27. August 2014

Fahrbericht Limitierte First Edition Volvo XC90: Latte hoch gelegt

Volvo-Chef Hakan Samuelsson mit dem neuen XC90. Fotos ▶
Volvo-Chef Hakan Samuelsson mit dem neuen XC90. ©

Volvo läutet mit dem neuen XC90 eine neue Ära ein. Der SUV-Veteran basiert auf einer völlig neuen Plattform, bleibt dabei aber recht traditionell.




Von Thomas Flehmer

Zwischenzeitlich kamen Zweifel auf, auf der richtigen Veranstaltung zu sein. Das beste Auto aller Zeiten ruft eigentlich eher Europas größter Autohersteller bei seinen Präsentationen auf, diesmal war das „V“ auch der erste Buchstabe, doch die Firma agiert von Schweden heraus und hat Grund dazu, Bestwerte zu verkünden. Denn der neue Volvo XC90, der im kommenden Frühjahr eingeführt wird, ist das erste eigenständige Modell nach der Trennung von Ford und der Übernahme durch das chinesische Unternehmen Geely. "Wir haben mit dem ersten XC90 eine neue Dimension im SUV-Segment erreicht und wollen dieses nun wiederholen", sagte Volvo Entwicklungschef Peter Mertens.


XC90 als neues Gesicht von Volvo

Dafür hat das Unternehmen acht Milliarden Euro investiert und die neue Plattform "SPA", die auch für die weiteren neuen Volvo-Modelle maßgeblich sein wird, installiert. So erhält Volvo Cars ein neues Gesicht. Die Front ist weicher konturiert und mit einem riesigen Marken-Logo im Kühlergrill ausgestattet. Der Grill selbst scheint bei schwarz lackierten Fahrzeugen edler zu Tage zu treten als bei weiß lackierten, doch das ist Geschmackssache.

Die Motorhaube erscheint länger, angesichts von zehn Zentimetern Wachstum, die allerdings insbesondere dem Kofferraum und der Kniefreiheit zu Gute kamen, kein Wunder. Dank einer um 25 Millimeter tiefer gelegten Dachlinie nähert sich der XC90 auf den ersten Blick dem kleineren XC60 an. Auch wenn vieles neu ist, ist auch der neue XC90 als Volvo von Anfang an zu erkennen – für einen SUV-Veteran nicht das schlechteste Lob. "Es ist das Gesicht der neuen Generation von Volvo", so Chef-Designer Thomas Ingenlath – die Verbindung zwischen Moderne und Tradition bleibt bestehen – und das ist auch gut so.

Guter Aerodynamik-Wert für Volvo XC90

Volvo hat das Konnektivitätssystem erneuert
Volvo hat das Konnektivitätssystem erneuert © Volvo

Denn auch im Innenraum setzt sich der Fortschritt durch. Dem Trend folgend haben auch die Schweden eine neue Konnektivität dem in den letzten Jahren doch eher schon betagten Schweden zugefügt. Koppeln des Smartphones, Internet-Zugang und so weiter . . . all die Sachen, die derzeit angesagt zu sein scheinen, aber die nicht unbedingt alle auch so benutzen.

Denn auch die zahlreichen Funktionen, die früher über Schalter und Knöpfe bedient wurden, sind in das System integriert worden und zu jeder Zeit sicht- und somit greifbar. Für Volvo mit seinem früheren System ein grandioser Schritt. Ebenso grandios ist der Aerodynamik-Wert von 0,3 der seines gleichen sucht und eventuell von dem demnächst neuen Dickschiff Q7 von Audi unterboten wird.

Volvo XC90 mit Schalthebel aus Kristallglas

Das Konnektivitätssystem des Volvo XC90 ist gut gelungen
Das Konnektivitätssystem des Volvo XC90 ist gut gelungen © AG/Flehmer

Dagegen gibt sich der XC90 bei den Sicherheitssystemen fast schon bieder. Sicher haben die Schweden, die schon traditionell zu den Sicherheitsspezialisten gehören, alles in den neuen XC90 hineingepackt, was möglich ist, doch Neuerungen wie beim Personenschutz beim V40 fehlen. Dass die Systeme optimiert wurden und ein Stauassistent die Arbeit übernimmt, haben andere Hersteller mittlerweile auch.

Trotzdem kann es gut sein, das Volvo dank der akribischen Forschung beim autonomen Fahren das bis 2020 anvisierte Ziel erreicht, dass ein Unfall mit einem Volvo keine Toten oder Schwerverletzte nach sich zieht. Dass der XC90 nun rückwärts alleine einparkt oder die Heckklappe per "Fußtritt" öffnet, ist eher dem Komfort-Charakter des SUV zuzuschreiben – ebenso wie ein Schalthebel aus Kristallglas.

Volvo spendet ohne Eiswasser

Nur Vierzylinder kommen beim Volvo XC90 zum Einsatz
Nur Vierzylinder kommen beim Volvo XC90 zum Einsatz © AG/Flehmer

Bei den Motoren können die Anhänger im Laufe der Zeit zwischen mehreren Aggregaten auswählen – natürlich nur die DriveE-Vierzylinder kommen zum Einsatz. Zum Marktstart im Frühjahr 2015, rund ein halbes Jahr nach der Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon Anfang Oktober, stehen der D5 mit 225 PS sowie das Topmodell T6 mit 320 PS in den Schaufenstern. Kurze Zeit darauf bekommt der T6 noch einen 80 PS starken Elektromotor, mit dem rund 40 Kilometer rein elektrisch zurückgelegt werden können.

Die 49.400 Euro teure Basisvariante kommt erst im Spätsommer nächsten Jahres, Volvo schlägt dafür ab dem 3. September in die Vollen. Ab 16.00 Uhr kann über die Internetseite von Volvo erstmals eine First Edition geordert werden. Das auf dem T6 basierende Topmodell hat alles an Bord und kostet mindestens 90.200 Euro. Und soll – ganz im Stile von VW – laut Ingenlath „das beste SUV in der Welt“ darstellen.

Von den Verkäufen der auf 1927 – dem Geburtsjahr von Volvo – limitierten Version spendet Volvo Deutschland übrigens pro Wagen 2500 Euro an die Organisation "Ein Herz für Kinder". Käufer dieses Modell müssen also keine Angst haben, sich während des Kaufs einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu schütten.






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