW Touran ist der Erdgastank geborsten
Druck bei Betankung nicht standgehaltenRostiger Gastank sorgte für Explosion von Erdgas-Touran

Die Explosion eines erdgasbetriebenen VW Touran ist auf einen rostigen Gastank zurückzuführen. Der Tank habe dem Druck bei der Betankung nicht standgehalten, heißt es in einem Gutachten.


Erdgastankstelle Gazprom
Weiterer Ausbau geplantGazprom übernimmt elf Erdgastankstellen

Der Energieversorger Gazprom baut sein Netz an Erdgastankstellen aus. Dazu hat das Unternehmen jetzt elf Erdgastankstellen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen übernommen.