23. Oktober 2016

Trotz Abgasskandal Gebrauchtwagenpreise für Diesel von VW bleiben stabil

Gebrauchte Diesel bleiben im Preis stabil, so DAT und Schwacke.
Gebrauchte Diesel bleiben im Preis stabil, so DAT und Schwacke. © dpa

Nach einer Auswertung der Experten von DAT und Schwacke bleiben die Gebrauchtwagenpreise für vom Abgasskandal betroffene Diesel des VW-Konzerns stabil. Für Panikmache bestehe kein Grund, so beide Organisationen.




Auch ein Jahr nach Beginn der Abgas-Affäre sind die Gebrauchtwagenpreise für betroffene Diesel des VW-Konzerns weiter stabil. Trotz des Skandals könne keine Rede von Druck auf den Restwerten sein, erklärten die zwei großen Marktbeobachtungsexperten DAT und Schwacke auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Nachfrage nach einzelnen VW-Modellen mit dem betroffenen Motor EA 189 habe im Vergleich zum beobachteten Vorjahreszeitraum sogar etwas zugelegt, besagen Zahlen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT).

Beide Organisationen warnen übereinstimmend vor einer Panikmache. Betroffene Besitzer, die mit Verkaufsgedanken spielten, müssten weder Preisabschläge noch nachlassendes Interesse auf Käuferseite fürchten. «Bisher können wir keinen negativen Einfluss der Diesel-Affäre auf die Restwerte von Dieselmodellen im Allgemeinen oder VW-Dieselmodellen im Besonderen in unseren Marktbeobachtungsdaten feststellen», sagte Sibylle Heidt vom Dienstleister Schwacke, dessen Spezialgebiet die Pkw-Restwertermittlung ist. «Ebenso ist kein Anstieg der Standtage zu verzeichnen.» Neben stabilen Preisen wechseln die betroffenen Wagen also auch nicht langsamer als vorher die Besitzer, von Zurückhaltung ist also auch hier keine Spur.


Motive der Käufer erfragt

Die Experten der DAT hatten im Januar 2016 - gut drei Monate nach dem Beginn der Diesel-Affäre - die Motive von Käufern in einer Befragung beleuchtet. Ein erstaunliche Ergebnis daraus: Mehr als drei Viertel der Autofahrer wussten damals offenbar nicht wirklich, worum es beim VW-Skandal überhaupt geht. Nur 16 Prozent wussten, dass der Ausstoß von Stickoxid der Dreh- und Angelpunkt der Manipulationsaffäre ist.

Dazu passt, dass sich «Dieselgate» auf den Gebrauchtwagenmarkt bisher nicht bedeutend auswirkte, sagt Siegfried Trede, der bei der DAT die Fahrzeugbewertung leitet. «Wohl aber lässt sich feststellen, dass die Affäre einen generellen Prozess in Gang gebracht hat, Emissionen anders zu messen und dem Stickoxid-Ausstoß mehr Aufmerksamkeit zu schenken.» Bei den Neuzulassungen könne trotz leichten Nachgebens der Diesel-Beliebtheit aktuell vom «Tod des Diesels» keine Rede sein.

Dies liege auch an flankierenden Bemühungen der Hersteller - etwa bei der Garantieverlängerung, günstigen Finanzierungen oder attraktiven Inzahlungnahmekonditionen. Auch der VW-Konzern hatte so reagiert. «In Frankreich beobachten wir dagegen eine Verschiebung in Richtung Benziner», sagte Trede. «In Deutschland erwarten wir, dass im Kleinwagen-Segment Dieselmotoren künftig eine etwas geringere Rolle spielen werden.» Ähnlich hatte sich VW-Konzernchef Matthias Müller geäußert. Striktere Abgasnormen verteuerten vor allem den Diesel. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke VW

Von 2018 bis 2022VW investiert 34 Milliarden Euro in Elektromobilität

Der VW-Konzern investiert massiv in die Elektromobilität und Mobilitätsdienste. Von 2018 bis 2022 werden es 34 Milliarden Euro sein.


Synergieeffekte über 1,9 Milliarden EuroVW erreicht Ziele des Zukunftspaktes früher

Die Marke Volkswagen hat ein Jahr nach dem Unterzeichnen des Zukunftpaktes ein positives Zwischenfazit gezogen. Dabei wurden die gesetzten Ziele knapp verfehlt oder sehr viel früher erreicht.


Minus auf dem Heimatmarkt und bei AudiVolkswagen profitiert vom Wachstum in China

Volkswagen hat im Oktober seine Auslieferungen deutlich gesteigert. Nach zehn Monaten befinden sich nur noch der Heimatmarkt und die VW-Tochter Audi unterm Strich.



Mehr aus dem Ressort

Tesla-Chef Elon Musk
Wal-Mart ordert fünf FahrzeugeUS-Handelsketten zeigen Interesse an Elektro-Lkw von Tesla

Der Elektro-Sattelschlepper von Tesla stößt bei großen US-Handelsketten auf Interesse. So will unter anderem Wal-Mart das Fahrzeug testenn.


Nissan-Chef Hiroto Saikawa
Nach Skandal um SicherheitschecksNissan-Chefs verzichten auf Teil ihres Gehalts

Das Vorgehen ist nicht überall üblich. Nach einem Skandal um Sicherheitschecks bei Nissan stellen sich die Mitglieder der Chefetage der Verantwortung – auch im finanziellen Bereich.


Tesla-Chef Elon Musk bei der Präsentation
Neuer Roadster ab 2020Tesla präsentiert elektrischen Lastwagen

Die Produktion des Model 3 hinkt derzeit stark hinterher. Für Tesla-Chef Elon Musk kein Grund, neue Visionen aufzuzeigen und neue Projekte sehr werbewirksam vorzustellen.