8. November 2017

TÜV-Report Zahl der Autos mit erheblichen Mängeln gestiegen

Ein Prüfer des TÜVs kontrolliert den Unterboden eines Autos.
Ein Prüfer des TÜVs kontrolliert den Unterboden eines Autos. © dpa

Die Zahl der Autos mit erheblichem Mangel ist leicht gestiegen. So fielen 19,9 Prozent der Fahrzeuge durch die Prüfung beim TÜV. Gute Noten gab es für deutsche Hersteller.




Auf den deutschen Straßen ist der Anteil von Autos mit erheblichen Mängeln leicht gestiegen. Bei den sogenannten Hauptuntersuchungen fielen 19,9 Prozent der Pkw im Zeitraum Juli 2016 bis Juni 2017 durch, wie der Verband der Technischen Überwachungsvereine (TÜV) am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum lag diese Quote bei 19,7 Prozent. Insgesamt wiesen nach der TÜV-Studie ein Drittel der mehr als zehn Millionen untersuchten Fahrzeuge Mängel auf. Zwei Drittel (exakt 66,1 Prozent) waren mängelfrei.


TÜV: Mängel weiter reduzieren

«Die Mängelquote liegt damit immer noch fünf Prozentpunkte unter dem Wert von 2014», sagte TÜV-Verbandsgeschäftsführer Joachim Bühler in Berlin. Der Anspruch müsse aber sein, die Mängel weiter zu verringern. Auffällig sei, wie dramatisch die sicherheits- und umweltrelevanten Mängel mit steigendem Alter der Autos zunähmen. Bei bis zu drei Jahre alten Wagen liege die Mängelquote bei 5,8 Prozent. In der Gruppe der über elf Jahre alten Pkw seien es 26,5 Prozent.

Im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal bei VW und anderen Herstellern wies der TÜV auf eine Neuerung hin: Diesel-Fahrzeuge, die eine Software-Aktualisierung bekommen sollen, werden mit einem «erheblichen Mangel» bewertet, wenn sie nicht an der Nachrüstung teilnehmen. Das müsse der Fahrzeughalter dann innerhalb von vier Wochen nachholen. Sonst bekommt er keine neue TÜV-Plakette.

Bestnoten für deutsche Hersteller

An der Spitze der einzelnen Kategorien liegen - wie in den Vorjahren - oft deutsche Hersteller. Unter den zwei- bis dreijährigen Autos ist der Mercedes SLK das Fahrzeug mit der niedrigsten Mängelquote. Es folgen VW Golf Sportsvan sowie mit B-Klasse und GLK zwei weitere Mercedes-Modelle. Unter die ersten Zehn schaffen es bei den Zwei- bis Dreijährigen zudem Modelle von Audi, Opel, Porsche, Volvo und Mazda.

Bei den vier- bis fünfjährigen Autos liegen Modelle von Mercedes (B-Klasse), Porsche (911) und Mazda (CX-5) auf den Rängen eins bis drei. Unter den Sechs- bis Siebenjährigen, Acht- bis Neunjährigen und Zehn- bis Elfjährigen landet der Porsche 911 jeweils ganz vorne. Über die beiden letztgenannten Kategorien verteilt, findet sich Toyota insgesamt sieben Mal unter den besten Zehn. Auch Fabrikate von Audi, VW, Ford, Mercedes, Mazda und Suzuki landen dort in den Top Ten.

Im Tüv-Report schlecht weg kommt Dacia - über alle Altersklassen hinweg finden sich vier Mal Modelle des rumänischen Herstellers unter den jeweils drei Fahrzeugen mit der höchsten Mängelquote. Bei den Zwei- bis Dreijährigen zum Beispiel landet der Dacia Logan mit einer Quote von 12,2 Prozent auf dem drittletzten Platz. Schlechter sind hier nur Fiat Punto (12,3 Prozent) und Kia Sportage (12,6 Prozent).

Die in Deutschland zugelassenen Pkw sind nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes im Schnitt 9,3 Jahre alt (Stand: 1. Januar 2017). Wenig überraschend steigt die Mängelquote mit jeder Altersklasse an - von durchschnittlich 5,8 Prozent bei den Zwei- bis Dreijährigen hin zu 26,5 Prozent bei den Zehn- bis Elfjährigen. Dort liegen die Modelle Ka und Galaxy von Ford mit je 36,9 Prozent Mängelquote in der Statistik ganz hinten. (dpa)



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