Erdgas-Unfall mit Touran: Keine Explosion

VW hätte gar nicht betankt werden dürfen

Der explodierte Erdgas-Touran von VW.
Der explodierte Erdgas-Touran von VW. © dpa

Bei dem Unfall bei der Betankung des VW Touran mit Erdgas ist keine Explosion erfolgt. Der Verband „Zukunft Erdgas“ rechnet damit, dass die Aral-Tankstellen im Laufe des Tages die Erdgas-Zapfsäulen wieder freigeben, wie Pressesprecher Michael Oppermann der Autogazette sagte.

Bei dem Tankunfall am vergangenen Freitag hat bei der Betankung eines VW Touran mit dem alternativen Kraftstoff Erdgas keine Explosion stattgefunden. „Der Tank ist geborsten. Es gab weder Hitze noch Feuer“, sagte Michael Oppermann, Pressesprecher des Verbandes „Zukunft Erdgas“ auf Nachfrage der Autogazette.

Seit Anfang Juli ruft VW weltweit 5900 Erdgas-Tourans zurück, um die vorderen Gasflaschen wegen einer verringerten Wandstärke auszutauschen. Denn durch äußere Einflüsse könnte die beschädigte Außenhaut nicht mehr den erforderlichen Korrosionsschutz bieten. Dieser Fall scheint für Oppermann nach Durchsicht der Bilder vorzuliegen. „Das Modell ist vom Rückruf betroffen und die Bilder passen dazu.“

VW-Empfehlung missachtet

Ein Problem wird auf den Fahrer hinzukommen, der bei dem Unfall verletzt wurde. VW hatte empfohlen, bis zum Austausch der Gasflaschen auf die Betankung mit Erdgas zu verzichten und den Touran in dieser Zeit nur mit Benzin zu betanken. Eine Füllung mit dem Ottokraftstoff reicht für rund 150 Kilometer, ehe die nächste Zapfsäule angesteuert werden muss. „Es ist von daher unverständlich, dass der Fahrer trotzdem sein Fahrzeug mit Erdgas betankt hat“, so der Pressesprecher.

Aral hatte nach dem Unfall seinen Tankstellenpächtern einen Verkaufsstopp des alternativen Kraftstoffs empfohlen. Auf Grund der Lage, dass der Touran gar nicht hätte mit Erdgas betankt werden dürfen, geht Oppermann davon aus, dass Aral im Laufe des Tages wieder eine Freigabe ausspricht, was auch das Bestreben von Aral selbst ist.

Imageschaden durch Vorurteile

Der Kraftstoff Erdgas wird in Deutschland zumeist stiefmütterlich behandelt, obwohl er sehr viel weniger Emissionen ausstößt als fossile Brennstoffe. Zu groß sind die Vorurteile, die vor Jahrzehnten aufkamen und sich in den Köpfen fest verankert haben. Zu Explosionen kann es beim Betanken – anders als beim Benzin – gar nicht kommen. Während herauslaufendes Benzin sehr wohl entzündet werden könnte, weicht das Gas nach oben weg.

Trotzdem befürchtet Oppermann zunächst einen „Imageschaden durch den Unfall.“ Allerdings geht der Pressesprecher nicht davon aus, dass es starke Einbrüche beim Verkauf geben wird. „Erdgas ist ein kleiner Markt. Die Personen, die sich mit Erdgas beschäftigen, kennen sich aus und wissen, dass es zu keinen Explosionen kommen kann.“ (AG/TF)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam noch das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.