11. Januar 2017

Strafanzeigen gegen sechs VW-Manager 4,3 Milliarden Dollar: Volkswagen einigt sich mit US-Behörden

Volkswagen hat eine Einigung mit der US-Justiz erzielt
Volkswagen hat eine Einigung mit der US-Justiz erzielt © dpa

Volkswagen legt in den USA die Abgas-Affäre zu den Akten. Nach den Vergleichen bei den Zivilklagen kam am Mittwoch auch eine teure Einigung mit der US-Justiz zustande.




Volkswagen und das US-Justizministerium haben sich im Diesel-Skandal auf Strafzahlungen über 4,3 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro) geeinigt. Einen entsprechenden Vergleich bestätigte das Ministerium am Mittwoch in Washington.

Zudem wurden Strafanzeigen gegen sechs VW-Manager bekanntgegeben. Mit einem Schuldbekenntnis räumt VW zudem kriminelles Fehlverhalten ein. Dem Konzern wurden Betrug und Verletzungen des Luftreinhaltegesetzes vorgeworfen.


Ermittlungen noch nicht beendet

"Die heutigen Aktionen spiegeln den unerschütterlichen Einsatz wider, Verbraucher zu verteidigen sowie die Umwelt und das Finanzsystem zu schützen", sagte US-Justizministerin Loretta Lynch. "Verantwortliche Personen und Unternehmen werden für die Vergehen von Konzernen zur Rechenschaft gezogen." Die Ermittlungen seien noch nicht beendet.

VW zahlt im Einzelnen bei dem Vergleich 2,8 Milliarden Dollar, um strafrechtliche Ermittlungen wegen Manipulationen von Abgaswerten zahlreicher Dieselautos beizulegen. Darüber hinaus werden weitere zivilrechtliche Bußgelder von 1,5 Milliarden Dollar fällig.

Bei Hunderten US-Zivilklagen von Kunden, Autohändlern und Behörden hatte sich VW bereits auf Vergleiche geeinigt, die über 17 Milliarden Dollar kosten könnten. Im September 2015 hatte der Konzern eingeräumt, die Emissionswerte Hunderttausender Dieselwagen in den USA gefälscht zu haben.

„Volkswagen bedauert die Handlungen, die zur Dieselkrise geführt haben, zutiefst und aufrichtig, sagte VW-Chef Matthias Müller. „Die mit der US-Regierung getroffenen Vereinbarungen sind nicht zuletzt Ausdruck unserer Entschlossenheit, gegen ein Fehlverhalten vorzugehen, das sich gegen alles gerichtet hat, wofür Volkswagen steht. Sie sind ein wichtiger Schritt nach vorne für unser Unternehmen und alle Mitarbeiter“, fügte Müller hinzu.

Weil begrüßt Einigung

Die VW-Aufsichtsratsmitglieder der niedersächsischen Landesregierung haben die Einigung des Volkswagenkonzerns mit dem US-Justizministerium begrüßt. "Die Folgen des jetzt getroffenen Vergleichs stellen eine erhebliche, aber zu akzeptierende Belastung für den Volkswagenkonzern dar", teilte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch mit. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) fügte hinzu, in der Einigung würden wesentliche Abläufe und Hintergründe des Dieselskandals beschrieben. Der Aufsichtsrat habe damit nachhaltig zur Aufklärung beigetragen. (AG/dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Unternehmen



Mehr zur Marke VW

Gehaltsobergrenzen für Topmanager VW-Chef muss sich zukünftig mit 10 Millionen Euro begnügen

Der VW-Aufsichtsrat hat Obergrenzen für seine Topmanager beschlossen. Danach soll der Vorstandschef maximal zehn Millionen Euro verdienen, die Vorstände maximal 5,5 Millionen. Dafür wird das Grundgehalt deutlich angehoben.


Nachfolger des CCVW Arteon: Gehobene Passat-Gefühle im Phaeton-Ersatz

VW enthüllt auf dem Autosalon in Genf den Arteon. Die coupéhafte Limousine soll gleich drei aktuellen oder abgelegten Baureihen als Nachfolger oder Neuling dienen.


Sitzung des AufsichtsratsManagerbezüge stehen bei VW auf dem Prüfstand

Der Aufsichtsrat des VW-Konzerns berät an diesem Freitag über eine Reform des Vergütungssystems bei dem Autobauer. Der Vorstandschef soll demnach nur noch zehn Millionen Euro jährlich kassieren. Es wird aber auch noch wegen anderen Themen spannend.



Mehr aus dem Ressort

Mini BMW Oxford Fabrik
Wegen BrexitBMW überdenkt Produktionsstandort für Elektro-Mini

BMW denkt über eine Verlegung der Produktion des elektrischen Mini aus dem Stammwerk im britischen Oxford nach. Mögliche Zölle als Folge des Brexit könnte die BMW-Tochter auf diesem Weg umgehen.


Opel-Produktion in Rüsselsheim
Mögliche Übernahme von Opel/VauxhallBetriebsräte begrüßen klares Bekenntnis von PSA

Im Zuge der möglichen Übernahme von Opel/Vauxhall durch PSA Peugeot Citroen wollen die Betriebsräte gemeinsam für gute Bedingungen eintreten. Zugleich schickten die Arbeitnehmervertreter Grüße an die Opel-Mutter.


Rupert Stadler neu Aufmacher dpa
Vorwürfe unbegründetAufsichtsrat spricht Audi-Chef Stadler Vertrauen aus

In der Affäre um manipulierte Abgaswerte kann Audi-Vorstandschef Rupert Stadler vorerst aufatmen. Der Aufsichtsrat des Ingolstädter Autobauers sprach dem Manager das Vertrauen aus und wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.