Daimler-Chef Zetsche untermauert Führungsanspruch

Konzentration auf Premium-Modelle

Daimler-Chef Dieter Zetsche steht formell unter Tötungsverdacht © Daimler

Mercedes-Benz soll 2011 laut Daimler-Chef Dieter Zetsche die Liga im Premiumsegment wieder anführen. Nach dem ersten Halbjahr befinden sich die Stuttgarter aber noch auf Aufholjagd.

Daimler-Chef Dieter Zetsche will seinen Führungsanspruch im Premiumsegment mit neuen Volumenzielen untermauern: "Wir haben das Ziel, hinsichtlich Profitabilität und Absatz die Nummer 1 im Premiumsegment zu werden. Das Ziel ist klar, und unsere Einstellung auch. Was jetzt folgt, sind konkrete Maßnahmen. Hinsichtlich der Meilensteine werden wir uns noch genauer äußern", kündigte Zetsche im Gespräch mit der Fachzeitschrift "Automotive News Europe" an. "Das Markenleitbild war der erste Schritt. Der zweite Schritt war der Leitspruch "Das Beste oder Nichts". Und der dritte Schritt ist nun, unsere Ansprüche auch klar mit Volumenzielen zu unterlegen", so Zetsche weiter. Vergangenes Jahr hatte Daimler angekündigt, für die Kernmarke Mercedes-Benz im Jahr 2015 rund 1,5 Millionen Einheiten zu verkaufen. Audi will diese Messlatte nach jüngsten Aussagen schon 2014 reißen.

Zehn weitere Modelle bis 2020

Für 2011 erwartet Zetsche eine deutliche Absatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr. "Dieses Jahr rechnen wir mit über 1,35 Millionen Verkäufen für Mercedes Benz Cars". 2010 hatte das Unternehmen weltweit 1.167.700 Fahrzeuge verkauft. Auch die Verkaufszahlen bei Smart steigen der Einschätzung des Konzernchefs zufolge: "Letztes Jahr waren es 97.500 Smart. 2011 peilen wir wieder die 100.000 an". Mit Blick auf den Rivalen Audi kündigte Zetsche an: "Im vergangenen Jahr haben wir in den ersten vier Monaten jeweils weniger verkauft als Audi in diesem Jahr galt das bislang für sechs Monate. Im Gesamtjahr 2010 haben wir dennoch vorne gelegen. Dieses Jahr wird es sicher etwas knapper. Aber ich bin zuversichtlich."

Rückenwind erwartet Zetsche von einer neuen Modelloffensive: "Bis 2020 werden wir mindestens zehn ergänzende Modelle bringen wie die neuen Kompaktmodelle oder den CLS Shooting Break. Vielleicht sind wir aber auch schneller." Derzeit hat Mercedes 22 Pkw-Karosserie-Varianten im Programm im Vergleich zu 21 bei Audi und 19 bei BMW.

Absage ans Volumensegment

Parallel zum wachsenden Absatz steigt auch die Zahl der Mitarbeiter: "Dieses Jahr werden wir weltweit mehr als 10.000 Neueinstellungen vornehmen, davon rund 4000 in Deutschland", sagte Zetsche. Ende 2010 beschäftigte Daimler weltweit 260.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Deutschland waren es 164.000.

Eine klare Absage erteilte Zetsche Versuchen, wieder im Volumensegment tätig zu werden, nachdem sein Vorgänger Jürgen Schrempp mit der Integration von Chrysler und Mitsubishi gescheitert ist: "Wir sind ein Premiumhersteller. Bei spezifischen Themen, wo Volumen eine große Rolle spielt, sind Kooperationen wie etwa mit Renault eine gute Lösung. Darüber hinaus haben wir nicht vor, uns im Volumensegment selbst zu engagieren." (dpa)