22. September 2016

Unsicherheit beim Tanken VW vergibt Unbedenklichkeitszertifikat für Erdgasmodelle

Der VW Touran nach der Explosion
Der VW Touran nach der Explosion © dpa

Die Unsicherheit ist groß: Nachdem ein VW Touran beim Tanken mit Erdgas explodiert ist, verwehren einige Tankstellenbetreiber Fahrern auch anderer CNG-Fahrzeuge der Wolfsburger die Betankung. Darauf reagiert nun der Hersteller.




Besitzer von VW-Modellen mit Erdgas-Antrieb (CNG) können weiterhin Probleme beim Tanken bekommen. Derzeit läuft ein Rückruf für die Erdgasmodelle von Touran, Passat und Caddy. Bis zu deren Umrüstung sind diese von der Betankung ausgeschlossen, erklärt Volkswagen. Hintergrund ist ein Unfall, bei dem die Gastanks eines VW Touran beim Betanken geborsten waren und der Fahrer schwer verletzt wurde.

Auch Modelle aus dem Volkswagen-Konzern, die explizit nicht von dem Rückruf betroffen sind, werden von einigen Tankstellenbetreibern derzeit nicht mit Erdgas betankt. Fahrer dieser Autos können aber über die VW-Hotline 0800 1234103 oder über den Händler ein Unbedenklichkeitszertifikat anfordern, teilt der Konzern mit. Mit diesem Zertifikat können die Fahrer sich beim Tankstellenpersonal melden und sich die Zapfsäule freischalten lassen. Das Zertifikat stellt der Händler nach erfolgter Reparatur auch den zurückgerufenen Autos aus. Zusätzlich dokumentiert ein Aufkleber in der Reserveradmulde die Umrüstung.


Entscheidung liegt bei Unternehmen

Die letztendliche Entscheidung, ob Autos betankt werden oder nicht «liegt allein bei den Unternehmen, die ihren Tankstellenpächtern Empfehlungen aussprechen können», sagt Alexander von Gersdorff vom Mineralölwirtschaftsverband. Aral beispielsweise empfiehlt seinen Tankstellenunternehmern «in Abstimmung mit dem jeweiligen Gasversorger auch VW-Fahrzeuge wieder zur CNG-Betankung zuzulassen, sofern ein Zertifikat vorgelegt werden kann», so eine Sprecherin.

Allen vom Rückruf betroffenen Kunden rät VW, ihr Fahrzeug bis zur erfolgten Umrüstung mit Benzin zu betreiben. Denn bei einer Gas-Betankung könne eine durch Korrosion vorgeschädigte Außenhaut des Tanks bei der Betankung bersten. Der Gastank könne aber ganz normal leer gefahren werden und das Auto danach im Benzinbetrieb genutzt werden. Da aber die Autos für den Gasbetrieb optimiert sind, haben sie nur einen Nottank für Benzin an Bord. Die Benzin-Reichweiten bei Normverbrauch gibt VW beispielsweise für den Touran 7-Sitzer mit 170, für den Passat mit 460 und für den Caddy mit 150 Kilometern an.

Vom Rückruf sind nach VW-Angaben weltweit circa 36 900 Fahrzeuge betroffen. In Deutschland sind das 4750 Touran, 2550 Passat und circa 16 260 Caddy. Die Touran-Besitzer wurden laut VW bereits im Juni und im September angeschrieben. Die der betroffenen Passat- und Caddy-Modelle sollen ab dieser Woche informiert werden. Aus datenschutzrechtlichen Gründen erfolge dies über einen Dienstleister. Das Kraftfahrt-Bundesamt stelle die Halterdaten zur Verfügung und VW das Kundenanschreiben. Nach dem Erhalt des Briefes sollten Betroffene bei einer VW-Werkstatt einen Termin vereinbaren. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke VW

Studie am WörtherseeVW Up macht auf GTI

Sportliche Studien sind beim GTI-Treffen am Wörthersee Tradition. Doch die sportliche Variante des VW Up wird im kommenden Jahr sogar ganz real vom Band laufen.


Für Fahrzeuge mit Dreiliter-MotorUS-Richter stimmt Vergleich im Dieselskandal zu

Bundesrichter Charles Breyer hat dem Vergleich für die rund 80.000 vom Dieselskandal in den USA betroffenen Fahrzeuge mit Dreiliter-Motor zugestimmt. Damit ist der VW-Konzern bei der Aufarbeitung des Dieselskandals einen wichtigen Schritt vorangekommen.


Probleme mit dem LichtVW ruft in China mehr als eine halbe Million Fahrzeuge zurück

VW und der chinesische Partner FAW müssen im Reich der Mitte 577 590 Fahrzeuge in die Werkstätten beordern. Den Modellen des Golf und Sagitar macht hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen.



Mehr aus dem Ressort

Daimler-Chef Dieter Zetsche (2. v.l.) neben Angela Merkel
Batteriefabrik von Daimler-Tochter AccumotiveBundeskanzlerin Merkel glaubt an Durchbruch der Elektromobilität

Das Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 hat Angela Merkel erst kürzlich gekappt. Die Bundeskanzlerin glaubt trotzdem an den Durchbruch der Elektromobilität, sagte sie bei der Grundsteinlegung der Batteriefabrik von Daimler-Tochter Accumotive.


Jim Hackett ist neuer Chef von Ford
Hackett kommt für FieldsFord ernennt neuen Vorstandschef

Ford hat seinen Vorstandschef Mark Fields in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Der Nachfolger soll den Autohersteller durch technische Innovationen zu neuen Werten führen.


Audi China RInge neu Aufmacher AUdi
Vereinbarung unterzeichnetAudi legt Streit mit chinesischen Händlern bei

Der Absatz von Audi war auf dem so wichtigen chinesischen Markt in den vergangenen vier Monaten eingebrochen. Nun hat die VW-Tochter ihren Streit mit den Händlern beendet und hofft wieder auf bessere Absatzzahlen.