Immer mehr Gaffer behindern Rettungskräfte

Polizei fordert Sichtschutzwände

Schaulustige behindern die Arbeit der Rettungskräfte.
Immer häufiger behindern Gaffer nach einem Unfall die Einsatzkärfte. © SP-X

Nach einem Unfall werden die Rettungskräfte immer häufiger von Gaffern bei der Arbeit behindert. Die Polizei fordert mobile Sichtschutzwände, damit Verletzte vor Schaulustigen geschützt werden.

Nach einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sind neun von zehn Bundesbürgern der Auffassung, dass Schaulustige an einem Unfallort nichts zu suchen haben. Eine Mehrheit von 50,6 Prozent fühlt sich von den Gaffern sogar derart angewidert, dass sie sich auch Strafanzeigen vorstellen könnten. Zumindest soll die Polizei nach ihrer Meinung die Personalien der Schaulustigen notieren, um eventuell Maßnahmen wegen unterlassener Hilfeleistung einleiten zu können.

Besonders negativ bewerteten die meisten Befragten (85,4 Prozent) Menschen, die nach schweren Unfällen Fotos oder Videos vom Unfallort ins Internet einstellen. Acht von zehn Befragten würden zudem gerne verbieten, dass Medien ihre Leser gegen Bezahlung zu Aufnahmen von Unglücken auffordern.

Polizei fordert Sichtschutz gegen Gaffer

Trotz dieser Umfrageergebnisse werden die Rettungskräfte nach einem Verkehrsunfall von Schaulustigen immer häufiger behindert. Wie die Zeitschrift „Auto Bild“ unter Berufung auf die Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte berichtet, stören mittlerweile bei jedem fünften Unfall mit Rettungseinsatz Gaffer die Hilfskräfte. Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert deshalb mobile Sichtschutzwände für die Unfallstellen, um die Verletzten vor Fotos und Filmen zu schützen. Die Polizisten seien meistens mit der Aufnahme des Unfallhergangs beschäftigt und könnten die Schaulustigen nicht immer zurückhalten. (AG/SP-X)

Vorheriger ArtikelQualität von Gebrauchtwagen gestiegen
Nächster ArtikelVW Golf von Merkel wird erneut bei Ebay versteigert
Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er sein Handwerk in einer Nachrichtenagentur (ddp/ADN) gelernt. Danach war er jahrelang Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele (Sydney, Salt Lake City, Athen) als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das bloße Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch den redaktionellen Teil des Magazins electrified (Print und Online).