VW Crafter erhält Frontantrieb

Debüt im September

Beim Antrieb des neuen VW Crafter steht der T6 Pate.
Beim Antrieb des neuen VW Crafter steht der T6 Pate. © VW

VW hat nach dem Ende der Kooperation mit Daimler den Crafter eigenständig produziert. Mit dem neuen Nutzfahrzeug erhoffen sich die Hannoveraner eine Verdopplung der Verkaufszahlen.

Der neue VW Crafter, der auf der IAA Nutzfahrzeuge im September sein Debüt feiert, wird nun erstmals auch mit Frontantrieb und modernen Assistenzsystemen angeboten werden. Zudem gibt es Verbesserungen bei der Nutzung des Laderaums und ein Plus bei Ladekapazität und -Volumen.

Ab Werk sind die klassischen Varianten Fahrgestell, Doppel- und Einzelkabine sowie Kasten und Bus wahlweise mit Front-, Heck oder Allradantrieb erhältlich. Der im polnischen Werk Wrzesnia gefertigte Crafter wird im Frühjahr 2017 bei den Händlern stehen.

T6 steht beim Antrieb Pate für den Crafter

Nachdem die Kooperation mit Daimler (Sprinter) beendet ist, bringt die Nutzfahrzeugsparte aus Hannover ein selbständig entwickeltes Produkt auf den Markt. An den Außenabmessungen ändert sich bei der Neuentwicklung im Vergleich zum Vorgänger nicht viel. Wie gehabt wird der Crafter in drei Längen (nun von 5,98 bis 7,39 Meter), drei Radständen sowie drei Innenraumhöhen (2,34 bis 2,80 Meter) angeboten. Zwischen 3,5 und 5,5 Tonnen beträgt die erlaubte Zuladung. Maximal sind 8 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht möglich. Die neue Version mit Frontantrieb verfügt über ein Ladevolumen von bis zu 18 Kubikmetern.

Für den Antrieb kommt der bereits aus dem T6 bekannte und für den Crafter modifizierte 2,0-Liter-TDI-EA288 Nutz zum Einsatz. Das Aggregat wird in vier Leistungsstufen von 75 kW/102 PS bis 130 kW/177 PS offeriert. Die Motoren sollen sich durch Sparsamkeit und Langlebigkeit auszeichnen. Volumenmotor wird wohl der 103 kW/140 PS starke Ausbauvariante. Die zwei Biturbo-Triebwerke (120 kW/163 PS und 130 kW/177 PS) werden verstärkt bei den hohen Nutzlastansprüchen der Heckversionen oder bei den Allradmodellen Verwendung finden. Die 4x4-Technik liefert VW nun anders als zuvor direkt ab Werk. Die Kosten dafür dürften bei rund 3000 Euro liegen.

69 Karosserie-Antriebsderivate-Kombinationen möglich

Standardmäßig ist der quer (Frontantrieb) oder längs (Heckantrieb) eingebaute Motor an ein Sechsgang-Handschaltgetriebe gekoppelt. Alternativ bietet VW eine Achtgang-Automatik an. Das Triebwerk ist zudem so ausgelegt, dass ebenfalls ab Werk eine Vorbereitung für Nebenaggregate wie Zusatzgeneratoren und Klimakompressoren besteht. Nachrüstlösungen sind so nicht länger nötig.

Insgesamt sind mehr als 69 Karosserie-Antriebsderivate-Kombinationen möglich. 70 Prozent aller Fahrzeuge werden allerdings von Ausbauern individualisiert. Als praktische Lösung offeriert VW nun einen universellen Ladeboden. Dieser gibt durch die werksseitige Berücksichtigung vieler Fixierpunkte den Kunden die Möglichkeit, ihre bereits vorhandenen Schranksysteme einfach einzubauen oder diese beim Verkauf des Fahrzeugs mitzunehmen.

Assistenzsysteme neu im Angebot

Ebenfalls ganz neu ist das Angebot an Assistenzsystemen. Auf Wunsch können nun bekannte Pkw-Helfer wie adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, City-Notfallbremssystem, Multikollisionsbremse und ein Spurassistent mit aktivem Lenkradeingriff geordert werden. Zudem steht ein Auspark- und Parklenkassistent zur Wahl. Die gängigen Telematiksysteme lassen sich durch eine universelle Schnittstelle einfach integrieren.

Bei der Gestaltung der Fahrerkabine greift die Nutzfahrzeugabteilung in die Regale des Konzerns. Schalter, Lenkrad oder Lüftungsdüsen sind auch aus VW-Pkw-Modellen bekannt. Ansonsten gibt es viele Ablagen und Möglichkeiten, elektrische Geräte anzuschließen.

VW hofft, mit dem neuen Crafter seine Verkaufszahlen zu verdoppeln. Statt 50.000 Einheiten im Jahr sollen 100.000 Stück abgesetzt werden. Bei der Preisgestaltung wird man sich an den aktuellen Preisen orientieren. Der Kasten kostet zurzeit ab 28.660 Euro netto (34.129 Euro brutto). Die neuen Frontantriebsversionen dürften jedoch deutlich günstiger starten. (SP-X)

Vorheriger ArtikelAudi A3 erhält Systeme aus der Luxusliga
Nächster ArtikelAbgasskandal stört Daimlers Feierstimmung
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete zehn Jahre in einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin. Nebenbei arbeitete er in die Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. In dieser Zeit berichtete er über die Fußball-Nationalelf und war u.a. Berichterstatter von den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City,, ehe er ins Autoressort der Autogazette wechselte. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist tätig.