13. April 2016

Zwischenbericht über Abgas-Schuldfrage VW-Manager einigen sich auf deutliche Absenkung der Boni

Die VW-Spitzenmanager stimmen einem Boni-Verzicht zu
Die VW-Spitzenmanager stimmen einem Boni-Verzicht zu © dpa

Die VW-Spitzenmanager haben nun doch einer teilweisen Kappung der so genannten Boni zugestimmt. Am Freitag kommender Woche sollen auf der Aufsichtsratssitzung dann nicht nur die einzelnen Vergütungskomponenten benannt werden.




Die Spitzenmanager von Volkswagen werden auf einen Teil ihrer vertraglich zugestandenen Boni verzichten. „Aufsichtsrat und Vorstand sind sich einig, dass angesichts der aktuellen Lage des Unternehmens ein Zeichen auch beim Thema Vorstandsvergütung gesetzt werden muss“, hieß es in einer Mitteilung von Europas größtem Autobauer.

Weiter hieß es, dass es dabei „zu einer deutlichen Absenkung der variablen Vergütung“ kommen werde, die „auf eigenem Wunsch nachträglich auch für Herrn Pötsch“ gelte. Der Vorstandsvorsitzende der Porsche SE wurde erst einen Monat nach Bekanntwerden der Abgas-Affäre zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Volkswagen AG gewählt.


Verabschiedung am 22. April

Auch der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn, der bei dem Unternehmen immer noch unter Vertrag steht, sei ebenso zu einem Verzicht bereit. Im Gespräch seien derzeit um die 30 Prozent der jeweiligen Bonussumme.

Wie hoch der Verzicht letztendlich ausfallen wird, darüber werde „derzeit noch diskutiert und abgestimmt, bis die einzelnen Vergütungskomponenten in der kommenden Aufsichtsratssitzung am 22. April verabschiedet und im Geschäftsbericht am 28. April veröffentlicht" werden.

Zwischenbericht zur Schuldfrage in der Abgas-Affäre

Am 22. April soll auch über den Umgang mit dem Zwischenbericht der US-Anwaltskanzlei Jones Day über die Schuldfrage in der Abgas-Affäre entschieden werden. «Unabhängig von den Ermittlungen, die Justizbehörden in den Vereinigten Staaten und in der Bundesrepublik führen, ist für die Sitzung des VW-Aufsichtsrates am 22. April eine qualifizierte Berichterstattung vorgesehen» sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. «In diesem Zusammenhang wird dann auch über Art und Weise einer Unterrichtung der Öffentlichkeit zu befinden sein.»

Der Konzern hatte eine «Berichterstattung zur Aufklärung der Hintergründe und Verantwortlichkeiten der Abgasthematik» für die zweite April-Hälfte versprochen. Es ist bisher unklar, in welcher Form das geschehen soll. Inwieweit Aktionäre und Öffentlichkeit unterrichtet werden, ist ebenso ungewiss wie Antworten zu der Frage, ob und in welchem Umfang Teile des Zwischenberichtes einsehbar sind.

Die FDP in Niedersachsen forderte die Einsetzung eines neutralen, unvorbelasteten Chefaufklärers bei der Aufarbeitung des Skandals. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), der wie Weil VW-Aufseher ist, warnte davor, aus der Affäre eine große, öffentliche Show zu machen. (AG/dpa)



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