20. April 2012

Polizei fordert Sichtschutzwände Immer mehr Gaffer behindern Rettungskräfte

Immer häufiger behindern Gaffer nach einem Unfall die Einsatzkärfte.
Immer häufiger behindern Gaffer nach einem Unfall die Einsatzkärfte. © SP-X

Nach einem Unfall werden die Rettungskräfte immer häufiger von Gaffern bei der Arbeit behindert. Die Polizei fordert mobile Sichtschutzwände, damit Verletzte vor Schaulustigen geschützt werden.




Nach einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sind neun von zehn Bundesbürgern der Auffassung, dass Schaulustige an einem Unfallort nichts zu suchen haben. Eine Mehrheit von 50,6 Prozent fühlt sich von den Gaffern sogar derart angewidert, dass sie sich auch Strafanzeigen vorstellen könnten. Zumindest soll die Polizei nach ihrer Meinung die Personalien der Schaulustigen notieren, um eventuell Maßnahmen wegen unterlassener Hilfeleistung einleiten zu können.

Besonders negativ bewerteten die meisten Befragten (85,4 Prozent) Menschen, die nach schweren Unfällen Fotos oder Videos vom Unfallort ins Internet einstellen. Acht von zehn Befragten würden zudem gerne verbieten, dass Medien ihre Leser gegen Bezahlung zu Aufnahmen von Unglücken auffordern.


Polizei fordert Sichtschutz gegen Gaffer

Trotz dieser Umfrageergebnisse werden die Rettungskräfte nach einem Verkehrsunfall von Schaulustigen immer häufiger behindert. Wie die Zeitschrift „Auto Bild“ unter Berufung auf die Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte berichtet, stören mittlerweile bei jedem fünften Unfall mit Rettungseinsatz Gaffer die Hilfskräfte. Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert deshalb mobile Sichtschutzwände für die Unfallstellen, um die Verletzten vor Fotos und Filmen zu schützen. Die Polizisten seien meistens mit der Aufnahme des Unfallhergangs beschäftigt und könnten die Schaulustigen nicht immer zurückhalten. (AG/SP-X)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Ratgeber



Mehr aus dem Ressort

Vertragswerkstätten haben beim ADAC-Test gut abgeschnitten
ADAC-TestVertragswerkstätten schneiden besser ab als Werkstattketten

Vertragswerkstätten setzen die teureren Preise in Leistung um. Bei einem Test des ADAC zeigten vereinzelte Standorte so genannter Werkstattketten Mängel bei Inspektionen und anderen Arbeiten.


Kann man ja schon mal verwechseln
Rettungskräfte befreien beide FrauenSchalke-Fans nehmen Treppenhaus statt Parkhaus-Ausfahrt

Die Glückshormone wirkten nach dem Sieg der Schalker in der Fußball-Europe-League gegen Nizza noch zu stark. Zwei weibliche Fans wollten auf unkonventionellen Wegen die Fußball-Arena verlassen - und benötigten dann Hilfe.


Bei Nebel muss die Geschwindigkeit angepasst werden
Geschwindigkeit anpassenHäufige Nebel-Unfälle im letzten Quartal

Rund zwei Drittel aller Unfälle im Nebel passieren in den letzten drei Monaten des Jahres. Die Lichtautomatik der modernen Fahrzeuge sollte dabei durch den normalen Handbetrieb umgangen werden.