29. Oktober 2015

Neue Modellgeneration Triumph Bonneville für die Jetztzeit

Triumph hat die Bonneville verjüngt.
Triumph hat die Bonneville verjüngt. © Triumph

Triumph hat eine neue Modellgeneration seines Klassiker Bonneville aufgesetzt. Mit den neuen Bikes soll an den Erfolg der Vergangenheit angeknüpft werden.




Es ist nicht leicht, in der Vergangenheit erfolgreiche Fahrzeuge in die Jetztzeit zu transferieren. Das von sämtlichen Marketing-Leuten bewunderte Beispiel heißt Mini by BMW, auch Fiats Cinquecento findet Anerkennung bei den meist weiblichen Käufern wie den Auto-Experten. Mit dem VW Beetle lief’s anfangs holpriger, mittlerweile behauptet sich der Käfer-Youngster besser.

Natürlich weiß auch der englische Motorradhersteller Triumph, dass es nicht einfach ist, an berühmte Modelle der Vergangenheit anzuknüpfen, schließlich hatte man ja bereits eine Bonneville im Programm. Nun erscheint eine vollkommen neue Modellgeneration mit der legendären Modellbezeichnung: Stärker, vor allem aber stimmiger ist die Bonneville T120 des Modelljahres 2016, die soeben in London vorgestellt worden ist.


Retro-Modelle auf modern

Modern Classics nennt Triumph seine Retro-Modelle. Als solches ist auch die Bonneville T120 zu verstehen, von der es eine Zweitversion mit der Modellbezeichnung Bonneville T120 Black gibt: Mattschwarz eingefärbt sind die sonst chromglänzenden Auspuffrohre, komplett schwarz lackiert das Zweizylinder-Triebwerk und tief dunkel – wahlweise glänzend oder matt – ist auch die Lackierung. Beim ersten Blick auf diese Black Lady kommen allerdings Zweifel auf, ob man dieser Version das Prädikat „authentisch“ verleihen will; die Käufer werden entscheiden.

Die Normalversion, optisch sehr stark an die Bonneville des Modelljahres 1959 angelehnt, überzeugt dagegen auf ganzer Linie, auch wenn ihr Zweizylinder-Reihenmotor nicht mehr luft-, sondern wassergekühlt ist. Der dafür nötige Kühler ist allerdings dermaßen dezent, nämlich flach und schmal, dass er die Silhouette der neuen Bonneville überhaupt nicht stört – hier ist den Technikern in Zusammenarbeit mit den Designern eine ausgezeichnete Lösung geglückt.

Das gilt aber für den gesamten Maschinenraum. Das Finish des silberlackierten Triebwerks mit schwarzen Applikationen und gefakten Kühlrippen erscheint überzeugend. Gelungen sind auch die fein gezeichneten Drosselklappenstutzen. Wie es um die Leistungswerte bestellt ist, lässt Triumph zum Teil noch im Dunkeln. Bekannt ist nur, dass das maximale Drehmoment des nun 1.200 Kubikzentimeter großen R2-Motors jetzt 105 Nm bei 3100/min. erreicht, mithin rund 54 Prozent mehr als der 865-Kubik-Zweizylinder des jetzt ausgemusterten Vormodells stemmte. Der zweite, im Grunde bei einem Retro-Bike weniger wichtige Wert, nämlich die PS-Leistung, wird erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Vermutlich dürften um die 100 Pferde am Zügel zerren. Dass zumindest der Ton des Triebwerks gelungen ist, ließ sich bereits vernehmen: Die langen Peashooter-Endschalldämpfer entlassen einen bassigen, sonoren Wohlklang, der Bonneville-Käufern bestimmt positiv erscheinen wird.

Neues Fahrwerk

Auch Technisch aufgemöbelt
Auch Technisch aufgemöbelt © Triumph

Die Bonneville ist von ihrer Konzeption her zwar klassisch, weist aber auch zahlreiche moderne Komponenten auf; außer einem ABS gibt es auch eine Traktionskontrolle, das Ride-by-wire-System macht zudem die Wahl unter den zwei Fahrmodi „Straße“ und „Regen“ möglich. Der Fahrsicherheit dient auch der Einbau einer Anti-Hopping-Kupplung. Zeitgemäße Elemente sind auch die LED-Rückleuchte sowie das LED-Tagfahrlicht, das dezent ins Gehäuse des Rundscheinwerfers integriert worden ist. Darüber hinaus hat sich Triumph zum serienmäßigen Einbau einer dreistufig regelbaren Griffheizung aufgerafft; im Lenkkopf findet sich ein USB-Steckplatz. Ein in den Schlüssel integrierter Transponder agiert als Wegfahrsperre.

Besser als bei bisherigen Triumph-Modellen ist die Bedienung des Bordcomputers gelöst. Die Anzeigen
verstecken sich in zwei kleinen Displays in den beiden Rundinstrumenten, bedient wird das Menü über zwei Drucktasten am linken und rechten Lenker-Satelliten. Auch die optional lieferbare Geschwindigkeits-Regelanlage wird über das Bordcomputer-Menü gesteuert.Vollständig neu entwickelt wurde auch das Fahrwerk; die Telegabel weist historisch korrekte Faltenbälge auf. Hinten arbeiten zwei Federbeine, deren Vorspannung einstellbar ist. Der Rahmen ist als Doppelschleifen-Stahlrahmen ausgeführt. Aufgrund der aufrechten Sitzposition ist anzunehmen, dass das Handling der neuen Triumph unter dem vermutlich höheren Fahrzeuggewicht nicht leiden wird.

Besonders wirkungsvoll in Szene setzen lässt sich die Bonneville T120 mittels des Prestige-Inspirationskit. Er umfasst ein historisch korrektes Vier-Streifen-Tankemblem, Rippensteppung am schwarzen Sitz, schwarze LED-Blinker in Bullet-Optik mit klaren Linsen, schwarze Lenkergriffe in „Barrel“-Optik, diverse Chromteile für Kettenschutz, Kupplungsdeckel und Lichtmaschinenabdeckung sowie verchromte Slip-on-Schalldämpfer. Über die Preise der neuen Bonneville T120 hat Triumph noch keine Angaben gemacht. Für die Öffentlichkeit erstmals zu sehen sind die neuen Modern-Classic-Modelle im Rahmen der Mailänder EICMA; sie läuft vom 19. bis 22. November. (SP-X)



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