16. März 2017

Vor der Audi-Hauptversammlung VW kritisiert Vorgehensweise bei Razzia-Einsatz

Auch bei VW waren die Ermittler im Einsatz
Auch bei VW waren die Ermittler im Einsatz © VW

Volkswagen hat den Razzia-Einsatz der Staatsanwaltschaft München scharf verurteilt. Besonders gegen die Untersuchung der beauftragten Rechtsanwaltskanzlei Jones Day wollen die Wolfsburg vorgehen.




Nach der Großrazzia bei Audi im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal hat Volkswagen die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft München ungewöhnlich scharf kritisiert. Wie das «Handelsblatt» berichtete, waren im Zuge der Razzia auch Räume der von VW mit internen Ermittlungen beauftragten US-Kanzlei Jones Day durchsucht worden. «Wir halten das Vorgehen der Staatsanwaltschaft München in jeder Hinsicht für inakzeptabel», erklärte VW am Donnerstag in Wolfsburg.

Am Vortag hatten während der Jahrespressekonferenz von Audi mehr als 100 Polizisten und Staatsanwälte die Zentrale der VW-Tochter sowie weitere, zunächst nicht näher bezeichnete Standorte und Wohnungen von Mitarbeitern durchsucht.


Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt

Die Staatsanwaltschaft München II äußerte sich am Donnerstag nicht zur Frage, welche Objekte konkret betroffen waren, da die Maßnahmen nicht abgeschlossen seien, wie ein Sprecher sagte. Die Behörde hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung eingeleitet. Mit den Aktionen will sie nach eigenen Angaben klären, wer an der Verwendung der manipulierten Abgas-Software und an Falschangaben beteiligt gewesen sei.

VW erklärte, die Durchsuchung einer vom Unternehmen beauftragten Rechtsanwaltskanzlei verstoße «klar gegen die in der Strafprozessordnung festgeschriebenen rechtsstaatlichen Grundsätze». «Dies hat auch das Bundesverfassungsgericht im Fall einer anderen Kanzlei ausdrücklich hervorgehoben. Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln hiergegen vorgehen», hieß es. Bei Jones Day war zunächst für eine Stellungnahme niemand erreichbar. (dpa)



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