17. Februar 2017

Audi startet schwach Chinesischer Markt verdirbt VW den Jahresauftakt

In China musste die Volkswagen-Kernmarke ein starkes Minus hinnehmen
In China musste die Volkswagen-Kernmarke ein starkes Minus hinnehmen © dpa

In China wurden die Steuervergünstigungen für kleinere Fahrzeuge gekürzt. Sowohl die Kernmarke als auch der Gesamtkonzern mussten hohe Verkaufsverluste hinnehmen.




Der erste Monat des neuen Jahres hat die Abhängigkeit des Volkswagen-Konzerns vom chinesischen Markt stark verdeutlicht. Aufgrund einer deutlichen Reduzierung von Steuervergünstigungen für Fahrzeuge kleinerer Hubraumklassen, sind die Verkäufe von VW-Pkw im Reich der Mitte um 11,8 Prozent auf 270.800 verkauften Einheiten zurückgegangen – 26.100 Einheiten weniger als im Januar 2016.

Auch in der Gesamtstatistik zum Jahresauftakt fehlen den Wolfsburgern fast genau diese Einheiten. Mit 25.500 weniger verkauften Fahrzeugen schloss die Kernmarke den Januar bei 495.900 Verkäufen im Vergleich zu 521.400 Fahrzeugen im Vorjahresmonat ab – ein Minus von 4,9 Prozent.


Auch Gesamtkonzern lässt in China Federn

Auch der Gesamtkonzern war von den Sondereffekten betroffen, sogar noch viel stärker. Nach 400.100 verkauften Einheiten im Januar 2016 gab der Konzern ein Jahr später nur noch 344.000 Einheiten in Kundenhand, was einem Rückgang von glatten 14 Prozent entspricht.

Auch die weltweiten Verkäufe wurden durch die China-Lücke beeinträchtigt. So fanden sich im ersten Monat des Jahres 813.700 neue Abnehmer. Im Vorjahresmonat waren es noch 847.800 oder glatte vier Prozent mehr.

Weiter Aufwärtstrend in den USA

Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand von Volkswagen-Pkw, zeigte sich trotz des Rückgangs mit dem Jahresauftakt zufrieden. „Die Marke Volkswagen ist erfolgreich ins Jahr 2017 gestartet. Die weltweiten Auslieferungen liegen zwar leicht unter dem Vorjahreswert, dies ist aber ausschließlich auf Sondereffekte im Hauptmarkt China zurück zu führen. In fast allen anderen Regionen haben wir erfreuliche Zuwächse gegenüber dem Vorjahreswert erzielt."

Besonders gefreut hat man sich in Wolfsburg über den weiter aufwärts führenden Trend in den USA. Dort verkaufte VW mit 23.500 Einheiten 3400 Fahrzeuge mehr als im Vorjahresmonat, was einen Zuwachs von 17,1 Prozent bedeutet.

Auch in den europäischen Regionen legte die Kernmarke zu, musste aber gerade auf dem Heimatmarkt ein Minus von 5,1 Prozent bei 38.600 Verkäufen hinnehmen.

Audi mit schwachem Jahresauftakt

Wie die Kernmarke legte auch der Gesamtkonzern im Rest der Welt bis auf Brasilien zum Teil deutlich zu. Auch in Deutschland konnte mit 91.100 Verkäufen ein kleines Plus erzielt werden.

Dabei musste der Mehrmarken-Konzern ein schwaches Ergebnis von Audi hinnehmen. Die Premium-Tochter aus Ingolstadt verzeichnete bei 124.000 weltweiten Verkäufen ein Minus über 13,5 Prozent. Zweistellig wuchsen dagegen Seat und die Nutzfahrzeugsparte. Seat verkaufte 32.300 Einheiten bei einem Wachstum von 16,5 Prozent. Die in Hannover ansässigen Nutzfahrzeuge fanden 35.000 neue Abnehmer bei einem Plus von 12,1 Prozent. (AG/TF)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke VW

Michels folgt Werner nachNeuer Compliance-Manager: VW greift wieder bei Daimler zu

Kurt Michels wird ab April das Ressort für die Einhaltung von Integrität und Recht im Volkswagen-Konzern übernehmen. Wie Vorvorgängerin Hohmann-Dennhardt kommt auch der 46-Jährige vom Mitbewerber Daimler.


Ex-VW-Entwicklungschef fordert 1,4 Millionen EuroGütetermin im Bonusstreit bleibt ohne Ergebnis

Der ehemalige VW-Entwicklungsvorstand Heinz-Jakob Neußer verlangt von seinem einstigen Arbeitgeber die Nachzahlung eines Bonus. Eine Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Braunchweig brachte vorerst kein Ergebnis


Patriarch vor Ausstieg beim AutobauerPiëch verhandelt über Verkauf seiner VW-Anteile

Ferdinand Piëch prüft einen Verkauf seinen VW-Anteile. Wie die Porsche SE mitteilte, würden die Familien Porsche und Piëch entsprechende Verhandlungen führen.



Mehr aus dem Ressort

Seat Ateca
Nach Ateca und AronaSeat bringt 2018 drittes SUV-Modell

Seat baut sein Modellangebot aus. Neben dem Ateca und dem noch in diesem Jahr kommenden Arona wird es ab 2018 ein weiteres SUV-Modell geben. Auch wirtschaftlich läuft es rund.


Mittelständische Spediteure wollen Millionen vom Lkw-Kartell
Über 100 Millionen EuroSpediteure fordern Schadensersatz vom Lkw-Kartell

Über 200 Spediteure haben Schadensersatzforderungen in Höhen von rund 100 Millionen Euro von den am Lkw-Kartell beteiligten Herstellern gefordert. Dabei hofft man auf eine außergerichtliche Einigung.


Mercedes Stern
Wegen möglicher Abgasmanipulation Ermittlungen gegen Daimler-Mitarbeiter

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen Mitarbeiter von Daimler wegen des Verdachts auf Betrug im Zusammenhang mit Abgasmanipulationen und strafbarer Werbung. Der Autobauer stehe in Kontakt mit den Behörden.