12. September 2011

89 Weltpremieren 64. IAA: Feuerwerk an Innovationen

Der VW up! wird einer der Stars der 64. IAA sein.
Der VW up! wird einer der Stars der 64. IAA sein. © VW

War da was? Als vor zwei Jahren in Frankfurt die IAA ihre Tore schloss, war die Stimmung aufgrund der Krise nicht als ganz optimal zu bezeichnen. Doch spätestens zur feierlichen Eröffnung der 64. IAA am Donerstag steht fest: Das Auto ist wieder in – nur anders als vorher.




Denn mittlerweile können sich selbst die deutschen Hersteller nicht mehr gegen den Elektroautotrend wehren, der vor einigen Jahren noch als Arbeitsplatzvernichter gegeißelt wurde. Von den diesjährigen bisher angekündigten 89 Weltpremieren verbergen zahlreiche Debütanten keinen Verbrennungsmotor mehr unter der Haube, sondern werden mit Hybrid, Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb fortbewegt. "Die IAA-Besucher erwartet ein Feuerwerk an Innovationen. Allein die Automobilhersteller werden in Frankfurt 89 Weltpremieren vorstellen, davon kommen 45 Weltneuheiten von deutschen Herstellern. Wir toppen damit deutlich die IAA 2009 und liegen sogar über der schon sehr guten IAA 2007", sagt Präsident Matthias Wissmann vom veranstaltenden Verband der Automobilindustrie (VDA).

VW up! und Mercedes B-Klasse als Premieren-Stars

Unter den Weltpremieren ragt aus deutscher Sicht das Debüt des VW up! (wird wirklich so geschrieben) heraus. Der ab Dezember erhältliche Kleinwagen löst den bereits ausgelaufenen Fox ab, der während der Abwrackprämie im Jahr 2009 eine letzte Hochkonjunktur erlebt hatte. Der neue Volkswagen soll unter 10 000 Euro kosten und ist für mehrere Varianten gedacht. Auch Skoda und Seat sollen unter anderem Namen am Kleinwagen Anteil erhalten.

Ebenso Aufmerksamkeit erregen wird die neue B-Klasse von Mercedes-Benz, die ein sehr viel frischeres Design erhalten hat. Daimler möchte auf diesem Wege auch jüngere Kunden einfangen. Auch die M-Klasse wurde in eine neue Generation geführt. Daneben gibt es noch den Supersportwagen SLS Roadster sowie neue Varianten vom SLK zu betrachten. Dass trotz aller CO2-Diskussionen die Sportwagen nicht fehlen dürfen versteht sich von selbst. So wird der neue Porsche 911er viele Zuschauer wieder zum Träumen anregen. Wie nicht nur im sportlichen Bereich üblich schafft der Porsche mehr Leistung bei weniger Verbrauch.

Elektrostarts bei Audi und BMW

Das Audi urban concept
Das Audi urban concept © dpa

Bei Opel feiert der Zafira als "Tourer" seine Wiedergeburt. Der Van ist im Gegensatz zum Vorgänger, der auch weiterhin angeboten wird, auf 4,66 Meter angewachsen. Ganz gespannt wird der Astra GTC erwartet. Für den mindestens 19.900 Euro teuren Konkurrenten des VW Scirocco liegen bereits vor dem Marktstart über 7000 Vorbestellungen vor.

Gar auf viele Hingucker müssen sich die Besucher bei BMW und Audi einstellen. Die VW-Tochter aus Ingolstadt stellt den A5, den A6 Avant, den A8 Hybrid, den supersportlichen R8 Spyder GT sowie das Urban Concept und den Nachfolger des A2 (lesen Sie dazu auch den Text unten) ins Schaufenster. Bei den Münchnern debütieren der neue 1er, das 6er Coupé, der M5 sowie das Coupé der BMW-Tochter Mini. Und – darauf legt BMW sehr großen Wert – die beiden i-Modelle i3 und i8, mit denen der Hersteller in die Welt der Elektromobilität einsteigt.

Opel Ampera vor Marktstart

Die elektrische Studie Smart Forvision
Die elektrische Studie Smart Forvision © Daimler

Damit steht BMW in den Frankfurter Messehallen aber nicht allein da. Daimler-Tochter Smart stellt den elektrischen Fortwo vor, dazu noch die Studie Forvision. Bei VW sorgt das Forschungsfahrzeug Nils aufgrund seines futuristischen Erscheinungsbildes zuerst ebenfalls zunächst für das Bewegen der Augenbrauen.

Natürlich darf da der lange bereits angekündigte Opel Ampera nicht fehlen. Das Elektrofahrzeug mit dem Reichweitenverlängerer kommt bereits Ende des Jahres zu einem Preis von 48.200 Euro für das exklusive Editionsmodell auf den Markt. Die Erstauflage ist laut Opel aber schon ausverkauft.

Evos weist auf neuen Ford Mondeo hin

Der Evos trägt die neue Design-DNA von Ford
Der Evos trägt die neue Design-DNA von Ford © Ford

Auf Hybrid setzen auch Peugeot und Citroen. Beim 3008 Hybrid4 hat Peugeot einen Verbrennungsmotor an der Vorder- und einen Elektromotor an der Hinterachse installiert. Nach dem identischen Prinzip fahren auch der 508 RXH und die Studie HX1 vor. Citroen verwendet diese Technik beim DS5. Dank der Kooperation arbeitet der hybride Allradantrieb übrigens auch beim BMW i8 unter der Haube.

Die Blicke der über 800.000 erwarteten Besucher auf sich ziehen wird auch der Ford Evos. Die Designstudie mit Flügeltüren wird so wohl nie auf die Straße gelangen, was sehr schade ist. Doch das Design ist laut Ford-Chefdesigner Stefan Lamm der "Startschuss für das neue Ford-Gesicht", das erstmals Ende des kommenden Jahres sich im neuen Ford Mondeo widerspiegeln wird.

Zahlreiche Sonderveranstaltungen

Damit trifft Ford auch das Motto der IAA "Zukunft serienmäßig" genau. Denn einmal mehr lädt die Automesse zum Träumen ein und trotzdem ist die Realität stets ein Begleiter. Übrigens – ein wenig hat die IAA von der AMI Leipzig genascht. Denn in diesem Jahr werden die Zuschauer mehr miteinbezogen. Mehrere Hersteller, darunter Audi, BMW, Daimler, Ford und Jeep, werden auf der IAA "Rundkurse" haben, auf denen die Neuheiten live zu erleben sein werden.

Zudem locken Sonderschauen und -aktivitäten wie die Outdoor Kartbahn, Probefahrten, die Geländewagen-Teststrecke, die Oldtimer, die Modellbörse „Automania“ und viele weitere Veranstaltungen in die neun Hallen unter dem Frankfurter Messeturm. (AG/TF)



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