8. Februar 2016

Kooperation mit Allianz Sicherheit zahlt sich bei Volvo aus

Volvo-Geschäftsführer Thomas Bauch. Fotos ▶
Volvo-Geschäftsführer Thomas Bauch. © AG/Mertens

Volvo befindet sich auf Wachstumskurs. Der soll aber nicht nur mit neuen Modellen fortgesetzt werden, sondern auch mit Zusatzangeboten wie der Schweden-Versicherung. Sicherheit wird sich dabei bezahlt machen.




Von Frank Mertens

Es läuft für Volvo. Im Vorjahr konnte der schwedische Autobauer seine weltweiten Auslieferungen um acht Prozent auf über 503.000 Einheiten steigern. Und dieses Wachstum soll sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Bis zum Jahr 2020 will Volvo 800.000 Fahrzeuge absetzen. Das sind ambitionierte Ziele. Damit sie erreicht werden, müssen die Märkte in den verschiedenen Ländern mitziehen und ihren Beitrag zum Wachstum leisten.

Mit Blick auf Deutschland bedeutet das, dass bis 2020 auf dem hiesigen Markt dann 60.000 Fahrzeuge verkauft werden. Im Vorjahr waren es bei einem Wachstum von 13,3 etwas mehr als 36.000 Fahrzeuge. In diesem Jahr peilt Deutschland-Geschäftsführer Thomas Bauch 39.6000 Einheiten an. Diese Absatzerwartung bezeichnet Bauch dabei indes „als eher konservativ“, wie er der Autogazette sagte.


S90 und V90 kommen dieses Jahr

Getragen werden soll auf dem deutschen Markt der nächste Wachstumsschritt natürlich von neuen Modellen. So wird in diesem Jahr nicht nur der neue S90 und V90 eingeführt, sondern es kommt auch das Facelift des V40. Zudem wird Volvo weiter von der starken Nachfrage nach dem Premium-SUV XC90 profitieren, dem Flaggschiff der Marke. Auf das Premium-SUV entfielen im Vorjahr 4429 Zulassungen.

Insgesamt lagen bis Jahresende 7200 Bestellungen vor – und die Nachfrage nach dem XC90 sei ungebrochen, wie Bauch sagt. Mit der hohen Kundenakzeptanz nach dem XC90 ist auch dafür gesorgt, dass sich Bauch über hohe Gewinne freuen kann. So gibt der Kunde durchschnittlich 80.000 Euro für den Premium-SUV der Schweden aus, der bei einem Basispreis von 49.400 Euro für den D4 mit 190 PS beginnt.

Vielzahl neuer Serviceangebote

Der neue Volvo S90
Der neue Volvo S90 © Volvo

Natürlich sind die Produkte der wichtigste Schlüssel für die Schweden, weiteren Absatz zu generieren. Aber nicht der einzige. Deshalb setzt Volvo in Deutschland auf weitere Maßnahmen, die den Absatz weiter befördern sollen. Dazu gehört nicht nur ein neuer Markenauftritt der bundesweit 261 Händlerbetriebe, sondern auch neue Serviceangebote, die unter dem gängigen Namen Schwedenflotte, Schweden-Leasing und die Schweden-Versicherung firmieren.

Während sich hinter der Schwedenflotte ein Mietwagenangebot verbirgt, bei dem Kunden auch mal über einen längeren Zeitraum als bei einer kurzen Probefahrt Bekanntschaft mit einem der Modelle machen können, handelt es sich beim Schweden-Leasing um Finanzdienstleistungen, die Volvo den Kunden mit der Santander-Bank anbieten.

Kooperation mit der Allianz-Versicherung

Der XC90 ist Bester bei EuroNCAP
Der XC90 ist Bester bei EuroNCAP © Volvo

Mit der Schweden-Versicherung versucht Volvo gemeinsam mit der Allianz seinen Kunden Versicherungsangebote zu machen, die besonders auf den Aspekt Sicherheit abzielen. Dass sich Kunden für Features wie beispielsweise einen Notbrems- oder Kreuzungsassistenten, einen Totwinkel-Warner oder Adaptive Geschwindigkeitskontrolle entscheiden, soll sich für sie dabei nicht nur durch ein höheres Sicherheitsempfinden auszahlen.

Es soll seinen Niederschlag auch in einem niedrigen Versicherungsbeitrag finden, wie Bauch sagt. Deshalb hat man am 25. Januar auch die Volvo Car Insurance Services GmbH zusammen mit der AVS Automotive Versicherungs-Service GmbH gegründet.

Mit Start dieser Kooperation kann beispielsweise ein Kasko- und Haftpflichtversicherung bei der Allianz für einen V40 bei einer Laufzeit von drei Jahren für monatlich neun Euro abgeschlossen werden. Das Thema Sicherheit spielt dabei auch für die Allianz eine entscheidende Rolle. „Wir werden mit Volvo eng bei der Bewertung von Sicherheitspotenzialen der Volvo-Fahrassistenzsysteme auf das Unfallgeschehen zusammen arbeiten“, wie Alexander Vollert sagt, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG. Das gemeinsame Ziel der beiden Partner sei dabei, den Kunden optimierte Mobilitätsprodukte anbieten zu können, wie Vollert hinzufügte.

Vorreiter bei Verkehrssicherheit

Notbremssystem im Volvo
Notbremssystem im Volvo © Volvo

Die Allianz sieht sich wie Volvo als ein Vorreiter bei der Verkehrssicherheit. So verfügt der Versicherungskonzern über ein eigenes Technik-Zentrum, in dem zu den verschiedensten Aspekten wie beispielsweise dem vernetzten Fahren geforscht wird. Entsprechend besteht bei der Allianz auch ausreichend Know how zu erkennen, welche Fahrassistenzsysteme in der Lage sind, Unfälle entweder ganz zu vermeiden oder deren Schwere abzumildern. Mit diesem Wissen kann der Versicherer den Volvo-Kunden ein maßgeschneidertes Versicherungsangebot unter Einbeziehung der Sicherheitsfeatures unterbreiten.

Derzeit ist es bereits so, dass serienmäßig verbaute Notbremssysteme bei der Ersteinstufung einen positiven Aspekt auf die Typklasse haben. Andere Assistenzsysteme wurden bislang indes nicht eingepreist, obwohl diese die Schadensfälle reduzieren helfen. Bislang – denn nun gehen Volvo und die Allianz hier neue Wege im Sinne der Verkehrssicherheit.

Andere Versicherer dürfte diese Kooperation mit Interesse verfolgen. Denn immer mehr Assekuranzen haben wie beispielsweise die Axa Telematikdienste eingeführt, bei denen beispielsweise der Fahrstil jungen Fahranfänger per App überprüft wird. Man darf gespannt sein, ob mit dem neuen Versicherungsangebot von Volvo und der Allianz noch mehr Kunden bereit sein werden als bislang, ein Fahrassistenzsystem zu bestellen, wenn sie dadurch bei der Versicherung sparen können.

Der Weg, den die Schweden mit dem Versicherungskonzern Allianz nun gehen, ist mit Blick auf die Vision Zero auf jeden Fall zu begrüßen. Denn der Autobauer hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 kein Mensch mehr bei einem Unfall in einem Volvo stirbt oder schwer verletzt wird. Bereits heute ist Schweden das Land mit den weltweit wenigsten Verkehrstoten.



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