5. August 2016

Erster Hybrid-Pkw Toyota Prius: Absolut zuverlässiger Pionier

Der Toyota Prius ist nicht unbedingt schön, aber zuverlässig
Der Toyota Prius ist nicht unbedingt schön, aber zuverlässig © Toyota

Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Der Toyota Prius wurde früher häufig belächelt. Der Hybrid-Pionier erfüllt auch gebraucht einen Werbeslogan seines Konkurrenten: Denn er läuft und läuft . . .




Egal, was mit ihm noch geschieht: Der Toyota Prius wird als erster massentauglicher Hybrid-Pkw in die Automobilgeschichte eingehen. Er brach vor fast 20 Jahren den Damm für eine Entwicklung, die damals keiner so recht vorherzusehen vermochte. Heute sind Autos mit der Kombination aus E- und Verbrennungsmotor die Brückentechnologie aller großen Hersteller auf dem Weg ins Elektrozeitalter.

Und obwohl neue Technik oft Kinderkrankheiten hat, fuhr der Prius von Anfang an nahezu problemlos. «Absolut zuverlässig» sei das Modell, resümiert der «TÜV Report 2016». Einzig eine Neigung der älteren Baureihe zu Federbrüchen ab dem achten Jahr sei auszumachen. Die Beanstandungen bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) lägen aber unter dem Durchschnitt aller geprüften Autos. Was konstruktionsbedingt noch Probleme macht, sind die Bremsscheiben. Der Prius bremst bei leichtem Verzögern nur mit dem Generator. Daher seien die Scheiben oft arbeitslos und rosteten schneller. Beim aktuellen Prius streikt zudem die Feststellbremse manchmal.


Toyota Prius fast ohne Pannen

Auch zu Pannen neigt der Prius kaum, hat der ADAC beobachtet. Eine «geringe Häufung» entladener Hochvolt-Batterien gebe es bei Modellen der Baujahre 2010 und 2011. Bei Autos von 2009 und 2010 sei schon mal die Motorabdeckung unter der Haube ausgerissen. Bislang drei Rückrufe trafen den Prius.

Im Juli 2016 orderte der Hersteller wegen möglicherweise falsch befestigter Kopfairbaggehäuse knapp 14.000 Fahrzeuge der Bauzeit Oktober 2008 bis April 2012 in die Werkstätten. Es bestand die Gefahr, dass sich das Teil bei Unfällen löst und die Frontinsassen verletzt. Probleme davor betrafen die Steuersoftware des Hybridantriebs beziehungsweise dem Bremsdruckspeicher.

Toyota Prius mit Dauerläuferqualitäten

Ende 1997 kam der Prius erstmals im Heimatland Japan zu den Händlern. In Deutschland startete das Modell 2001. Knapp drei Jahre später kam die zweite Generation auf den Markt, 2009 die dritte, deren Modellpflege 2012 auch erstmals eine Plug-in-Hybrid-Version brachte. 2011 folgte die Van-Variante Prius+. Dabei setzte der Hersteller in Sachen Akkus erstmals auf Lithium-Ionen-Technologie statt Nickel-Metallhydrid. Seit 2016 ist die vierte Generation am Start.

Im Prius arbeitet immer ein Benziner mit einem Elektromotor zusammen. Große Änderungen bei der Leistung gab es nur mit dem Generationswechsel. So fährt die erste Auflage mit einem 1,5 Liter großen Reihenvierzylinder mit 53 kW/72 PS, der E-Motor bringt es auf 33 kW/44 PS. Nummer zwei kommt auf 58 KW/79 PS und 50 kW/68 PS. Die dritte Generation gibt 73 kW/99 PS und 60 kW/82 PS (Systemleistung 100 kW/136 PS) ab.

Als Gebrauchtauto wird ein solcher Prius von 2010 laut Schwacke-Liste im Durchschnitt mit 12.600 Euro gehandelt - bei 72.000 Kilometern Laufleistung. Wer einen Prius Plug-in Life mit der gleichen Systemleistung von 2012 sucht, muss mit 21.000 Euro rechnen (48.000 Kilometer). Ab im Mittel 18.300 Euro steht der Prius+ von 2012 in der Liste. Ein Exemplar des laut Hersteller ersten Großserien-Pkws mit Hybridantrieb kann man im Fall des Prius Sol (58 KW/79 PS und 50 kW/68 PS) von 2004 aber auch schon für rund 4600 Euro bekommen. Solche Autos haben im Schnitt 144.000 Kilometer hinter sich - was kein Problem sein muss, denn der Wagen hat Dauerläuferqualitäten. (dpa)



Lesen Sie mehr aus dem Ressort Gebrauchtwagen



Mehr zur Marke Toyota

Mangelhafte Takata-AirbagsToyota beordert weitere drei Millionen Autos in die Werkstätten

Toyota muss erneut knapp drei Millionen Autos in die Werkstätten beordern. In Europa sind 350.000 betroffen, die mit den fehlerhaften Airbags von Takata ausgestattet wurden.


Kooperation mit SuzukiToyota steigert Gewinnerwartung

Nach einem schwächeren dritten Geschäftsquartal zeigt sich Toyota für das Gesamtjahr optimistischer. Zudem schloss der zweitgrößte Autobauer eine Kooperation mit dem japanischen Mitbewerber Suzuki.


Lifting für die KleinwagenbaureiheToyota Yaris Sportversion: Rallye für den Alltag

Toyota begeht das Comeback des Yaris beim World Rallye Championat (WRC) mit einer sportlichen Topvariante für den Alltagsverkehr. Der Kleinwagen mit den Rallye-Attitüden feiert auf dem Autosalon in Genf seine Premiere.



Mehr aus dem Ressort

Der Nissan Juke ist als Gebrauchter sehr zuverlässig
Zuverlässiger CrossoverNissan Juke: Unkonventioneller Traditionalist

Nissan mischte vor sieben Jahren mit dem Juke den Automarkt auf. Während der Crossover optisch unkonventionell auftritt, vertritt der gebrauchte Japaner traditionelle Werte.


Der Fiat 500 ist leider auch ein Mängelzwerg
Kleinwagen mit hohen MängelquotenFiat 500: Italienisches Lebensgefühl mit Katzenjammer

Vor zehn Jahren brachte Fiat den neuen 500er auf den Markt. Die Knutschkugel mit seinem charmanten Retrodesign vermittelt italienisches Lebensgefühl – leider in allen Lagen.


Der Volvo V70 ist nicht frei von Fehlern
Kombi aus SchwedenVolvo V70: Robust mit Macken

Der Volvo V70 hat auch als Gebrauchtwagen seine Qualitäten. Allerdings sollte der Kombi vor dem Gebrauchtkauf intensiv durchgecheckt werden, um finanziell potente Spätfolgen auszuschließen.