«Hybridfahrzeuge ein stetiger Wachstumstreiber»

Tom Fux, Geschäftsführer von Toyota Deutschland

Tom Fux ist Geschäftsführer von Toyota Deutschland
Tom Fux ist Geschäftsführer von Toyota Deutschland © Toyota

Toyota will in Deutschland bis 2018 kräftig zulegen. Eine wichtige Rolle nimmt dabei der Hybridantrieb ein, während der Plugin-Hybrid nur für den Notfall bereit stehe, wie Geschäftsführer Tom Fux der Autogazette sagte.

Toyota will die kommenden Jahre in Deutschland in 10.000er-Schritten wachsen und 2018 rund 80.000 Einheiten absetzen. Im Vorjahr hatte Toyota auf dem deutschen Markt fast 66.000 Fahrzeuge abgesetzt.

«Wir gehen derzeit davon aus, dass dann mindestens jeder Dritte Toyota ein Hybrid sein wird», sagte Tom Fux, Geschäftsführer von Toyota Deutschland, im Interview mit der Autogazette.

«Hybridantrieb bleibt langfristig eine ausgezeichnete Alternative»

Einen besonderen Anstieg des Hybridanteils erwartet Fux dabei bei den Modellreihen Yaris und Auris, der «auf knapp 50 Prozent in 2018» ansteigen soll. Derzeit liegt der Anteil bei rund 30 Prozent. Dagegen ist eine Hybridisierung des Aygo nicht vorgesehen.

Auch wenn sich Toyota nun auch als Pionier bei der Brennstoffzellen-Technik engagiert, wird der Hybrid-Vorreiter die vor fast 20 Jahren erstmals in einem Serienauto eingesetzte Technik laut Fux nicht vernachlässigen. «Der Hybridantrieb bleibt langfristig eine ausgezeichnete Alternative. Er kombiniert das Beste zweier Welten, die des Verbrennungs- und die des Elektromotors.»

«2018 wird jeder dritte Toyota ein Hybrid sein»

Für Toyota lief es im letzten Geschäftsjahr außerordentlich gut
Den Toyota RAV4 gibt es in der neuen Generation auch als Hybriden Toyota

Autogazette: Herr Fux, Toyota will in Deutschland in diesem Jahr 70.000 Einheiten verkaufen, im kommenden 80.000 und 2018 schon 90.000. Werden mit der kontinuierlichen Steigerung der Verkäufe auch die Stückzahlen der Hybriden ebenso kontinuierlich steigen?

Tom Fux: Hybridfahrzeuge sind ein stetiger Wachstumstreiber und eine wichtige Säule in unserem Produktportfolio. Ihr Anteil wächst kontinuierlich, europaweit verfügen mittlerweile etwa ein Viertel aller verkauften Pkw über den effizienten Hybridantrieb.

Autogazette: Mit wie vielen Hybriden rechnen Sie 2018 in Deutschland?

Fux: Wir gehen derzeit davon aus, dass mindestens jeder Dritte Toyota ein Hybrid sein wird.

Autogazette: Wird bis dahin jedes Toyota-Modell mit einem Hybrid ausgestattet sein?

Fux: Der Hybridantrieb bleibt ausgewählten Baureihen vorbehalten. Wir offerieren bald insgesamt acht Modelle: Yaris Hybrid, Auris Hybrid, Auris Touring Sports Hybrid, RAV4 Hybrid, C-HR Hybrid, Prius, Prius+ sowie den Prius Plug-in-Hybrid.

«Hybrid bei Aygo vorerst nicht vorgesehen»

Toyota hat dem Aygo eine völlig neue Hülle verpasst.
Der Toyota Aygo erhält vorerst keinen Hybridantrieb AG/Flehmer

Autogazette: Wird der Hybridanteil besonders bei den kleineren Fahrzeugen Yaris und Auris steigen?

Fux: Wir erwarten einen kontinuierlichen Anstieg – von voraussichtlich 30 Prozent im laufenden Jahr 2016 auf knapp 50 Prozent in 2018.

Autogazette: Wird auch der Aygo hybridisiert? Und wenn nicht, warum?

Fux: Nein, vorerst nicht. Beim Aygo setzen wir stattdessen auf moderne Verbrennungsmotoren wie den VVT-i Dreizylinder mit 1,0 Liter Hubraum. Dieses Triebwerk passt mit seinem quirligen Charakter perfekt zum Aygo und ist mit 3,8 Litern Verbrauch und 88 Gramm CO2 pro Kilometer sehr sparsam.

Plugin-Hybrid in der Hinterhand

Der Toyota Mirai fährt emissionsfrei mit Wasserstoff.
Toyota ist auch mit dem Mirai in der Pionier-Rolle Toyota

Autogazette: Auf der Automesse in New York im März wurde der neue Prius als Plug-in-Hybrid vorgestellt. Werden weitere Plug-in-Modelle folgen?

Fux: Mit dem Prius Plug-in zeigen wir, dass wir rein technisch bereit sind. Die Nachfrage ist noch begrenzt. Wenn wir jedoch sehen, dass die Kundennachfrage zunimmt, sind wir bereit, die Plug-in-Technologie in verschiedene Modelle problemlos einzufügen.

Autogazette: Wird der Brennstoffzellenantrieb in ferner Zukunft den Hybridantrieb ablösen oder bleibt der Hybrid auch in ferner Zukunft eine Alternative?

Fux: Mit der Brennstoffzelle haben wir eine Antriebslösung, die im alltäglichen Handling den konventionellen und bewährten Antrieben mit Benzin- oder Dieselmotor ähnelt. Die Reichweite ist vergleichbar, die Tankzeit mit rund drei Minuten nahezu identisch. Dabei besitzen Brennstoffzellenautos wie der Mirai aber den unschlagbaren Vorteil, völlig emissionsfrei unterwegs zu sein. Allerdings steckt die Infrastruktur der Tankmöglichkeit noch in den Startlöchern. Hier muss in den nächsten Jahren noch einiges passieren. Wir denken jedoch perspektivisch und sind optisch, wie auch damals beim ersten Prius 1997. Der Hybridantrieb bleibt langfristig eine ausgezeichnete Alternative. Er kombiniert das Beste zweier Welten, die des Verbrennungs- und die des Elektromotors.

Die Fragen an Tom Fux stellte Thomas Flehmer

Vorheriger ArtikelAudi setzt TT-Baureihe die Krone auf
Nächster ArtikelSuzuki SX4 S-Cross 1.6 DDiS Allgrip: Vernünftiges Topmodell
Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete zehn Jahre in einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin. Nebenbei arbeitete er in die Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. In dieser Zeit berichtete er über die Fußball-Nationalelf und war u.a. Berichterstatter von den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City,, ehe er ins Autoressort der Autogazette wechselte. Seit Beginn 2018 ist er als freier Journalist tätig.