Falscher Tachostand kostet Versicherungsschutz

Verstoß gegen Redlichkeitsvermutung

Dem Tachobetrug soll vorgebeugt werden.
Dem Tachobetrug soll vorgebeugt werden. © dpa

Wer sich ein gebrauchtes Auto kauft, sollte der Versicherung gegenüber auch die richtigen Angaben machen. Stellt sich bei einem Diebstahl heraus, dass die Angaben falsch waren, kann das den Versicherungsschutz kosten.

Falsche Angaben zu Kaufpreis und Tachostand eines Fahrzeugs können bei einem möglichen Diebstahl den Versicherungsschutz kosten. Das berichtet die Zeitschrift «Versicherungsrecht» (Ausgabe 12/2014) unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Naumburg. Nach Auffassung des Gerichts wird in diesen Fällen die sogenannte Redlichkeitsvermutung des Fahrzeughalters erschüttert, so dass ein vorgetäuschter Diebstahl naheliegt (Az.: 4 U 51/12).

Auch Kaufpreis falsch angegeben

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage eines Fahrzeughalters gegen seine Kfz-Teilkaskoversicherung ab. Der Kläger hatte den Diebstahl seines Autos gemeldet. Im Rahmen der Ermittlungen der Versicherung stellte sich heraus, dass der Kläger den Kaufpreis und die Kilometerleistung bei der Anschaffung des Wagens zu hoch angegeben hatte. Da er laut dem Versicherer nicht mehr als 12.000 Kilometer im Jahr fahren durfte, wollte er offenbar mit dem angeblich höheren Tachostand ein paar Kilometer mehr herausschlagen, wie das OLG meinte.

Aus beiden fehlerhaften Angaben schlossen die Richter auf die Unredlichkeit des Klägers. Denn eine plausible Erklärung zu den falschen Angaben habe er nicht geben können, so dass die Versicherung eine bewusste Täuschung vermuten dürfe. (dpa/tmn)

Vorheriger ArtikelBMW legt in China um 23 Prozent zu
Nächster ArtikelACE geht juristisch gegen ADAC-Werbung vor
Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).