Hackenberg wird neuer Audi-Entwicklungsvorstand

Unruhe in Ingolstadt

VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg
Ulrich Hackenberg wird Entwicklungschef von Audi. © dpa

Nun hat auch der VW-Konzern die Ablösung von Audi-Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer bestätigt. Ihm folgt Ulrich Hackenberg nach, der in gleicher Position beim Mutterkonzern tätig war.

Der VW-Konzern hatte die Meldung über eine Ablösung von Audi-Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer noch am Donnerstag als Spekulation bezeichnet. Nun kam am Freitagmittag auch aus Wolfsburg die Bestätigung, dass Dürheimer seinen erst im September des vergangenen Jahres angetretenen Posten bei der VW-Tochter schon wieder los ist.

Hackenberg folgt auf Dürheimer

Ihm folgt beim Ingolstädter Premiumhersteller zum 1. Juli Ulrich Hackenberg (63), der bisher die Entwicklung bei Volkswagen verantwortete. Hackenberg, ein enger Vertrauter von Konzernchef Martin Winterkorn, wird zugleich die "markenübergreifende Entwicklungssteuerung des Volkswagen Konzerns" übernehmen, wie VW mitteilte.

Heinz-Jakob Neußer (53) wird zukünftig den Job von Hackenberg als Entwicklungsvorstand übernehmen, zugleich aber weiterhin als Leiter Aggregateentwicklung tätig sein. Wolfgang Dürheimer , der am gestrigen Donnerstag, dem Tag seines 55. Geburtstages von seiner anstehenden Demission aus den Medien erfuhr, soll zukünftig eine andere Funktion im Konzern einnehmen. Dürheimer, der vor seinem Amtsantritt bei Audi Chef von Bugatti und Bentley war und davor die Entwicklung bei Porsche verantwortete, bleibt Generalbevollmächtigter des Konzerns für den Motorsport.

Ein Sprecher erklärte am Freitag, dass die Veränderungen keine Auswirkungen auf die Arbeitsaufteilung für Volkswagen-Chef Martin Winterkorn haben. Er leitet neben seiner Funktion als Vorstandschef in Personalunion auch das Ressort für die konzernweite Forschung und Entwicklung des Zwölf-Marken-Reichs, in dem vom Motorrad (Ducati) über Pkw bis zum schweren Laster oder Bus die gesamte Fahrzeugpalette entsteht.

Keine Angabe von Gründen

Gründe für die Ablösung Dürheimers wurden von VW nicht genannt. Doch obwohl Dürheimer seinen Posten erst im September des vergangenen Jahres angetreten hatte, wurde ihm angelastet, dass Audi seinen Markenslogan "Vorsprung durch Technik" nicht einlöse. Doch die Probleme von Audi gehen viel weiter zurück, denn die VW-Tochter hinkt bei den Innovationen der Konkurrenz von Mercedes und vor allem BMW seit längerem hinterher.

Auch wenn die Elektromobilität derzeit von den Kunden noch nicht angenommen wird, hat ein Hersteller wie Mercedes mit dem Elektro-Smart bereits seit einem Jahr ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug im Angebot. Zugleich beweisen die Schwaben im Gegensatz zu Audi den Mut, auch einen Supersportwagen wie den Mercedes SLS AMG Electric Drive auf den Markt zu bringen. Dürheimer ließ den bereits zu Ende entwickelten Audi R8 e-tron indes nicht in die Serienfertigung gehen. Bei der Konkurrenz wurde das freudig zu Kenntnis genommen. Bei der Vorstellung des SLS AMG Electric Drive ließ Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber süffisant wissen, dass für ihn so "Vorsprung durch Technik" aussehe. Eine solche Aussage muss in Wolfsburg schmerzlich aufgenommen worden sein.

Während Audi bei der Elektromobilität der Konkurrenz entsprechend hinterher hinkt, wird der ärgste Rivale BMW Ende des Jahres den i3 auf den Markt bringen und damit seine Innovationskraft wie bereits mit seiner Efficient Dynamics-Strategie erneut unter Beweis stellen. Die Ablösung von Dürheimer dürfte indes auch für Audi-Chef Rupert Stadler eine Schwächung darstellen, denn er hatte im September gleich drei neue Vorstände berufen, um sich damit möglichst schlagkräftig für die Zukunft aufzustellen. Doch Stadlers Ziel, bereits bis 2015 erfolgreichster Premiumhersteller zu werden, wurde ohnehin schon auf 2020 verschoben. (AG/FM)