Donnerstag, 17.05.2012 - 09:48 Uhr
4. November 2009

Geplatzter Opel-Verkauf Betriebsrat ruft zu Warnstreiks auf

Das Opel-Werk in Bochum
Das Opel-Werk in Bochum © Foto: dpa

Die deutschen Opel-Betriebsräte haben nach der GM-Entscheidung zu Warnstreiks aufgerufen. Dagegen wurde die Absage des Verkaufs in Großbritannien gefeiert.


Aus Protest gegen den abgesagten Verkauf von Opel machen die knapp 55.000 Opel-Mitarbeiter in Europa mobil. Die deutschen Betriebsräte und Gewerkschaften rufen die 25.000 Opelaner von diesem Donnerstag an zu Warnstreiks an allen vier Standorten auf. «Die Veranstaltungen beginnen in Deutschland und werden sich auf ganz Europa ausdehnen», sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Protest richte sich gegen die befürchteten Werksschließungen und Stellenstreichungen.

Streik ab Donnerstag

Die Mitarbeiter würden am Donnerstag vor den Werkstoren am Stammwerk in Rüsselsheim, in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern gegen den Verbleib beim Mutterkonzern General Motors (GM) protestieren. Die Arbeitsniederlegungen seien eine Reaktion auf die «völlig unverständliche Entscheidung» von GM, Opel zu behalten. Franz sprach von «einem schwarzen Tag für Opel». Ob sie allerdings Unterstützung aus Großbritannien erhalten ist zweifelhaft. Als «fantastische» Entscheidung haben britische Gewerkschafter die Absage von General Motors an einen Opel- Verkauf gefeiert. «Es ist die beste Entscheidung für Großbritannien und unsere Fabriken», sagte der Generalsekretär der Gewerkschaft Unite, Tony Woodley, mit Blick auf die beiden englischen Werke der Opel-Schwester Vauxhall. An den Vauxhall-Standorten in Ellesmere Port und Luton arbeiten 5500 Menschen.

«Absolut glücklich»

Die Arbeitnehmervertreter hatten vor allem um die mittelfristige Zukunft des Werks in Luton gefürchtet und kritisiert, dass deutsche Arbeitsplätze durch den ursprünglich geplanten Deal auf unfaire Weise bevorzugt worden wären. «Ich bin absolut glücklich, dass General Motors nun doch das Richtige für sich und für uns macht», sagte Woodley. Gleichzeitig kündigte er an, dass es nun Verhandlungen mit dem Mutterkonzern über eine Umstrukturierung geben werde.

Strategische Rolle im Konzern

Damit liegt Woodley auf einer Länge mit dem Mutterkonzern, der sowohl Vauxhall als auch Opel als strategischen Unternehmensteil des Konzerns betrachtet. «Opel und und die britische Schwestermarke Vauxhall spielen eine entscheidende Rolle im globalen GM-Verbund - eine Position, die GM nicht aufgeben will», teilte Opel am Mittwoch in Rüsselsheim mit und begründete damit die Entscheidung des GM-Verwaltungsabends vom Vorabend, Opel zu behalten. Eine Klärung der offenen Fragen sei nun «äußerst wichtig». Im Interesse des Unternehmens würden alle Beteiligten daran arbeiten, jetzt eine erfolgreiche Zukunft von Opel sicherzustellen. (AG/dpa)


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