3. März 2017

Kraftprobe beendet Uber beantragt doch Genehmigung für seine Roboterautos

Uber hat von Volvo für die Tests XC90 gekauft.
Uber hat von Volvo für die Tests XC90 gekauft. © Volvo

Nun hat auch Uber eingesehen, dass gewisse Dinge nur mit der Erlaubnis der Behörden möglich sind. Entsprechend will der Fahrdienst-Vermittler für seine Roboterautos bei der Verkehrsbehörde in Kalifornien einen entsprechenden Antrag einreichen.




Der Fahrdienst-Vermittler Uber gibt sich in seiner Kraftprobe mit der Verkehrsbehörde in Kalifornien geschlagen und will für seine Roboterwagen nun doch die entsprechende Erlaubnis beantragen. Derzeit werde an dem Antrag gearbeitet, erklärte eine Uber-Sprecherin der Zeitung "Mercury News" und dem Finanzdienst Bloomberg am Donnerstag. Die Verkehrsbehörde erlaubte unterdessen den Betrieb einiger Fahrzeuge mit Ubers Roboterwagen-Technologie, solange sie nur von Menschen gesteuert werden.

Uber hatte im Dezember seine Roboterwagen in San Francisco auf die Straße geschickt, ohne die spezielle Erlaubnis zu beantragen. Der Chef von Ubers Roboterwagen-Programm, Anthony Levandowski, argumentierte damals, in den Autos werde ein Mitarbeiter am Steuer benötigt, der die Fahrt überwache und bei Bedarf eingreifen könne. Technisch gesehen seien sie also mit Assistenz-Systemen unterwegs, wie sie auch andere Autos hätten.


Test auch in Pittsburgh

Die Verkehrsbehörde ließ das nicht gelten und annullierte kurzerhand die Kennzeichen der 16 Uber-Fahrzeuge. Über 20 Unternehmen - darunter Google , Mercedes oder die chinesische Internet-Firma Baidu holten sich solche Genehmigungen für ihre Roboterwagen. Mit der Erlaubnis einher geht auch die Pflicht, Unfallsituationen und Zahlen zur Abschaltung der Roboterwagen-Software offenzulegen.

Uber arbeitet schon länger an selbstfahrenden Autos und erprobt seit dem Spätsommer Roboterwagen-Fahrten mit Passagieren an Bord in der US-Stadt Pittsburgh. Der Fahrdienst-Vermittler steht aktuell unter massivem Druck. Die Google-Schwesterfirma Waymo warf ihrem ehemaligen Top-Entwickler Levandowski in einer Klage vor, er habe vor seinem Abgang tausende vertrauliche Dokumente heruntergeladen. Uber bestreitet, gestohlene Technologie zu nutzen und kündigte an, den Streit vor Gericht auszufechten. Es wurden auch Vorwürfe laut, die Unternehmenskultur diskriminiere Frauen. Gründer und Chef Travis Kalanick machte zudem eine schlechte Figur in einem Video, in dem er mit einem Uber-Fahrer stritt.

Dabei wurde ein Streit zwischen einem Uber-Fahrer und Kalanick festgehalten. "Ich habe 97 000 Dollar verloren wegen dir. Ich bin pleite wegen dir", giftet der Mann. Kalanick reagiert allerdings wenig diplomatisch: "Schwachsinn! Einige Leute wollen einfach keine Verantwortung übernehmen für ihren Mist. Sie beschuldigen für alles in ihrem Leben jemand anderen", kontert er. Die Szene - in einem am Dienstag vom Finanzdienst Bloomberg veröffentlichten Video eingefangen – führte zu weiteren Diskussionen um die aggressive Unternehmenskultur. (dpa)



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